Zum 31. 7. 1945
Hiermit widerspreche ich den Aussagen von Historikern, es wäre nur der Mob gewesen:
Am 31. Juli 1945, ca. 17:00 Uhr kam ich im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad die Schwenkestraße von
Prödlitz Richtung Kleische, ein Stadtteil von Aussig a. E. aus der Arbeit.
Am unteren Eingang der Schwenke-Schule hielt mich ein tschechischer Offizier an. Ich solle mit ihm mitkommen.
Ich wurde in ein Klassenzimmer geführt, wo bereits ein Tisch schräg aufgestellt war.
Ich musste den Oberkörper frei machen und mich auf den Tisch legen.
Ein Soldat stand bereits mit einer Lederpeitsche hier. Der Offizier erteilte den Soldaten den Befehl mich auf den Rücken zu schlagen.
Nach jeden Schlag musste ich laut und deutlich sagen: „ich danke meinen Führer”.
Nach zwanzig Schlägen konnte ich mich wieder anziehen und blutig die Schule verlassen. Was mich wunderte, mein Fahrrad bekam ich wieder.
Als ich nach Hause kam, kamen auch meine Eltern heim. Meinen Vater ging es vor dem Rionione-Haus in dem er arbeitete ähnlich,
 auch er war voller Blut. Aber hier waren es Zivilisten die mit Stangen auf ihm einschlugen.
Wir haben Allen verziehen, denn sie wussten nicht was taten.
Nur die Wahrheit muss noch gesagt werden.
Karl Heinz Kralowetz