Heimatfreunde-Aussig

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 Eine AKAstory mit Erinnerungen an eine Zeit von Gestern

Historische Begebenheiten  und persönliche Erlebnisse in der Aussiger Handelsakademie, wie es einmal war.
Autor: Hans (Hanuš) Adamec in Aussig a. E. - Ústí n. L., November 2012:
 

Übersicht Seiten
I Das Vorwort 2-6
II  Die Gründerzeit  7-11
III Die erste Jahrhunderthälfte 12-17
IV Erinnerungen an unsere unvergessliche, erlebte AKA 18-22 
V Die zweite Jahrhunderthälfte 23-28
VI Ein Intermezzo aus dieser Zeitepoche 29-34
VII Neue Visionen für das 21. Jahrhundert 35-38
VIII

Beilagen verschiedener Dokumente

39-40
   
1) Die erste Bearbeitung im März 2011
2) Erkenntnisstand Juni 2011
3)

Ergänzungen nach Beiträgen von ehemaligen Schülern und Schülerinnen der AKA nach der Veröffentlichung des Textes
in den „Heimatfreunden Aussig“ und     im „Aussiger Boten“

4)

Nach zugesandten Werterinnerungen von Mitschülern – Neuausgabe 2012-03-1

Gerda Eckelt:

Kde domov můj: Mit unser Generation endet eine Zeitepoche.
Wer soll später einmal darüber erzählen?

Die Aussiger Handelsakademie in  der Schmeykalstrasse.
I   Das Vorwort 

Eine  Fülle von Erinnerungen und Rückblicken an eine Zeit von Gestern liegt über der Geschichte, der für viele von uns noch miterlebten AKA.

 

Aber auch schon vor uns gab es Studenten und Professoren in diesem für uns allen heiligem Gebäude unserer Jugendjahre in  der ehemaligen Österreich-Ungarischen Monarchie im Kronland Böhmen. 

 

Zu verschiedenen feierlichen Anlässen sang man damals Die Hymne der Monarchie: „Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser unser Land…“ Die Melodie von Josef Haydn.

 

In der damaligen Gedankenwelt der Studenten blieb der Tag des Attentates von Sarajewo erhalten. Am 14. Juni 1914 hat in der Tat die Selbstverstümmelung Europas begonnen,
deren schmerzhafte Folgen wir noch heute spüren.

 

Das ging auch uns an, die Deutschen in Böhmen, ein großer Teil der großen Österreich-Ungarischen Monarchie mit ihrer reichen Geschichte, den geistigen Wissenschaften, entwickelten Formen der bildenden Künste, vor allem der Literatur, der unsterblichen  Musik und vieles, vieles andere mehr.
Bis heute noch prägt diese Zeitepoche den kulturellen Nachlass und wird weiterhin den Folgegenerationen präsentiert!

 

Dann kam das Ende der langen Zeitepoche und Amtsperiode Kaiser Franz Josefs I. Alle unsere Vorfahren kamen noch in dieser Zeit zur Welt.

 

Die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik, da sangen wir die  Staatshymne: „Wo ist mein Heim, mein Vaterland…“  von  Franz Johann Škroup aus dem Jahre 1834.
Der tschechische Text von Josef Kajetan Tyl wurde Anfang der 20. Jahre aufgrund eines Erlasses des Tschechoslowakischen Schulministeriums für die Anwendung in deutschen Schulen von W. K. Ernst übersetzt.
Wenn wir alle nationalen und ideologischen Ansichten bei Seite lassen, blieb der besinnliche Inhalt des Textes für alle die Dagebliebenen und Vertriebenen ein nicht weg zu denkender Begriff.

Die tschechoslowakische Staatshymne in ihrer deutschen Fassung haben wir Sudetendeutschen ohne Aversionen gesungen und sie auch schön befunden. Präsident T. G. Masaryk haben wir verehrt.
Bei einer Gedenkfeier im Jahr 1938 zu seinen Ehren (Er war  Ehrenbürger von Aussig, obwohl er niemals unsere Vaterstadt besucht hat!) zur Enthüllung seiner Statue in Schreckenstein,
sind die deutschen Verbände genauso aufmarschiert wie die tschechischen Vereine.

 

Über all die uns aufgebührten furchtbaren Ereignisse der Nachkriegszeit blieb das ehemalige Kronland Böhmen unsere wirkliche Heimat, denn dort irgendwo und irgendwann war unser doheeme!

 

1938 - das Dritte Reich. Für viele von uns, die noch auf dieser Erde wandelnden schon ein ganz realer Erinnerungsfaktor.

 

Wir waren dabei, als das Deutschland- mit dem Horst- Wessel- Lied gesungen wurde – bei verschiedenen Zusammenkünften und Veranstaltungen, welche  immer in der Turnhalle im AKA-Gebäude stattfanden.
Noch heute lebt der Ehrenfahnenträger

(Jahrgang 1929) und alle noch Lebenden erinnern sich an dieses Geschehen.

 

Warum ich das alles schreibe: Es gibt eben immer gewollte oder nicht gewollte Zusammenhänge, die eine Mosaik der Begebenheiten in den miterlebten Zeiten, besonders in diesem konfliktreichen 20. Jahrhundert, ergeben.   

 

Dann der trostlose grausame zweite Weltkrieg, der sich natürlich auch auf die Handelsakademie auswirkte. 

 

Das Leben ging weiter in anderen Verhältnissen, Einflüssen, Ungerechtigkeiten im ehemaligen Deutsch - Böhmischem Grenzland.
Aus dem Jahrhundert langen deutschen Sprachgebiet entstand durch die Vertreibung für uns Dagebliebenen ein anderes Lebensgefühl.

 

Und doch, die AKA überlebte.

Es war für die damaligen Professoren und neuen Studenten auch keine so einfache Zeit in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Ein anderes totalitäres Regime beeinträchtigte den Lebenslauf bis zur „samtenen Revolution“. Die AKA konnte ihre ursprünglichen Vorstellungen wieder realisieren und in das normale Leben einbringen.

 

In diesem angeführten Zeitgeschehen der AKA Geschichte wurden in den einzelnen  Zeitumständen die Sudenten immer irgendwie beeinflusst aber auch geprägt.

In den über 120 Jahren, ergaben sich durchaus konkrete  Begebenheiten, welche keine neuen und anderen Aufarbeitungen benötigen.
Die subjektiven Erinnerungen werden immer eine geschichtliche Beschreibung beeinflussen. Ja, die Klassenzimmer mit ihren Fußböden,
Schulbänken und Fenstern können all das mit uns erlebte bezeugen. Immer gingen da Menschen ein und aus.
Ob es nun die Studenten waren oder die Professoren (Studienräte), der AKA oder WO, wie man sie auch einmal nannte.
Bis zur Matura, später dann Abitur oder wie wir bis zur Schließung  der AKA in den Jahren 1944 – die Jahrgänge bis 1928 und im April 1945 die jüngeren Jahrgänge.
Diese „übersiedelten“ in der zweiten Jahreshälfte 1944 in die Schule am Richard-Wagner-Platz, wo jetzt das Stadtmuseum rekonstruiert wurde.
Einen Teil übernahm das Collegium Bohemicum, welches sich mit der Bearbeitung der deutsch-tschechischen Historie befasst. 
Schulzeugnisse des letzen Schuljahres wurden von der alten Lehrerschaft nach der Kapitulation im Mai und Juni 1945 den Studenten ausgehändigt.
 

Wir alle haben konkrete Erinnerungen – diese sollten aufgezeichnet und damit auch weiter für die Nachwelt erhalten bleiben.
Also  nicht nur die historischen Daten, Ereignisse und Erlebnisse, in welche wir alle hinein katapultiert wurden. Schließlich kann doch niemand dafür wann und wo er das Licht der Welt erblickte.

 

Auch ich erlebte die AKA in zwei Zeitepochen und bin mit vielen Mitschülern  noch in Verbindung.


Nach Bürgerschulabschluss im  Jahre 1942 studierte ich auf unserer AKA, sie nannte sich damals Wirtschaftsoberschule.
Die Lehrfächer waren anders als in den früheren Zeiten angeführt – Leibeserziehung an erster Stelle – schließlich brauchte man stramme Kerle und Mädels..
Was die Sprachen anbetrifft außer Deutsch natürlich  Englisch, konnte man sich die Zweitsprache selbst wählen, entweder Französisch oder Tschechisch,
was ich als gewisse Toleranz in dieser Zeit betrachte. Diese Wahl brachte mir dann einen Vorteil in den 50. Jahren. Ich konnte in einem Abendkurs nur drei Jahre bis zum Abitur studieren.
Man hatte es mir auf einen Antrag des Schulministeriums bewilligt. Das Abitur legte ich in Tschechisch und Russisch ab,

obwohl ich Tschechisch nur als Wahlfach hatte. . Es war für mich damals überhaupt nicht einfach - ohne tschechische Schulbildung und Russischkenntnisse. So war es eben.

 

Wieso dieses Entree und meine Leitgedanken zur  AKAgeschichte? Alle, die oben angeführten Zusammenhänge mussten  wir in den Wirren und Wenden der Zeiten in Kauf nehmen und akzeptieren.
Es gab keine anderen Möglichkeiten. Was nützen uns die historischen Meilensteine, wenn wir uns auch nicht mit den eigenen Erlebnissen in den uns auferlegten 
Zeitumständen befassen und auch in dieser Gedankenwelt integriert bleiben? 

Bevor  ich nun zur eigentlichen Historie des  Werdeganges der Aussiger AKA schreite, möchte ich Euch alle bitten: Hinterlast doch auch Eure Erinnerungen,
Erlebnisse, ob sie nun so, oder so waren – es hatte sich immer irgendwie  ergeben.

 

Die Heimat lädt Dich ein

Sei zu ihr lieb,

es könnte einmal sein

dass nichts Dir blieb.

 

Trotz der Umstände, doch eine glückliche Zeit.

 

Auch ich schaue zurück, weil es mich fasziniert, was im Laufe meines langen Lebens alles geschehen ist. „Es war ein wundervolles, erlebnisreiches, turbulentes Leben und nie langweilig“

Eine  Fülle von Erinnerungen und Rückblicken an eine Zeit von Gestern liegt über der Geschichte, der für viele von uns noch miterlebten AKA.

 

Aber auch schon vor uns gab es Studenten und Professoren in diesem für uns allen heiligem Gebäude unserer Jugendjahre

in  der ehemaligen Österreich-Ungarischen Monarchie im Kronland Böhmen. 

 

Zu verschiedenen feierlichen Anlässen sang man damals Die Hymne der Monarchie: „Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser unser Land…“ Die Melodie von Josef Haydn.

 

In der damaligen Gedankenwelt der Studenten blieb der Tag des Attentates von Sarajewo erhalten. Am 14. Juni 1914 hat in der Tat die Selbstverstümmelung Europas begonnen,
deren schmerzhafte Folgen wir noch heute spüren.

 

Das ging auch uns an, die Deutschen in Böhmen, ein großer Teil der großen Österreich-Ungarischen Monarchie mit ihrer reichen Geschichte, den geistigen Wissenschaften,
entwickelten Formen der bildenden Künste, vor allem der Literatur, der unsterblichen  Musik und vieles, vieles andere mehr.
Bis heute noch prägt diese Zeitepoche den kulturellen Nachlass und wird weiterhin den Folgegenerationen präsentiert!

 

Dann kam das Ende der langen Zeitepoche und Amtsperiode Kaiser Franz Josefs I. Alle unsere Vorfahren kamen noch in dieser Zeit zur Welt.

 

Die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik, da sangen wir die  Staatshymne: „Wo ist mein Heim, mein Vaterland…“  von  Franz Johann Škroup aus dem Jahre 1834.
Der tschechische Text von Josef Kajetan Tyl wurde Anfang der 20. Jahre aufgrund eines Erlasses des Tschechoslowakischen Schulministeriums für die Anwendung in deutschen Schulen
von W. K. Ernst übersetzt.
Wenn wir alle nationalen und ideologischen Ansichten bei Seite lassen, blieb der besinnliche Inhalt des Textes für alle die Dagebliebenen und Vertriebenen ein nicht weg zu denkender Begriff.

Die tschechoslowakische Staatshymne in ihrer deutschen Fassung haben wir Sudetendeutschen ohne Aversionen gesungen und sie auch schön befunden. Präsident T. G. Masaryk haben wir verehrt.
Bei einer Gedenkfeier im Jahr 1938 zu seinen Ehren (Er war  Ehrenbürger von Aussig, obwohl er niemals unsere Vaterstadt besucht hat!) zur Enthüllung seiner Statue in Schreckenstein,
sind die deutschen Verbände genauso aufmarschiert wie die tschechischen Vereine.

 

Über all die uns aufgebührten furchtbaren Ereignisse der Nachkriegszeit blieb das ehemalige Kronland Böhmen unsere wirkliche Heimat, denn dort irgendwo und irgendwann war unser doheeme!

 

1938 - das Dritte Reich. Für viele von uns, die noch auf dieser Erde wandelnden schon ein ganz realer Erinnerungsfaktor.

 

Wir waren dabei, als das Deutschland- mit dem Horst- Wessel- Lied gesungen wurde – bei verschiedenen Zusammenkünften und Veranstaltungen, welche  immer in der Turnhalle im AKA-Gebäude stattfanden.
Noch heute lebt der Ehrenfahnenträger

(Jahrgang 1929) und alle noch Lebenden erinnern sich an dieses Geschehen.

 

Warum ich das alles schreibe: Es gibt eben immer gewollte oder nicht gewollte Zusammenhänge, die eine Mosaik der Begebenheiten in den miterlebten Zeiten,
besonders in diesem konfliktreichen 20. Jahrhundert, ergeben.   

 

Dann der trostlose grausame zweite Weltkrieg, der sich natürlich auch auf die Handelsakademie auswirkte. 

 

Das Leben ging weiter in anderen Verhältnissen, Einflüssen, Ungerechtigkeiten im ehemaligen Deutsch - Böhmischem Grenzland.
Aus dem Jahrhundert langen deutschen Sprachgebiet entstand durch die Vertreibung für uns Dagebliebenen ein anderes Lebensgefühl.

 

Und doch, die AKA überlebte.

Es war für die damaligen Professoren und neuen Studenten auch keine so einfache Zeit in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Ein anderes totalitäres Regime beeinträchtigte den Lebenslauf bis zur „samtenen Revolution“. Die AKA konnte ihre ursprünglichen Vorstellungen wieder realisieren und in das normale Leben einbringen.

 

In diesem angeführten Zeitgeschehen der AKA Geschichte wurden in den einzelnen  Zeitumständen die Sudenten immer irgendwie beeinflusst aber auch geprägt.

In den über 120 Jahren, ergaben sich durchaus konkrete  Begebenheiten, welche keine neuen und anderen Aufarbeitungen benötigen.
Die subjektiven Erinnerungen werden immer eine geschichtliche Beschreibung beeinflussen. Ja, die Klassenzimmer mit ihren Fußböden,
Schulbänken und Fenstern können all das mit uns erlebte bezeugen. Immer gingen da Menschen ein und aus.
Ob es nun die Studenten waren oder die Professoren (Studienräte), der AKA oder WO, wie man sie auch einmal nannte.
Bis zur Matura, später dann Abitur oder wie wir bis zur Schließung  der AKA in den Jahren 1944 – die Jahrgänge bis 1928 und im April 1945 die jüngeren Jahrgänge.
Diese „übersiedelten“ in der zweiten Jahreshälfte 1944 in die Schule am Richard-Wagner-Platz, wo jetzt das Stadtmuseum rekonstruiert wurde.
Einen Teil übernahm das Collegium Bohemicum, welches sich mit der Bearbeitung der deutsch-tschechischen Historie befasst. 
Schulzeugnisse des letzen Schuljahres wurden von der alten Lehrerschaft nach der Kapitulation im Mai und Juni 1945 den Studenten ausgehändigt.
 

Wir alle haben konkrete Erinnerungen – diese sollten aufgezeichnet und damit auch weiter für die Nachwelt erhalten bleiben.
Also  nicht nur die historischen Daten, Ereignisse und Erlebnisse, in welche wir alle hinein katapultiert wurden. Schließlich kann doch niemand dafür wann und wo er das Licht der Welt erblickte.

 

Auch ich erlebte die AKA in zwei Zeitepochen und bin mit vielen Mitschülern  noch in Verbindung.


Nach Bürgerschulabschluss im  Jahre 1942 studierte ich auf unserer AKA, sie nannte sich damals Wirtschaftsoberschule.
Die Lehrfächer waren anders als in den früheren Zeiten angeführt – Leibeserziehung an erster Stelle – schließlich brauchte man stramme Kerle und Mädels..
Was die Sprachen anbetrifft außer Deutsch natürlich  Englisch, konnte man sich die Zweitsprache selbst wählen, entweder Französisch oder Tschechisch,
was ich als gewisse Toleranz in dieser Zeit betrachte. Diese Wahl brachte mir dann einen Vorteil in den 50. Jahren. Ich konnte in einem Abendkurs nur drei Jahre bis zum Abitur studieren.
Man hatte es mir auf einen Antrag des Schulministeriums bewilligt. Das Abitur legte ich in Tschechisch und Russisch ab,

obwohl ich Tschechisch nur als Wahlfach hatte. . Es war für mich damals überhaupt nicht einfach - ohne tschechische Schulbildung und Russischkenntnisse. So war es eben.

 

Wieso dieses Entree und meine Leitgedanken zur  AKAgeschichte? Alle, die oben angeführten Zusammenhänge mussten  wir in den Wirren und Wenden der Zeiten in Kauf nehmen und akzeptieren.
Es gab keine anderen Möglichkeiten. Was nützen uns die historischen Meilensteine, wenn wir uns auch nicht mit den eigenen Erlebnissen in den uns auferlegten 
Zeitumständen befassen und auch in dieser Gedankenwelt integriert bleiben? 

Bevor  ich nun zur eigentlichen Historie des  Werdeganges der Aussiger AKA schreite, möchte ich Euch alle bitten: Hinterlast doch auch Eure Erinnerungen,
Erlebnisse, ob sie nun so, oder so waren – es hatte sich immer irgendwie  ergeben.

 

Die Heimat lädt Dich ein

Sei zu ihr lieb,

es könnte einmal sein

dass nichts Dir blieb.

 

Trotz der Umstände, doch eine glückliche Zeit.

 

Auch ich schaue zurück, weil es mich fasziniert, was im Laufe meines langen Lebens alles geschehen ist. „Es war ein wundervolles, erlebnisreiches, turbulentes Leben und nie langweilig“

II. Die Gründerzeit – die erste Jahrhunderthälfte

 

Historische Rückblicke in die über 120 Jahre existierende Handelsakademie in der Schmeykalstraße (jetzt Pariser Straße genannt) in Aussig.
In den 80 er Jahren im 19. Jahrhundert hieß die Strasse noch „Lange Gasse“, welche im weiteren Teil bis heute  diesen Namen trägt (!) und damals an den Straßenrändern von einer dichten Kastanienallee umsäumt war.

Der spätere Straßenname beruht auf den Tätigkeiten des Rechtanwaltes Dr. Franz Schmeykal aus Böhmisch Leipa, früher Leipa in Böhmen (1826-1894).
In der Zeit der Österreich - Ungarischen Monarchie war Dr. Schmeykal aktiver Repräsentant und Sprecher der Deutschen in Böhmen. Auf seinem ehemaligen Denkmal in Böhmisch Leipa war folgender Text angeführt:

“Deutsche in Böhmen, seid einig und stark“.

 

Die Altösterreichische Straßenbezeichnung blieb auch weiterhin in der ČSR und im  Dritten Reich ein all bekannter Orientierungsfaktor in unserer Stadt.

 

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts änderte sich die Stadt Aussig in Bezug auf ein neues wirtschaftliches Niveau. Besonders beeinflusst durch den Braunkohlenbergbau,
die sich schnell entwickelnde Industrie. Die Einwohnerzahl änderte sich zusehends. Im Jahre 1833 hatte Aussig nur 1759 Einwohner und 321 Häuser.
Peterswald zum Beispiel zu dieser Zeit - 2242 Einwohner und 375 Häuser. Im Jahre 1900 lebten in unserer Stadt schon 52311 Einwohner in 3111 Häusern!

 

Diese Umstände erforderten ein neues Engagement in Richtung Verkehr (Eisenbahn, Elbeschifffahrt), kaufmännische Aktivitäten. Im Schönpriesener Hafen wurden mehr Waren,
Güter und Kohle umgeladen, als im größten Seehafen Österreich-Ungarns in Triest !

 

Aussig an der Elbe war in Nordböhmen nicht nur ein Verkehrsmittelpunkt und das Zentrum bedeutender Industrieunternehmen, aber auch im kulturellen Bereich.
Noch vor dem Bau des Stadttheaters  gab es andere, diesbezügliche Begegnungsstätten.

Es verfügte darüber hinaus über ein differenziertes leistungsfähiges Bildungswesen, selbstverständlich nach damaligen existierenden
Österreichischen Schulgesetzen mit der Gliederung in die fünf Klassen der Volksschule und die anschließende Bürgerschule mit drei Klassen. Mittelschulen gab es damals nur noch sehr wenige.

 

In all diesen Zusammenhängen waren geschulte und qualifizierte administrative Arbeitskräfte eine der Zeit entsprechende Notwendigkeit.

 

Dementsprechende Schulen waren damals nur in Prag, Wien und in Deutschland und konnten deshalb dieses aktuelle Problem in seinem Umfang in dieser nordböhmischen Region nicht lösen.

 

Schon im Jahre 1879 gab es die ersten Vorstellungen und Versuche über die Gründung einer Handelsschule in Aussig.
Die Stadt Aussig hatte 1880 bereits 16524 Einwohner, aber außer Volks - und Bürgerschulen keine höhere Lehranstalt.

 

Engagiert war damals Anton Kotera, welcher eine Privathandelsschule gründete, die aber nach seinem Abgang aus Aussig im Jahre 1886 ihr Ende bedeutete und
da ergab sich die Notwendigkeit einen Ersatz für diese Lehranstalt zu schaffen.

 

Ein weiteres Interesse an einer Schulneugründung verfolgte der damalige Kaufmännische Verein unter der Leitung von Carl Schöppe in Bezug auf einen
zweitklassigen kaufmännischen Fortbildungskurs nach dem damaligen österreichischen Reichsschulgesetz ( No 53/1883).

Der Spediteur und Chef der Firma Rössner und Schöppe, Carl Schöppe (1846-1904) war eigentlich der geistige Schöpfer der Handelsschule. Er war Abgeordneter der Landesversammlung

und wohnte mit seiner Familie in der damaligen Bismarckstrasse, Baumgartenstrasse, und jetzt Churchillova

 

Der Aussiger Stadtrat ( dem Kuratorium dieser Schule gehörten 1886 an: Bürgermeister Adolf Kögler, Stadtrat Franz Lange, Stadtrat Thaddäus Zwiedinek,
Stadtverordneter Karl Krauspenhaar und als Vertreter des kaufmännischen Vereins Carl Schöppe, Ferdinand Mitsche, Ignaz Petschek.) unterstützte in jeglicher
Weise diese Vorstellungen und schon am 17. Oktober 1886 konnte die „Höhere Handelslehranstalt“ eröffnet werden – als eine der Ersten in Böhmen unter der
Leitung des in der Steiermark gebürtigen aus Görlitz kommenden Regierungsrates und Sekretärs der Handelskammer  Friedrich Skubitz. (Scubitz).
Die reichen Verdienste dieses bewährten Schulmannes, seine unermüdliche Tätigkeit im Dienste der Aussiger Handelslehranstalt sicherten ihm einen Ehrenplatz
in der Geschichte des Handelsschulwesens in Österreich.

 

Am 15. April 1887 wurde die Schule zu einer vollständigen und selbstständigen Anstalt erhoben und am 6. April 1888 in eine dreiklassige Handelsmittelschule umgewandelt.
Der Unterricht erfolgte in dieser Vorkriegszeit in der vormals ehemaligen Textilfabrik Ludwig Quaas (Spinnerei, Werberei).
Das Gebäude besteht in der Schmeykal Strasse (Jetzt Pariser Strasse) bis heute noch. Lange Jahre war hier die Städtische Feuerwehr mit den notwendigen
Fahrzeugen und sonstiger Feuerwehrausrüstung untergebracht.

 

Auf Grund der allseitigen Unterstützung durch die Aussiger Stadtverwaltung, dem Staat, der Bezirksvertretung, des böhmischen Landesdausschusses,
der Reichenberger Handelskammer der Stadtsparkasse usw., war es möglich, einen entsprechenden qualifizierten Lehrkörper zu engagieren.
Mit Hilfe der einheimischen Industrie und des Handels konnten auch die Lehrmittelsammlungen in großzügiger Weise ausgestattet werden.

 

Schon bald wurde aus dieser Schule eine bekannte Anstalt und der Andrang der Interessenten  nicht nur aus Nordböhmen, sondern auch aus Prag, Iglau, Wien, Schlesien und Deutschland war enorm.

 

Diesbezüglich gehörte diese Handelschule zu den bekanntesten nicht nur in der Österreich-Ungarischen Monarchie, aber auch in ganz Mitteleuropa.
Konkret gab es da auch Studenten mit tschechischer Grundschulausbildung wie aus dem Aussiger Bezirk so auch aus dem „Innern“, welche bestrebt waren die
deutsche Sprache zu beherrschen. Unter den Schülern gab es natürlich auch später bekannte Absolventen, wie zum Beispiel den Politiker Karl Kreibich,
Mitbegründer der kommunistischen Partei in der ČSR (1883-1966), er studierte auf der AKA 1899-1902. Der Ehemann von Marlene Dietrich – Rudolf Sieber vom Jahrgang 1897
wurde mit seinen Mitschülern, den Absolventen der Handelsakademie zum Militärdienst einberufen.

 

Auch in der Zeit des ersten Weltkrieges waren viele Studenten als „Einjährige Kriegsfreiwillige“ im Militärdienst.

 

Nach dem österreichischen Reichsschulgesetz begann das Schuljahr am 15. September und endete am 15. Juli.

 

Zur Übersicht ein Überblick der Lehrfächer für das Schuljahr 1888/89:

1/ Schulpflichtige Gegenstände:

Religion

Deutsch

Französisch

Englisch

Geografie

Geschichte

Mathematik

Kaufmännisches  Rechnen

Physik und Chemie

Naturkunde

Warenkunde und Technologie

Buchführung/Buchhaltung

Geschäftskorrespondenz und Kanzleibeschäftigung

Geschäftslehre

Börsen-, Geschäfts- und Gewerberecht

Volkswirtschaft

Schönschrift

2/ Nicht schulpflichtige Gegenstände

Praktische Übungen im Warenkundigen Labor

Kurzschrift, damals die Bezeichnung Gabelsberger Stenografie

Leibesübungen.

 

Nach Übernahme in die Stadtverwaltung im Jahre 1889 wurde eine Erweiterung der Jahrgänge notwendig und die Stadt bewilligte im Jahre 1895 den Bau eines neuen Schulgebäudes.

III. Die erste Jahrhunderthälfte

 

Zur grundsätzlichen strukturalen Änderung kam es im Schuljahr 1900/1901. Aus den 3 Jahrgängen wurden 4 und die Schule hatte von nun an die
Bezeichnung - „Aussiger Handelsakademie“

Diese Regelung nach der Schulordnung, die erste in ganz Österreich-Ungarn war jetzt ausschlaggebend für die ganze Monarchie. Sie bildete in der Folgezeit geradezu
ein Muster für neu zu errichtende Handelslehranstalten in Österreich.

 

Die Schüler durften zum Beispiel weder in eine politische Partei noch Verein eintreten. Auch die verschiedenen gesellschaftlichen Anlässe wie Theater, 
Konzerte, Büchereibesuch, Restaurantessen  waren ganz genau einzuhalten und wurden von den Professoren kontrolliert.

 

Trotz allen Vorschriften gab es ein spontanes gesellschaftliches Leben. Theaterbesuche gehörten wie in der Vorkriegszeit, so auch später zur Freizeitgestaltung der AKA Studenten.

Bestimmt können sich noch viele ehemalige Schüler an ihre ersten Theatererlebnisse genau erinnern. Bis heute noch(!) gibt es welche,
die auf Grund mangelnder Finanzverhältnisse die „Stehplätze“ benützten um die Theaterveranstaltungen besuchen zu können.
Zur definitiven Schließung des Aussiger Stadttheaters kam es im Herbst 1944, zur selben Zeit wie die AKA (Jg. 1928).

 

Unter den Studenten wurde als Gruß das allgemein bekannte  Wort „Servus“ verwendet. Im Studenten Jargon  dann die Abkürzung  „Seas“. Dazu die Randbemerkung:
Bis heute noch verwende ich bei meinen medialen Kontakten – „Servus“. Bekannt auch  aus dem Schlagertext: “Servus Du, flüstert sie ganz leise, Servus du, ich hatte Dich so lieb“,
oder „Sag beim Abschied leise Servus, nicht Leb wohl und nicht Ade, diese Worte tun nur weh“.

Jetzt erinnere ich mich noch an einen linguistischen Ausdruck in unserer damalige Schulzeit, welcher bis heute noch von den Aussigern verwendet wird:
Also „No“ (Wird auch mehrmals wiederholt). Der Selbstlaut wird kurz ausgesprochen. Die Bedeutung – ist JA d.h. Einverständnis zu jedem angesprochenen Gesprächsthema.
Die Franzosen bringt es immer durcheinander und aus der Fassung, denn „non“ bedeutet doch NEIN.

 

Die Studenten waren verpflichtet eine grüne Schildmütze zu tragen - mit dem Merkurstockschild. Wer diese Anordnungen der Schulordnung nicht befolgte musste mit einem Disziplinierverfahren rechnen..
Im schlimmsten Fall konnte eine kurze Schul Haft  beantragt werden oder ein Ausschluss aus der Schulanstalt.

 

Nach über 40 Jahren nach meiner „Nebelaktion“ in der WO  am 4. Feber 1944 wurde auch ich damals wegen Antikriegsmoral mit dem Antrag eines Ausschlusses
aus der Wirtschaftsoberschule bestraft. Ja, Ordnung musste eingehalten werden, besonders wenn sie die Kriegsmoral beeinträchtigte, dazu bekam ich noch vom
Klassenvorstand Dr. Harald Maschek zwei Watschen d.h. im Hochdeutsch -  Ohrfeigen.

 

Ich möchte diesbezüglich noch folgendes Ereignis erwähnen. Ich befand mich damals im Aussiger Krankenhaus mit Diphtheriediagnose. Unser Studienrat Dr. Schaffer schrieb einen Brief an meine Mutter.
Sie besuchte die AKA und der Studienrat fragte meine Mutter, ob sie seinen Brief erhalten habe. Ihre Antwort war nein, – also hat den Brief ihr Sohn unterschlagen.
So gehen wir zu dem Dirktor Dr. Menzel. Meine Mutter hatte Angstvorstellungen. Und da geschah es: Dr. Menzel sprach beide an: „Ich habe diesen Brief nicht abgeschickt,
Ihr Mann ist in den Diensten der Wehrmacht und sie Frau Adamec sind ebenfalls im Arbeitsverhältnis und müssen sich um den Haushalt kümmern.“

Diese Begebenheit erzählte mir oft meine Mama immer mit Tränen in den Augen

Unsern AKA Direktor und Geschichtslehrer Dr. Rudolf Menzel dürfen wir nie vergessen. Sein deutschliberal geprägtes Leben endete grausam 1945 im Internierungslager in Lerchenfeld.

 

In den Jahren 1904/1905 übersiedelte die Schule in das für uns alle bekannte Schulgebäude in der Schmeykalstraße.

Das neue Gebäude der Handelsakademie hatte ebenfalls eine Bedeutung als Geldanstalt in unserer Stadt. Im Jahre 1905 übersiedelte die Aussiger Städtische Sparkasse aus dem
alten Haus am Marktplatz NC 2 (Haus zur Krone) in das Gebäude der Handelsakademie in der Schmeykalstrasse, wo sie die Geschäftsräume im Erdgeschoss inne hatte.
Zu Anfang des ersten Weltkrieges verursachte die Sorge um die Spareinlagen so manche kleine Sparer ihre Gelder aus der Sparkasse herauszunehmen, so dass es zu
einem Sturm auf die Aussiger Sparkasse kam.

Dieselbe Situation erlebte die Aussiger Sparkasse im Erdgeschoss anlässlich der Mobilisierung im Mai 1938 mit einem Ansturm der Einleger, mehr noch aber
in den kritischen Septembertagen wo Juden, Tschechen und deren Gesinnungsgenossen ihre Spareinlagen beheben wollten. Die Sparkassenzeit in der AKA endete
nach 34 Jahren und fand ihr Heim in der neuen Aussiger Sparkasse, den 29.Oktober 1939 am Marktplatz.

 

Im Erdgeschoss befand sich danach das Direktorium und das Schulsekretariat. Heute gibt es hier Umkleideräume für Studenten und weitere Schulräume.
Außer das mit Säulen ausgestatteten Sparkasseninterieur ist nichts übrig geblieben – aber doch etwas aus dieser historischen Zeit: Der Sparkassentresor.

 

Das Gebäude blieb nach der Bombardierung der Stadt 1945 erhalten und dient bis heute seinem Zweck.

Damals / 1905 wurde für die Absolventen der Bürgerschulen ein einjähriger Kurs eingeführt, ebenfalls nach der Feminisierung der Büroadministration, Einführung
einer „Zweitklassigen Aussiger Handelsschule für Mädchen“.  (In der Beilage findet der Leser das Abschlusszeugnis meiner Mutter aus dem Jahre 1921)
ein noch vom Direktor Max Wolfrum unterzeichneter „Ausweis über den Unterrichtserfolg“ ist die „Kaufmännische Fortbildungsschule in Aussig“ angeführt.
Max Wolfrum kam aus Olmütz, er war dort Professor der Handelsakademie. Er führte die Schule 25 Jahre: Von 1902-1927.

 

Die einzelnen Unterrichtsgegenstände waren damals:

Sitten

Schulbesuch

Deutsche Sprache als Unterrichtssprache

Rechnen

Handels und Wechselkunde

Buchhaltung

Korrespondenz und Kontorarbeiten

Geografie und Bürgerkunde

Schönschreiben

Äußere Form der schriftlichen Arbeiten

Stenografie.

 

Die stetig wachsende Schülerzahl machte eine Erweiterung der Schulräume notwendig. Im Schuljahre 1918/1919 erreichte die Anstalt mit 1438 Schülern in 29 Klassen ihren Höchststand.

 

Auch nach dem ersten Weltkrieg und der Entstehung der selbstständigen Tschechoslowakischen Republik galt die Schule weiterhin zu den Besten und wurde von Studenten außer
Deutschen auch von Tschechen, Österreichern, Ungarn besucht. Auch gab es Jugoslawen, Syrier, Amerikaner und Russen. Aussig hatte eine größere Anzahl bedeutender
jüdischer Geschäftsleute, Ärzte, Rechtsanwälte. Auch diese ließen ihre Kinder auf der  AKA studieren.

 

Anfang der zwanziger Jahre entstand ebenfalls neben der zweitklassigen Mädchen – auch die Knaben Handelsschule, ohne Abitur, welche im Nebengebäude untergebracht wurde.

Dann trat infolge der Entstehung weiterer Handelsakademien ein Rückgang ein. Doch gehörte die Anstalt 1928/1929 noch mit 870 Schülern in 26 Klassen nach wie vor mit
30 Lehrkräften zu den besuchten Handelslehranstalten in der ČSR. 

 

In den 20. Jahren war es üblich Kinder deutscher Eltern ins „Innere“ auf „Tausch“ in tschechische Familien zu geben um tschechisch zu lernen. Umgekehrt kamen tschechische
Jungen und Mädels ins deutsche Sprachgebiet um deutsch zu lernen. Viele von den Schülern der AKA in der Vorkriegszeit können sich an diese Jugenderlebnisse erinnern und
dieser „Handel“ war auch Bestandteil einer liberalen  und weltoffenen Erziehung. Schließlich waren in der  Monarchie die zwei Landessprachen eine normale Angelegenheit.
In einigen bürgerlichen deutschen Familien beschäftigte man tschechische Köchinnen und Kindermädchen, damit die Kinder Kontakt mit der tschechischen Sprache hatten.

 

Ebenfalls die Vision eines multinationalen Staatsgebildes auf dem Gebiet der ČSR war eine konkrete Tatsache, welche die Studenten in die AKA mit brachte.
Auch diese Umstände prägten die allgemeine Popularität der Aussiger Handelsakademie und die Studenten waren stolz auf ein weltoffenes Seinswesen.

 

Im Jahre 1927 trat der Direktor Max Wolfrum in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde ab 1. Juli 1927  Leopold Zeidler, welcher schon seit 1906/1907 an der Anstalt
als Lehrer gewirkt hatte. Unter seiner Leitung entwickelte sich die AKA noch weiter. Das einstige Übungskontor wurde durch einen Büromaschinensaal ersetzt,
der neben vielen verschiedenen Buchhaltungs- und Rechenmaschinen, mit 40 damals modernen Schreibmaschinen, Vervielfältigungs- und Kopiermaschinen ausgestattet worden war.
Eine von diesen Schreibmaschinen hat die Zeitumstände überlebt und bleibt als AKA-Reliquie erhalten.

 

So war das Leben und die Zeit damals in der zweiten Hälfte der 20ger Jahre. Alle in dieser Zeitepoche wussten noch nichts vom Fernsehen und den handys, noch vor der Erfindung
des Penicilins, der Tiefkühlkost, des Kunststoffes, es gab keine Kontaktlinsen, Xerox – und die Pille nicht. Es gab keine Geschirrspülmaschinen, Wäschetrockner, Klimaanlagen,
Last – Minute- Flüge und der Mensch war noch nicht auf dem Mond gelandet.

 

Und doch, die Studenten und ihre Professoren lebten auch aus  heutiger Sicht ein  zufriedenes Leben und hatten keine Ahnung, was die ganze weitere Entwicklung bringen wird,
was alles sie dann später über sich ergehen lassen mussten !!!

 

Als Direktor der Handelsakademie wirkte er bis 1940, als die Anstalt in eine „Wirtschaftsoberschule“ umbenannt wurde. (Die Handelsschule wurde Wirtschaftschule genannt)

 

Sein Nachfolger wurde der uns bekannte

Prof. Dr. Rudolf Menzel, der dem gleichen Lehrkörper angehörte. Prof. Dr. Menzel war ein geistig hervorragender Mensch, der bei verschiedenen Feiern die „gestaltenden Worte“
sprach, wurde 1945 verhaftet und starb bereits am 30. Juli 1945 an Entkräftung im Lager Lerchenfeld.

 

Die Aussiger Handelsakademie, die im Schuljahr 1938/1939 mit vier Klassen, jede dreifach parallel 530 Schüler zählte, zu den noch 51 im Abiturientenkurs und 248 in der
zweitklassigen Handelsschule für Knaben und Mädchen kamen, zusammen 829, wurde in eine Wirtschaftsoberschule umgewandelt.

 

Nach 1938 blieb die Struktur der Schule erhalten, selbstverständlich mit einem neuen Lehrplan, wie aus unseren damaligen Zeugnissen  vom 13. Juli 1944 zu entnehmen ist:

Leibeserziehung

Deutsche Sprache

Allgemeine und Wirtschaftgeschichte

Wirtschaftliche Erdkunde

Englische Sprache

Französische oder tschechische Sprache (wahlfrei)

Chemie und chemische Technologie

Mathematik

Schriftverkehr

Buchhaltung

Betriebswirtschaftslehre

Rechnen

Stenografie

IV. Ein Intermezzo

Viele von uns können sich  bestimmt noch an diese Schulzeit im Dritten Reich erinnern und sollten ihre persönlichen Erinnerungen schriftlich festhalten. Zum Beispiel besuchten die Schule Kinder von dageblieben Tschechen mit Grundschulausbildung in tschechischer Sprache. Für diese Studenten eine komplizierte Zeit. Erst Monate später konsolidierte sich das gegenseitige Benehmen der Mitschüler und Professoren zu einem normalen Niveau.

In der Rückschau der Studenten war die Schulzeit in der AKA trotz der oft bedrückenden Umstände doch eine glückliche Zeit. Ja, Unterrichtsmittel waren bei damaligen Schülern, Schulbücher und Hefte, Federmöppchen und im Mathematik- und Zeichenunterricht benötigtes „Reißzeug“, Zirkel, Winkelmesser, die Reißfeder zum Linienziehen mit Tusche, Lineal, Dreieck und selbstverständlich Bleistifte und Bleistiftspitzer, Kugelschreiber kannte man noch nicht.

Zur Ausstattung der Klassenzimmer gehörten außer der Wandtafel mit Kreide, Schwamm und Lappen auch einTafellineal und ein großes Dreieck. Zum Mobiliar der Klassenräume gehörte auch ein Spucknappel. Im Geschichts- und Geografieunterricht wurden auch Wandkarten verwendet, die der Professor meist aus dem Lehrerzimmer, wo sie aufbewahrt wurden, mitbrachte, oder von dazu bestimmten Schülern abholen ließ. Man nannte ihn „Kartenholer“.

Im Gegensatz zu den anderen Mittelschulen – Oberschulen in Aussig (Oberrealschule, Gymnasium, Oberschule für Mädchen) waren die Klassen der Handelsakademie (WOS) Geschlechter vermischt. Dies hatte besondere psychologische Auswirkungen auf Leistung, Wettbewerb, erste Liebe.

 

Die jüngeren Professoren/Studienräte wie man sie damals betitelte waren im Kriegseinsatz. Es kamen ältere, schon pensionierte Lehrkräfte. Zu Beginn des Unterrichtes  grüßten sie mit „deutschen Gruß“ und auch wir streckten unsere Hände, das war im täglichen Leben damals üblich.

 

Es gab in dieser Zeit, eigentlich wie immer verschiedene Menschentypen, einige von ihnen unter der Naziideologie, einige noch mit anderen liberalen und toleranten  Ansichten und empathischen Lebenseinstellungen.

 

Besonders kurz nach der „Befreiung“ präsentierte sich die damalige Gedankenwelt der einzelnen Professoren, aber auch der Mitschüler zu ganz konkreten Verhalten, welche sich später normalisierte. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendein Lehrer versucht hatte, uns politisch zu beeinflussen. Diese Beeinflussung geschah durch Radio, Kino, Zeitschriften.

 

So manche Nacht verbrachten wir im Dienst in den Luftschutzkellern gegenüber im Cafe Savoy.

Luftschutzwachen gab es in der Nacht. Die Wach- und Schlafräume lagen im Hochparterre neben dem Schuleingang. Bei Ertönen des Voralarms konnten die von einer Dienststelle
in der neuen Sparkasse am Marktplatz eingeteilten  Melder den Unterricht verlassen. Natürlich haben Jungs auf diese Gelegenheit gewartet, um manchen unbeliebten Unterricht zu umgehen.

Der Luftschutzkeller der AKA war im Bräuhauskeller. Immer waren auch Studienräte mit anwesend und viel wurde diskutiert und erweiterten unsere Denkweise und Horizonte.
Luftschutzübungen im alten AKA-Gebäude in der Schmeykalstrasse: Mit Wassereimer, Feuerklatsche, Handpumpe.

 

Nicht zu vergessen war unser angestrebtes Leibeserziehungsengagement im Rahmen des Schulunterrichtes, aber auch in der HJ und BdM. Als Studenten der AKA mussten nach Schuleintritt alle Mitglieder werden. Diese Tatsache dokumentieren, die im Stadtarchiv erhaltenen Klassenverzeichnisse der Studenten in den einzelnen Unterrichtsjahren.
Diese Angelegenheit konzentrierte sich vorwiegend auf Freizeitgestaltung als solche. Da gab es immer Wettkämpfe, Trainiert wurde auf der nahen Spielwiese in  Lerchenfeld, welche in den 50 Jahren total verbaut wurde. Ich selbst wohne in diesem neu entstandenen Wohngebiet schon über 55 Jahre

 

Die Grenze zwischen dem Sportplatz und der Spielwiese bildete eine Lindenbaumallee, welche teilweise noch erhalten blieb. Es war ein durchaus üblicher Begriff –
das Freizeittraining am Samstagnachmittag auf der Lerchenfelder Spielwiese.

 

Schwimmwettkämpfe wurden damals im sehr modernen großzügigen Hallenbad in Schreckenstein durchgeführt, für uns als Schichtbad bekannt. Heute ist das Hallenbad im totalen verwüsteten Zustand.

 

Skiwettbewerbe und Skikurse im Erz- oder Riesengebirge wurden organisiert. Trainiert wurde auf der „Trottelwiese“ in Adolfsgrün. Dorthin führte der Weg von der
Straßenbahnendstation No 1 beim Bahnhof in Tellnitz. Wir benützten unsere Ahornbretteln mit Huttfeldbindung. Dazu brauchte man spezielle Skischuhe mit einem beschlagenen Vierkantenprofil aus Messing. Einige von uns hatten schon damals die Kandaharbindung.  Die früher geborenen können sich bestimmt noch an die beim Skilauf gebrauchten Ausdrücke:
Telemark (früher üblicher Bremsschwung), Kristiana (üblicher Querschwung), Reißer (nötiges Stehenbleiben) und Schneepflug (zum langsam fahren) erinnern. Skilifte oder ähnliches gab es damals auch noch  nicht.

 

Ebenfalls Aussiger Rudervereine mit ihren Zweiern, Vierern oder sogar Achtern in den Wannower Bootshäusern  standen uns zur Verfügung. Die abgefahrenen Kilometer mussten im „Ruderbuch“ eingetragen werden, welches sich im Klubraum befand. Viele von unseren Mitschülern waren damals begeisterte Ruderer in den existierenden
Ruderorganisationen des deutschen Turnvereins, des Rudervereins und dem „Aussiger Ruderklub“. Einer eigenen AKA Ruderriege standen 3 Boote zur sportlichen Betätigung zur Verfügung. Auch heute noch erinnere ich mich an diese Zeit im Vierer Boot mit Steuermann.

 

Nicht zu vergessen, die uns ermöglichten Tennisaktivitäten. Es sollen in unserer Vaterstadt 65 Tenniskurte gewesen sein mit dem LTC 1905 auf der Ferdinandshöhe und in Wannow.

 

Das Elbetal mit seinen prachtvollen Uferbergen gab Anreiz zu Wanderungen in die Natur, wobei auch die Schule selbst Wanderfahrten und Ausflüge veranstaltete.

 

Die Kriegszustände beschatteten unser Studium. Dauernd wurden wir mit den Realitäten dieser Zeit konfrontiert. Es war nicht einfach, die meisten unserer Väter waren an der
Front, unsere Mütter  ebenfalls im Kriegeinsatz mussten sich allein um die Haushalte kümmern und um die Kinder sorgen.

 

Im Herbst 1944 kam es zur teilweisen Schließung der älteren Jahrgangsklassen. Die Jungen und Mädchen waren im Arbeitseinsatz oder wurden zum „RAD im Kriegseinsatz einberufen“.
Einige von den Mädels aus unserer Klasse wurden als Luftwaffenhelferinnen in die Gauhauptstadt Reichenberg berufen. Die Schicksale dieser Zeit wurden von Edith Pohl in dem schon
im AB veröffentlichen Gedicht beschrieben.

Diesbezüglich noch eine Angabe-Bezeichnung der Einflugschleusen für Fliegerangriffe in Richtung Aussig, also eine Landkartenaufteilung in Planquadrate. Unsere Stadt Aussig war
im Fadenkreuz mit der Bezeichnung OTTO IDA 2 Aussig angeführt. Auch diese Angelegenheit sollte in der AKA – Geschichte für die Nachkommen erhalten bleiben !!!
(Nach einer Schilderung der AB-Abonnentin Elli Schuhpanz, geborene Frisch aus Türmitz, jetzt wohnhaft in Gilching.)

 

Im April 1945  endete dann die Städtische Aussiger Handelsakademie- unsere liebe unvergessliche AKA.

Das Schulgebäude wurde als Kaserne einer Fernschreibeabteilung der Wehrmacht verwendet und nach dem 8. Mai 1945 blieb unsere Schule in einem desolaten Zustand
im ausgebombten Umfeld. Mit diesen Ereignissen endete die Geschichte und das Schicksal einer deutschen Schule im Böhmerland.

 

Von jeher war die Schule deutschsprachig und wurde durch die tschechoslowakische Regierung nach dem ersten Weltkrieg als solche auch nicht in Frage gestellt.
Sie war wohl auch irgendwie deutsch-national. Aber wohl eher im Sinne einer liberal- demokratischen Tradition der Revolution von 1848 !

 

Wir, die Studenten, Jungen und Mädels der AKA mussten alle die konfliktreiche Nachkriegszeit überstehen. Viele von uns verloren mit ihren Familien ihre Heimat,
einige kehrten aus den Fronteinsätzen nicht mehr zurück oder blieben in den zerbombten und besetzten Militärzonen der übrig gebliebenen neu entstandenen  Staatsgrenzen.
Einige verblieben mit dem Kainsmal in einem anderen Umfeld und anderen Menschen.

 

Viele von unseren Mitschülern und Mitschülerinnen sind leider schon in „einem Licht, welches nicht mehr erlischt“. Wenn ich jetzt meine AKA Historie schreibe - 
mich  erinnere. „Und nun sind sie wieder da, sind mir gegenwärtig als stille Teilhaber meines Lebens“

V. Die zweite Jahrhunderthälfte

 

Jetzt stehe ich an der Schwelle der zweiten Epoche der ehemaligen Handelsakademie. Beide Gebäude, die Handelsakademie und die Handelsschule in der Schmeykalstrasse,
jetzt nennt man sie Pařížská, also die Pariser Strasse, blieb nach dem Bombardement unserer Vaterstadt erhalten. Die Schulräume und Gänge standen leer und verlassen nur mit
unseren nicht wiederholbaren Werterinnerungen an viele, die hier ein und aus gingen und gemeinsam die schon vergangenen Zeitepochen mit einander erlebten.

  

Der zweite Weltkrieg in Aussig endete mit einem allgemeinen Chaos nach zwei Bombardements  durch amerikanische Flugzeuge im Frühjahr 1945. Die Eisenbahnbrücke war teilweise
zerstört und die „Oster“ mit dem uns allen bekannten Elysiumkino am Bielaufer von der Oberfläche verschwunden.  Ganze Häuserblöcke um die Stadtkirche waren beschädigt, selbst der
Kirchturm musste sofort gestützt werden um nicht umzustürzen und so viele andere uns bekannte Gebäude wie die Resource am Materniplatz / im Krieg Langemarkplatz und  die Lesehalle,
das Gemeindeamt in der Großen Wallstrasse waren total beschädigt.

Genauso wie das im Stadtzentrum gelegene „Invalidenkino“ in welchem die ersten Tonfilme vorgeführt werden konnten. In der Stummfilmzeit davor spielten Musiker. D.h. ein Geiger mit
Klavierbegleitung zur Filmvorführung. Auch meine lieben Eltern waren damals im Türmitzer Reichshofkino aktiv mit dabei. Beim Bombardement fiel auch die bekannte Pflimfelgastwirschft
„Zum Weißen Rössel“ gegenüber der Stadtkirche zum Opfer.

 

Überall waren gefangene deutsche Soldaten und deutsche Bürger mit den vorgeschrieben weißen Armbinden vor Ort um wenigstens die Straßen wieder befahrbar zu machen, Pyrotechniker
mussten Blindgänger beseitigen, viele von  unseren toten Mitbürgern mussten beerdigt werden.

Die Stadt war von sowjetischen Soldaten besetzt.  In den Fabriken, Kohlenschächten, Elektrizitäts- und Gaswerken musste unter den neuen Bedingungen die Erzeugung neu organisiert werden.
Gleichzeitig die notwendige Betriebaufnahme der Eisenbahnen und der städtischen Straßenbahn.

 

Die rationierte Verpflegung der Bevölkerung musste sichergestellt werden. Die deutschen  Bürger bekamen mindere Zuteilungen. Gleich nach Kriegsende kam die Ausweisung der Altreichsbürger
und die mit ihren Trecks angekommen Bürger aus den schon im Krieg besetzen   Ostgebieten - Ostpreußen,  Pommern,  Schlesien usw.. Die wilde Vertreibung – und die Ankunft von Neuankömmlingen 
aus den inländischen Gebieten Böhmens, Mährens, der Slowakei und aus den slowakisch-ungarischen Randgebieten.

 

Die oben angeführten Umstände und neue Lebensbedingungen erforderten ebenfalls die Sicherstellung des neuen Schulunterrichtes in tschechischer Sprache für das neue Schuljahr 1945/1946.

 

Und das galt auch für die Weiterführung der Handelsakademie. Auf Grund einer Entscheidung des Schulministeriums galt es zwei Klassen des 4 jährigen Studiums und eine Klasse des zweijährigen
Studiums ins Leben zu rufen.

 

Nach dem Krieg sollte die tschechische Handelsakademie in dem Gebäude der ehemaligen deutschen Handelsakademie in der Pariser Strasse untergebracht werden, welche jedoch zu Kriegsende
anderen Zwecken diente. Im älteren Nebengebäude war im Erdgeschoß und ersten Stockwerk die Stadtfeuerwehr. Im zweiten Stock waren deutsche Bücher der vertriebenen deutschen Bürger deponiert.

Das neue Gebäude diente zu Kriegsende als Notkaserne der deutschen Wehrmacht und im dritten Stock war ein militärisches Telekommunikationszentrum. Nach der Flucht der WM Angehörigen
besetzte die Räume eine sowjetische- und danach eine tschechische Einheit.

 

Was fanden die neuen Lehrkräfte vor? Verlassene Schulräume mit Soldatenbetten und Matratzen, unendlicher Abfall und zurückgelassen Soldatenuniformen, überall Ratten und Ungeziefer.
An den Türen fehlten Türklinken und Schlösser, zerbrochene Fensterscheiben und Fensterrahmen. Von der Schuleinrichtung blieb nur das Direktorat unversehrt, ebenfalls die
Schul - und Schülerbibliothek und Trümmer des geografischen und Chemie Labors.

Das Gebäude stand weiter immer offen und diente der kurzfristigen Unterbringung von „Repatrianten“ aus dem Reich. Auch einige Italiener und Franzosen waren anwesend.
Unter diesen katastrophalen Bedingungen war der  Unterricht unmöglich. Der Schulanfang fand aus diesen Gründen in der Bürgerschule am Richard Wagner- Platz statt.
Auf Regierungsaufforderung meldeten sich die ersten tschechischen Lehrkräfte aus verschiednen Schulen und ein Schulwart.

 

An der Spitze, des aus 7 Mitgliedern entstandenen tschechischen Lehrkörpers stand Ing. Emil Livečka.

 

Weitere Direktoren in der Nachkriegszeit:

Rudolf Pokorný, Die tschechischen Studenten nannten ihn “Der schöne Rudi“

Ing. Josef Vrátný ( er nannte mich immer:“Der, aus Stalingrad“) Ich hatte ein gutes persönliches Verhältnis zu ihm auch noch, als er pensioniert war.

Dr. Bohumil Žižkovský, er unterschrieb mir mein Maturazeugnis im Jahre 1959.

Ing. Eva Vorečková,

Paed. Dr. Marie Tomčová

 

Die ersten Schüler beendeten die Bürgerschule und das Gymnasium, viele von ihnen waren Handwerker oder kamen aus dem Kriegsarbeitseinsatz. Zu dieser Zeit herrschte Lebensmittel - 
und Rohstoffmangel, es gab keine tschechischen Lehrbücher. Diese brachten nur die neuen Lehrer mit. Als Unterkunft benutzten die ersten Studenten Schulräume oder wohnten bei den noch
dagebliebnen deutschen Familien.

Unter der Leitung des letzten noch  nicht vertriebenen deutschen Professors war eine Aufräumungsgruppe von Schülern im Einsatz.

 

Die größten Probleme bestanden im Materialmangel. Endlich nach Desinfektion  und notwendigen Aktivitäten von Elektroinstallateuren, Glasern,
Tischlern und Maurern kamen die Zimmermaler  an die Reihe.

Endlich am 11. Dezember brachten die Studenten die Schulbänke in die Klassenzimmer der ehemaligen AKA in die Pariser Straße. Ebenfalls das Direktorat,  das Lehrerzimmer
und die Kanzlei konnte im Erdgeschoss untergebracht werden.

 

Zwei lange Jahre vergingen, bis alles wieder an seinem Ort war.  Zu Ende des Schuljahres 1946/1947 waren schon über 5000 Bücher im Besitz der Schulbibliothek,
in der Schülerbücherei dann 1200.
Die Schule wurde mit Schreibmaschinen und anderem Hilfsmaterial ausgestattet.

In einem relativ kurzen Zeitabschnitt war die Handelsakademie im Vergleich mit anderen Schulen diesbezüglich  auf perfektem Niveau.

 

In der Stadt verschwanden Müll und Baumaterial, die Versorgung der Einwohner stabilisierte sich, die Schüler erhielten Milch zum Frühstück.

 

Im weiteren Zeitverlauf vergrößerte sich die Lehrerschaft mit höherem fachkundigem Niveau.

 

Grundsätzliche Änderungen brachte der kommunistische Umsturz im Feber 1948, selbstverständlich mit ideologischen Eingriffen in das Schulsystem. In der Zeit des totalen
kommunistischen  Regimes mussten viele Pädagogen aus politischen Gründen die Schule  verlassen.

Die ideologischen und politischen Eingriffe in das ganze Schulsystem verlangten sowohl von den Pädagogen, als auch von den Studenten die notwendige Anpassung in
die neu entstandenen gesellschaftlichen Verhältnisse.

 

Die Lehrfächer aus dieser zeit 1958/1959:

Tschechische Sprache

Russische Sprache

Geschichte

Mathematik

Chemie

Physik

Finanz und Kreditwesen

Technik und Methodik der Planung

Ökonomie und Leitung wirtschaftlicher Organisationen

Buchhaltung

Statistik

Tschechoslowakisches Recht.

 

In den 50/60 Jahren hieß die Lehranstalt -  Ökonomische Mittelschule. Es war eine Zeit, in welcher man die politische Arbeit der Schule bevorzugte. Und das begann schon mit aktuellen
propagandistischen Ausschmückungen im Schulgebäude „Zehnminuten Appelle“ mit ideologischen Zielen in den einzelnen Unterrichtsstunden, Mitbeteiligung an politischen Schulungen sowie
Teilnahmen in landwirtschaftlichen Einsätzen bei der Kartoffel -  Rüben- und Hopfenernte und weiteren Aktivitäten.

 

Noch eine konkrete Begebenheit aus dieser Zeit der kommunistischen Ära.  Jede Zeitepoche brachte eben den Studenten auch Sorgenwolken mit auf den AKA Weg. Der Jahrgang 1950-1954:
Zu ende der dritten Klasse stellte der damalige Direktor folgende Bedingung für das Abitur: Entweder ihr nimmt an einem Einsatz in der Jugendbrigade / Stavba mládeže in Brüx teil,
oder wir lassen euch nicht zum Abitur. Es handelte sich um den Häuserbau in der Wohnsiedlung – Saazer Straße in Brüx.

Diese Begebenheit war typisch für diese Zeit, genauso  wie die oben angeführten verschiedenen Brigaden in der Landwirtschaft.

 

Erst  die, von den meisten Professoren und Studenten angestrebte „samtene Revolution 1989“ brachte wieder eine Öffnung nach außen z.B. Neugestaltung der Unterrichtes,
eine notwendige Anpassung an die Bedürfnisse der freien Marktwirtschaft. Ein neuer Akzent waren die daraus entstandenen Sprachkenntnisse und ein wieder Erleben der Kontakte zu anderen
Wirtschaftsmittelschulen im Inn -  und Ausland.

VI – Ein Intermezzo aus dieser Zeitepoche

 

In die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gehören  nicht nur die Fortsetzungen historischer Begebenheiten der Aussiger Handelsakademie in den neuentstandenen Zeitumständen –
es sind auch die unvergesslichen Erinnerungen der Studenten aus der ersten Jahrhunderthälfte.

Da gab es organisierte Begegnungen der AKA Schüler aus den 20. ,30. und 40. Jahren, welche nach 1945 nach der Vertreibung oder anderen Zusammenhängen ein neues Domizil 
in einem anderen Umfeld  erlebten.

 

Die Treffen der Studenten mit den gemeinsamen Erlebnissen.

Es ist ein Glück für Alle von damals, dass es den Zauberstab der Erinnerungen gibt: Ein Wort Hokuspokus – und dann schon – „Weste noch? Weste noch?“

 

Glücklicherweise wurden diese Nachkriegszusammenkünfte auch manchmal schriftlich belegt. Ja, wo sind sie geblieben - und wer soll /kann nach darüber reden – schreiben?

 

Viele dieser subjektiven Erlebnisse erfuhr ich nach meiner Veröffentlichung meiner AKA story in den „Heimatfreunden Aussig“ (Internet) im März 2011 und im
„Aussiger Boten“ in drei Fortsetzungen. Wir alle wissen doch auch, dass die Folgegenerationen schon weniger Interesse zeigen, sich mit diesen Schilderungen bekannt zu machen. Sie haben und müssen andere Probleme
lösen um den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden. Trotz all dieser Tatsachen bin ich der Auffassung, wenn diese Beiträge nicht erhalten bleiben, sind sie dann in
alle Ewigkeit im Nebel des Vergessens entschwunden.
 

Also hört zu! Die ehemalige Schülerin Gretl Dieze, geborene Pöschel jetzt in Traunreuth unternahm einen Ausflug in die Vergangenheit – in das Jahr 1936 im welchen die AKA
am 17. und 18. Oktober 1936 ihr 50 jähriges Jubiläum feierte (Text AB August 1982). Erst vor kurzem erhielt ich einen sehr interessanten Überblick:
50 Jahre Aussiger Handelsakademie 1886-1936 als Selbstverlag der Anstalt

„Am 17. und 18. Oktober 1936 war jedenfalls 50 jähriges Jubiläum der AHA. Am Samstag, dem 17.10.  entfiel im Hinblick auf das Fest der Unterricht, was für uns
„Noch Schüler“ (Ich war damals in der 3. Klasse der Handelsakademie)  natürlich enorm wichtig war. Ebenso die Tatsache, dass wir an den beiden Festtagen kostenlos
alle Linien der Aussiger Straßenbahn benützen durften.
 

Für die Absolventen der Anstalt war am Samstagnachmittag in der Kurzweilmühle (Gartenrestaurant in Bokau) ein großes Treffen. Statt der erwarteten  höchstens 1000 sind
mehr als 2000 Personen gekommen.

Am Abend war dann im Stadttheater eine Festaufführung der

„Fledermaus“ von Johann Strauß. Nach der Ouvertüre folgte ein vom Mitglied des Stadttheaters,  Hermann Schindler vortrefflich wiedergegebener „Vorspruch“, verfasst von Prof. Gustav Lassika.

Der Sonntag wurde hauptsächlich für Ausflüge in die herrliche Umgebung von Aussig benutzt (natürlich mit der Straßenbahn).

Und hier der Vorspruch:
 

VORSPRUCH

Bevor der Vorhang sich zum Spiel des Festes hebt,

erlaubt, dass ich eines Auftrags mich entled´ge.

Ich soll Euch grüßen, soll herzlich Euch willkommen heißen,-

Ein seltsam Publikum füllt heute dieses Haus,

Zwar seh ich jung and alt, seh Mann und Frau

In festlich feierlicher Art dem Spiele harren.

Das ist nicht Neues in diesem Haus,

doch eines ist heut anders, dass alle,

ob sie nun Freund, ob fremd sich sind,

von einem unsichtbaren Band umschlungen sind,

Ihr alle kamt vom gleichen Ursprung,

kamt von gleicher Schule her.

Wenn Ihr in diesen Tagen wiederum die Schritte

zur alten Bildungsstätte lenkt,

wenn Ihr die alten Räume wiederseht,

wird mancher an der Ecke einer Bank

versonnen lächelnd stehen bleiben

und denken: „Ja hier saß ich, lang ist´s her…“

Ein andrer wird dann leise sagen:

„Weißt Du noch, wie…“ – „Erinnerst Du dich noch?“

Und aus der Ferne steigt der Jugend Lust und Leid.

Und aus dem Lächeln wird ein heitres Lachen

und plötzlich schallt dann übermütiger Jugendlärm

durch die stillen Räume aus märchenhafter, ferner Zeit…

Wisst Ihr es nun, von wem, ich Auftrag hatte, Euch zu grüßen?

Die Jugend, Eure eigne Jugend

heißt Euch willkommen  und wendet Euren Blick zurück.

Dann wird Euch ins Bewusstsein kommen,

dass Ihr aus einer Quelle stammt,

dass Ihr ein Strom des gleichen Ursprungs seid.

Zwar nur ein Tropfen ist der Einzelne,

doch  Tausende vereint sind eine Kraft.

Nicht immer lieblich war des Stromes Lauf,

nicht immer blühen Blumen an den Ufern.

Gar oft ging´s über Klippen und Gestein

Und viele Tropfen sind in den Katarakten jäh zerschellt,

und in dem heißen Sand der Wüsten drohte der Strom gar zu versiegen.

Gar manche sind nicht mehr,

sie sind verschollen und gestorben

und kühler Rasen deckt ihr frühes Grab…

Was wird die Zukunft bringen?

Fließt der Strom durch neues lachendes Gefild,

stehn neue Klippen, neue Wüstem hemmend ihm im Weg?

Wir wissen´s nicht !

Doch eines wissen wir:

„Die Quelle rauscht!“

Ein halb´ Jahrhundert spendete sie Leben,

sie wird in Zukunft auch mit frischer Kraft den Strom erneuern,

auf das er seine Pflicht genügen kann,

zu schaffen an dem großen Werk,

befruchtend ödes Land zum Paradies zu wandeln,

zu dienen einem nur:

Dem Fortschritt der Kultur der Menschheit!

Und nun, um Eurem Feste frohen Glanz zu geben,

erlaubet, dass wir mit dem Spiel beginnen.

 

Hat der kleine Ausflug in die Vergangenheit ein bisschen Spaß gemacht?

 

Auch die anderen Autoren der verschiedenen veröffentlichten Beiträge sollten wir nicht vergessen wie z.B.

Rudolf Kostka

Gretl Dieze

Helmut Hoffmann

Liesl Bschoch

Ernst Kerschner

Ferdinand Flügel

Karl Czermak

Josef Pischel

und viele  Andere, dann der Nachzügler Hans Adamec von Türmitz mit seiner AKA story.
 

Jetzt fällt mir noch die Bezeichnung unserer unvergesslichen Schule in der Schmeykalstraße ein. Jemand sagt im Gespräch – die AKA d.h. Handelsakademie, dann die Bezeichnung AHA

Aussiger Handelsakademie und vor kurzem las ich in einem mir zugesandten Brief den Begriff HAK, ja, was ist denn das wieder? No: Handelsakademie.

Eines ist sicher, aus allen Bezeichnungen unserer miterlebten Schulanstalt „atmet unsere Zeit von damals“!
 

In den  noch erhalten geblieben Klassenverzeichnissen können wir ebenfalls die einzelnen Studentenschicksale feststellen und miterleben.

Selbstverständlich müssen uns auch die damaligen Zeitumstände der einzelnen Jahrgänge bekannt sein, sonst findet man keine Zusammenhänge!
 

Die Anstalt, das wissen wir schon aus früheren Dokumenten und Beschreibungen war von jeher weltoffen, liberal und den Zeitumständen anpassend.

So besuchten viele Schüler tschechischer Volkszugehörigkeit auch nach 1938 die Schule. Notwendig war natürlich die Deutsche Staatszugehörigkeit, und jeder, der nach dem
Vertrag vom 20.11.1938 (zwischen der Reichsregierung und  der RestCSR Regierung) nicht für die Rest CSR optierte – automatisch Deutscher Staatbürger wurde.

Meistens handelte es sich um Kinder aus Mischehen, eine durchaus normale Angelegenheit – eine Hinterlassenschaft der Österreich-Ungarischen Monarchie.

Schließlich, und das möchte ich besonders betonen – alle unsere Vorfahren im ehemaligen Kronland Böhmen erblickten in der Kaiserzeit Franz Josef´s I.  das Licht der Welt! Wir waren also alle
„Böhmen“ ob es nun Deutsche, Tschechen, Juden oder andere waren. Also schon damals ein Synonym  aller Mitmenschen auf diesem von jeher historischen Territorium – Gebiet. In heutiger Zeit sucht man dieses Seinswesen  in den Visionen in der Europäischen Union.

Doch jetzt wieder zurück zu den erhalten geblieben Werterinnerungen.

Eine von mir entdeckte Begebenheit: Der AKAschüler Josef Löbel Jg- 1924 aus Türmitz, Vater tschechischer- und die Mutter deutscher Nationalität. Der Josef mit tschechischer Volks - und
Bürgerschulbildung und tschechischer Volkszugehörigkeit hatte einen älteren Bruder, welcher aufgrund der damaligen gesetzlich angeordneten Umstände zur Wehrmacht eingezogen wurde und kurz
nach Kriegsbeginn gefallen ist – in damaliger Bezeichnung:  „Für Führer, Volk und Vaterland“. Der Vater begab sich auf ein Amt(?) und bat aufgrund des entstandenen Familienschicksals um die
Befreiung seines jüngeren Sohnes von der Einberufung zur Wehrmacht. Es wurde ihm bewilligt. Auch solche Realitäten gab es!

 

Ja damals  zu Anfang der 40 Jahre, Schüler aus verschiedenen Jahrgängen, welche dieselben Klassen besuchten, ist oftmals in den Klassenverzeichnissen die Bemerkung: „Zur Wehrmacht eingezogen.
Dann „gefallen“. Für die jüngeren Mitschüler damals –traurige Tatsachen, denn für die meisten eine vorprogrammierte  baldige reale Zukunft. Die, in der IV/C – Maturajahrgang 1942 angeführten
Studenten aus den Geburtsjahrgängen 1922, 1923 und  hauptsächlich 1924 waren ideale WM Anwärter. Und so geschah es auch. Die einzelnen Schicksale sind nicht mehr definierbar. Eine ideale,
normale Jugendzeit war es für niemanden. „Kriege, die brutalsten Zeitepochen der Weltgeschichte für alle Beteiligten sollten sich niemals wiederholen, sie bringen nur Unheil den Menschen.

Wenigstens wir von der Nachfolgegenerationen sollten zu Kenntnis nehmen, dass der Eurogedanke uns eine lange Friedenspause schenkte.

Unlängst, vor kurzem erhielt ich von einem ehemaligen Studenten (Jg 1924) seine Lebensgeschichte, fast wie eine Tagebucheintragung, so wie er es damals erlebt hat im Umfeld seines Geburtsortes
in Tellnitz, Kreis Aussig. Da befindet sich auch eine Erinnerung aus der Zeit seines Akastudiums: Jetzt wörtlich: „1938 besuchte ich  dann die Handelsakademie. Leider verzögerte sich der Schulbeginn durch die Sudetenkrise. Die tägliche Fahrt mit der Straßenbahn war für uns immer eine richtige Hetz.
Im kalten Winter 1941/1942 gab es viel Schnee – die Straßenbahn war wegen der Schneeverwehungen außer Betrieb und so musste ich zu einer schriftlichen Prüfung sogar meine Schi
benützen – im Klartext von Tellnitz bis in die Schmeykalstrasse in Aussig“. Unwahrscheinlich, aber wahr.

Sofort nach der Matura im Mätz – Einberufungsbefehl zur WM mit folgendem Fronteinsatz in Rußland und baldiger Schwerverwundung beider Beine mit dem Endresultat „kriegsunfähig“.
Aber das sind schon andere Zusammenhänge abseits der AKA.

 

VII Neue Visionen für das 21.Jahrhundert

 

Nach den Erkenntnissen der Gegenwart entspricht das Niveau den Ansprüchen eines erfolgreichen Studiums bei der Vorbereitung der Strukturen im praktischen Leben oder zu einem weiteren Hochschulstudium in Ökonomie und Wirtschaft.
 

Verschiedene andere Aktivitäten außer den Lehrfächern erweitern die Horizonte der Studenten. Es handelt sich dabei um diverse Kurse im Sportbereich. Kontakte zu
Handelsschulen im Ausland, näheres Kennen lernen der Lebensformen in anderen Ländern mit gegenseitigem Schulaustausch, Aufenthalten in Familien zur Erweiterung der Sprachkenntnisse
vor Ort, Kontakte zu EU Institutionen in Brüssel und Strassburg mit Projekten zur Erweiterung der Menschenrechte usw. Auch die jetzigen Handelsakademiker sind Europäer und müssen sich
umgehend mit neuen Gedanken auseinander setzten und an eine multipolare Welt anpassen, die auf eine bipolare Welt gefolgt ist.

 

Die zeitgemäßen Studienpläne charakterisieren und bezeugen alle die Notwendigkeiten eines optimalen Studiums. Der Überblick:

Tschechische Sprache und Literatur

Erste Fremdsprache inkl. Konversation

Zweite Fremdsprache (Dazu meine Randbemerkung: Von jeher und damals schon angewendet)

Geschichte

Bürgerkunde

Recht

Biologie
Literatur

Ökologie

Physik

Chemie

Mathematik

Leibeserziehung

Informationstechnologie

Schriftliche und elektronische Kommunikation

Ökonomische Praxis

Ökonomik und Ökonomie

Wirtschaftliche Erdkunde

Buchführung und Buchhaltung

Gestaltung von Projekten
 

Dazu kommen noch  wählbare Unterrichtsfächer:

Anwendung der  Informationstechnik

Anwendung der Ökonomie

Marketing, Management

Mathematisches Seminar

Reiseverkehrsgeografie 
Gesellschaftswissenschaftliches Seminar.
Fachpraktikum

Die aktuellen Lehrfächer entsprechen den neuen Anforderungen der Gegenwart, auch in Bezug auf die Mitgliedschaft der ČR in der Europäischen Union. Ohne ein aktives,
europäisches Denken können weitere Voraussetzungen für die Gegenwart und Zukunft nicht erfüllt werden.

In Bezug auf die weltpolitisch globale und demografische Entwicklung auf unserem Erdball, die Migration von Menschen aus allen Erdteilen auf den Kontinent Europa im
21. Jahrhundert ist ein notwendiges Zusammenleben der Europäer, die einzige Möglichkeit und Chance zur Erhaltung unserer abendländischen Kultur.
Diese Grundvoraussetzung für ein Weiterbestehen, muss für jeden Europäer das Grundprinzip seiner Einstellung sein und muss deshalb auch Gegenstand in den diesbezüglichen Lehrfächern bilden.

Die gesellschaftlichen Veränderungen, Entwicklungen und Neuumstände müssen eben aktualisiert werden, wie in den notwendigen Sprachkenntnissen, 
gleichzeitig aber auch mit einer empathischen Lebenseinstellung als positive Lebensphilosophie, welche unser Leben dann später weiter prägen.
 

Der Blick zurück soll den eigentlichen Blick nach vorn öffnen um eine Isolation des Anderseins zu vermeiden, denn, nur wer das bestehende Denken verändert,
kann die Wirklichkeit verändern und die Ressentiments, egal auf welcher Seite sie bestehen, überwinden! 

 

Nach einem dementsprechenden aber auch  langzeitlichen Ziel auf Grund von demografischen  Studien und der weiter angestrebten  Entwicklung der Bildung auch
im nordböhmischen Bereich entsteht die neue Handelsakademie mit erweitertem Sprachenunterricht und anschließender vorgeschriebener  Staatsprüfung hier in Aussig als subventionierte Organisation.

 

Dieses notwendige Konzept wird ebenfalls unterstützt von der sozialökonomischen Fakultät der Universität J.E.-Purkyně, des hiesigen städtischen Arbeitsamtes und den Organen der staatlichen Selbstverwaltung.

 

Alle notwendigen Voraussetzungen in Bezug auf die Ausstattung des Schulgebäudes, der Kapazität und  dementsprechenden qualifizierten Pädagogen sind erfüllt.

 

Der jetzige Lehrkörper mit dem Direktor Ing. Roman  Jireš ist Garant für eine weitere positive Entwicklung der historischen Vergangenheit und Tradition und bildet die  Konzeption der Handelsakademie.

 

Die Aussiger Handelsakademie überstand also Wirren und Wandel auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Vorstellungen aus der Gründerzeit sind wieder aktuell
im Licht der neuen Zeit und bringen Hoffnung, Zufriedenheit und Zuversicht den Studenten und den Pädagogen.

Nichts auf der Welt hat Bestand

Und immer folgt Ebbe den Fluten…

 

Mit Stolz und Genugtuung kann die Schule als solche auf die einstigen Schüler und Schülerinnen blicken, die es später im praktischen Leben immer vorwärts gebracht haben und
dadurch den Ruf der Aussiger Anstalt in den vergangenen über 100 Jahren in die Welt hinaustrugen.

 

Mit konkreten Erinnerungen, Erkenntnissen aufgezeichnet im Jänner, Feber und März 2011 für die Aussiger Heimatfreunde und deren Nachkommen vom Studenten der
ehemaligen Wirtschaftoberschule / Handelsakademie in Aussig Hans Adamec

 

 

Hans Adamec, Bělehradská 36, 40011 Ústí nad Labem, ČR.

Telefonverbindung 420-472-777-021

E-mail: hansi.adamec@seznam.cz

 

  Literatur: Franz Josef Umlauft: Geschichte der deutschen Stadt Aussig

                 Die sudetendeutschen Verwaltungskörper, Band 3 Aussig 1929 (!)

            Gerda Eckelt: Kde domov můj

                 Friedrich Rohan: Aussiger Schoulet

                 Jiří Šosvald: Jó, tenkrát v Ústí

                115. výročí Obchodní akademie 1886/87 – 2001/02

                 Dr.Vladimír Kaiser, Stadtarchiv Ústí nad Labem

                 Beiträge ehemaliger Schüler der Aussiger AKA

                 Meine eigenen erlebten Erkenntnisse von damals bis heute.

 

VIII. Beilagen: Verschiedene Dokumente und Beiträge von ehemaligen Schülern der Handelsakademie. 

 

1) Zeugnis/Ausweis über den Unterrichtserfolg der Anna Wollmann aus Groß Tschochau

zum Abschluss des damaligen Handelsschulstudiums/der Kaufmännischen Fortbildungsschule in Aussig im Jahre 1921. Signiert von Direktor Max Wolfrum

2) Bescheinigung über den Besitz der deutschen Staatszugehörigkeit, notwendig für das Studium in der Handelsakademie auf Grund des Staatsangehörigkeits- und Optionsvertrages vom 20.11.1938 für Schüler deutscher und tschechischer Nationalität

3) Zeugnis des Studenten Josef Pischel aus dem Schuljahr

1939/1940 noch mit der Unterzeichnug des ehemaligen Schulleiter, Direktoren Leopold Zeidler

4) Abiturzeugnis des Abiturienten Josef Pischel aus dem Jahr 1942 unterzeichnet von Dr. Rudolf Menzel, Schulleiter seit 1940.

5) Zeugnis der Wirtschaftoberschule in Aussig des Schuljahres 1943/1944 des Studenten Hans Adamec, unterzeichnet von Direktor Dr. Rudolf Menzel, Klassenvorstand Dr. O. Schaffer, den 13. Juli 1944.

6) Abiturzeugnis aus dem Jahre / Vysvědčení o maturitní zkoušce 1959, Fernstudium von Hanuš Adamec, unterzeichnet von Direktor/ ředitel školy Ing. Josef Vrátný, Klassenlehrer/ třídní učitel Dr. Bohumil Žižkovský

7) Gedicht  über das aktuelle Geschehen zum Kriegsende: Einsatz von 16 jährigen Mädels der Aussiger AKA in Reichenberg von + Edith Pohl., Jg. 1928 aus Schreckenstein.

Wollen wir auch diese reale Zeit kennen lernen „Wie es damals war“  Ein heute schon historisches Dokument.

8) Erinnerungen nach dem Ende der WOSCH 1944/1945 des ehemaligen Studenten H. Adamec, aufgezeichnet 2010.

9) Namensverzeichnis der AKA-Klasse IV/C  1941/1942 der Wirtschaftsoberschule in Aussig an der Elbe aus dem Hauptkatalog. Unterlagen aus dem Stadtarchiv in Ústí nad Labem.

10) Namensverzeichnis der AKA Klasse 03 a und b Jahrgang 1944/1945. Unterlagen aus dem Stadtarchiv in Ústi nad Labem. 

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