Heimatfreunde Aussig
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Dieser Bericht wurde uns von Dipl. Ing. Vladimír Horák zur Verfügung gestellt.
 

Lebenslauf
Josef Hinko, Müllermeister in Postitz Nr 56
(Bradenmühle unterhalb Niesenbahn) 

Am 18. Feber 1945 feierten der Müllermeister Josef Hinko und seine Gattin Marie, geb. Fieber aus Schwaden, das vierzigjährige Ehejubiläum. Sie haben am 18. Feber 1905 den Bund fürs Leben geschlossen und hatten das Glück, durch vierzig Jahre mit einander Freuden und Leiden des Lebens zu teilen. Es ist schon als ein Glück zu bezeichnen, wenn es einem Ehepaare vergönnt ist, die silberne Hochzeit zu feiern und auf ein Vierteljahrhundert des gemeinsamen Lebens und Strebens zurückzublicken. Ein größeres Glück ist es schon, wenn man sagen kann, daß man durch dreißig Jahre mit einander durch Leben gewandelt ist. Und sind es fünfunddreißig, kann man sagen, das dieser Zeitraum über Menschenalter hinausgeht. Vierzig Jahre aber bedeuten eine besondere Gunst des Schicksals. Die Feier des goldenen Hochzeit ist dann noch eine seltene Gnade, die nur wenigen beschieden ist. Umso dankbarer wollen wir bei der Erreichung  eines dieser Merksteine des Lebens ein wenig halt machen und auf den bereits durchschrittenen Lebensweg zurückschauen.

Josef Hinko wurde am 15. März in Postitz Nr 56 (Bradenmühle) als Sohn des Müllermeisters Josef Hinko und seiner Gattin Antonia Umlauft aus Königswald Nr 40 geboren. Es war das vierte Kind dieses Ehepaares, dessen Trauung am 7. Juni 1870 in Königswald stattgefunden hatte. Das erste Kind war ein Junge, der Franz getauft wurde. Er wurde am 28. Juli 1871 geboren. Ihm folgte der Bruder Karl, geb. 21. Juni 1873. Nach beinahe sieben Jahren stellte sich das vierte Kind, unser Josef ein. Leider starb die Mutter Antonia schon am 5. Dezember 1880, also zu einer Zeit, wo der kleine Josef kaum neun Monate zählte. Das war natürlich für die Familie ein sehr schwerer Verlust. Der Vater mußte sich zu einer neuen Ehe entscheiden und heiratete  Mathilde Hahmann aus Spansdorf Nr 17. Aus dieser Ehe gingen noch zwei Kinder hervor: das Mädchen namens Mathilde, geb. 21. Oktober 1882 starb aber bereits am 23. Juli 1884. Der Junge namens Rudolf wurde am 23. Juli 1884 geboren.

Aus dem Leben des Vaters Josef Hinko ist noch zu berichten, daß er 1865 die von seinem Großvater Josef Lehnert 1858 erbaute Mühle übernommen hatte. 1866 mußte er aber zum Heeresdienst einrücken und machte im Kriege zwischen Preußen und Österreich 1866 die Schlacht bei Königgrätz mit; er geriet in preußische Gefangenschaft, kehrte aber bald nach dem Kriegsende zurück. Wie andere Soldaten, die mitgekämpft hatten, erhielt er die Kriegsmedaille. In der Folgezeit war es ihm möglich, sich vom Heeresdienste loszukaufen. Nach seiner Rückkehr widmete er sich der Ausgestaltung seiner Mühle, wie die meisten anderen ihrer Art denkbar einfach eingerichtet war. Sie hatte einen Spitzgang und zwei deutsche Gänge mit einem Beutelkasten. Das Getreide mußte auf einer Stiege in den ersten Stock getragen werden und auch da mußte der Müller noch einige Stufen emporsteigen, um die Körner in die Gosse des Spitzganges einzuschütten. Erst 1880 schaffte sich Josef Hinko, der Vater, einen Aufzug und einen Schrott- u. Mühlzylinder an. 1890 baute er einen neuen Aufzug, um das Getreide auf den Spitzgang zu schaffen. Auch eine Griesputzmaschine sei nicht vergessen.

Die heranwachsenden Kinder mußten in der Mühle fleißig mithelfen. Die Tochter Marie mußte abends um 8 Uhr schlafen gehen und in der Nacht um 12 Uhr aufstehen, um das Getreide aufzuschütten. Um 2 Uhr nachts mußte der Bruder Franz aufstehen und besorgte die Mühle, bis es Zeit war in die Schule zu gehen. Wenn er manchmal zu spät kam, pflegte der Lehrer Albert Vater in Gartitz zu sagen: "Jetzt kommt der Obermüller".  Von Ende September bis Ostern blieb die Mühle gar nicht still stehen. Es wurde ununterbrochen gemahlen. Den Sohn Franz schickte der Vater in eine Maschinenbaufachschule, den Sohn Josef aber in das 1893 in Aussig neu errichtete Gymnasium, das im zweiten Stock der alten Schule in der Salzgasse untergebracht wurde. Direktor der jungen Anstalt war Dr. Gustav Hergel, der in vorbildlicher Zusammenarbeit mit den anderen Lehrern bei der Erziehung der Jungen und ihrer wissenschaftlichen Ausbildung sehr ernst nahm. Wegen mangelhafter Kenntnisse aus Latein mußte auch unser Josef die vierte Klasse wiederholen und kam dann im nächsten Jahre mit seinem Vetter Franz Josef Umlauft aus Spansdorf zusammen, der im Jahre 1894 ebenfalls in das Gymnasium eingetreten war. So gingen also die beiden Vettern noch ein Jahr mit einander in dieselbe Schule. Mit Schluß des Schuljahres 1897/98 trat aber Josef Hinko aus der Schule aus.

Hinsichtlich seiner Schulbildung sei hier noch nachgetragen, daß nach seinem Eintritt in die Volksschule zu Gartitz Adelbart Vater sein Lehrer war, der seine Schüler auch zur Kirchenmusik heranzog. Sein zweiter Lehrer war Franz Pohl, der später Oberlehrer in Schwaden wurde und der Lehrer Schmidt, der später Oberlehrer in Schreckenstein wurde. Nach dem fünften Jahre der Volksschule in Gartitz besuchte er ein Jahr lang die Aussiger Bürgerschule auf dem Kaiser-Josef-Platz, später Schulplatz und jetzt Richard-Wagner-Platz, wo Konrad Moißl sein Direktor und Fachlehrer Dittrich sein Klassenvorstand war. Weil es die Eltern aber gern gesehen hätten, daß er den geistlichen Beruf ergreife, nahmen sie die Gelegenheit, daß 1893 in Aussig Gymnasium gegründet wurde, wahr und schickten den Jungen in diese Schule.

Nach der Vollendung des "Kommunal-Untergymnasiums in Aussig" trat Josef Hinko in der Kanzlei des Rechtsanwaltes Dr. Siegfried Mahler als Schreiber ein und verblieb bei diesem zwei Jahre. Dann nahm er eine Stelle im Hauptbüro des Vereines für chemische und metallurgische Produktion (der großen chemischen Fabrik) in Aussig an. Sein nächster Chef war ein Herr Wondram.

Im Jahre 1901 wurde Josef Hinko für den Heeresdienst als tauglich befunden. Er rückte in Landsturminfanterie- Regimente Nr 9 in Leimeritz ein und diente daselbst drei Jahre. Ein Jahr bei der Kompagnie, zwei Jahre in der Kanzlei und brachte es bis Zugsführer.

Nach der Beendigung des Militärdienstes konnte sich der Müllersohn aber nicht entschließen, wieder in eine Schreibstufe als Angestellter einzutreten. Da erwachte in ihm der Wandertrieb, der nach den Worten eines Dichters des "Müllers Lust" ist. 1904 pachtete er in St Oswald bei Freistadt in Österreich eine Mühle und versuchte hier sein Glück als Müller. Hier blieb er ein Jahr, dann aber zog es ihn doch wieder in die Heimat, wo in Marie Fieber aus Schwaden eine Lebensgefährtin fand, mit der er sich am 18. Feber 1905 in der Kirche zu Schwaden vermählte.

Vom Jahre 1906 an hatte er eine Anstellung bei der Firma Georg Schicht in Krammel-Obersedlitz, wo er sich der Gunst des Vizepräsidenten Georg Schicht erfreute, der im Aussiger Gymnasium sein Mitschüler war und der ihn jetzt als einen Angestellten seiner Firma sehr freundlich behandelte. Unser Josef hielt es aber nur drei Jahre bei der Firma Schicht aus. Dann erwachte abermals das Müllerblut in ihm. Im Jahre 1908 kaufte er sich eine Mühle in Taucherschin, wozu er sich beim Landwirtschaftlichen Spar- und Vorschußverein in Spansdorf einen Betrag von 1000 Gulden borgte. Kassierer und Geschäftsleiter dieser Vorschußkasse war damals sein Onkel Josef Umlauft. Unser Josef müllerte bis 1911 in Taucherschin, dann aber baute er sich im selben Jahre eine neue Mühle in Ritschen. Das Mühlenwerk baute ihm sein Bruder Franz Hinko. Die Mühle war mit einem Wasserrad und einem Motor ausgestattet. Drei Jahre führte er hier den Betrieb. Im Hause wuchsen indessen zwei Knaben auf, von dessen der ältere namens Rudolf schon am 18. Dezember 1905 geboren war und der andere namens Erhard am 28. August 1910 das Licht der Welt erblickt hatte.

Im Jahre 1914 wollte Josef Hinko eine Mühle in Welhotten bei Tichlowitz kaufen, aber da brach der Weltkrieg aus, der vier Jahre dauern sollte. Josef Hinko mußte wie Millionen anderer Reservisten dem Rufe des Vaterlandes folgen. Er rückte nach Leitmeritz ein und kam bald nach Galizien an die russische Front, von da aber nach Serbien, Montenegro an die Isonzofront und schließlich auch nach Putnafront in Rumänien. Da kam er auch in die Unteroffiziersschule in Siebenbürgen. Im Dezember 1918 kehrte er aus Bukarest in Rumänien wieder in die Heimat zurück, wo kurze Zeit vorher im November und Dezember schwere Plünderungen stattgefunden hatten und am 11. Dezember tschechoslowakisches Militär einmarschiert war. In der neuen noch ungeklärten Lage nahm Josef Hinko zunächst eine Stelle als Müller in der Reisschälfabrik in Krammel und fand sonach als Arbeiter bei der Firma Schicht in verschiedenen Betrieben eine Verwendung. Er nahm seinen Wohnsitz in Schwaden und blieb daselbst bis zum Jahre 1922. In den Jahren nach dem Umsturz, insbesondere 1919 und 1920 herrschte ein großer Mangel an Rauchwaren, so das sich der Schleichhandel mit Tabak und Zigaretten über die Grenze lohnte. Daher beschäftigte sich auch Josef Hinko mit der Herstellung von Zigaretten. Er stopfte in einer Stunde bis 400 Stück . Die hergestellte Ware fand reißenden Absatz. Ebenso war es mit Schokoladen- und Zuckerwaren, die eingekauft und wieder verkauft wurden. Geld war genug da, nur die Ware fehlte. Als sich die wirtschaftlichen Verhältnisse halbwegs wieder geregelt hatten, zog es auch Josef Hinko in seine alte Heimat zurück, nach Postitz.

Im Jahre 1907 hatte Rudolf Hinko, sein 1884 Halbbruder, die väterliche Mühle übernommen, die bis dahin seine Mutter Mathilde, geb. Hahmann, mit Hilfe des aus der ersten Ehe ihres Gatten stammenden Sohnes Franz und des genannten Rudolf weitergeführt hatte. Am 15. November 1913 hatte Rudolf die aus Arbesau stammende Anna Urban geheiratet. Aber schon im nächsten Jahre brach der Krieg aus, aus dem der junge Ehemann nicht mehr zurückkehrte. Er galt als vermißt. Über sein Schicksal konnten keine genauen Nachrichten erlangt werden. (Er soll in Anwesenheit des Lehrers Kahlhaupt aus Königswald am 25. Oktober 1914 von einer Granate verschüttet worden sein.) Nun führte die junge Witwe die Mühle mit Hilfe des im Hause verbliebenen Franz Hinko weiter. Im Jahre 1922 wurde die Realität nach dem aus dem Kriege nicht wiedergekehrten Rudolf Hinko, nämlich Marie, Franz, Karl und Josef eingeantwortet.

Die Tochter Marie hatte am 7. August 1900 den Schmiedemeister Anton Böhme in Arnsdorf Nr 19 geheiratet und wurde Mutter von sieben Kindern, von denen allerdings drei klein gestorben sind.

Franz, ein sehr nachdenklicher, aber schweigsamer Mensch, war als treuer Helfer im Hause verblieben. Als Mühlbauer machte er sich immer wieder in der Mühle sehr nützlich.

Karl, geb. 1873, war Bäckermeister in Tillisch und war seit 26. April 1902 mit Marie Zimmler aus Gartitz verheiratet. Er hatte zwei Söhne, von denen der eine allerdings im frühesten Kinderalter starb. Der zweite, Karl Otto, geb. 3.2.1904 wurde wie sein Vater Bäcker.

Im Jahre 1923 übernahm Josef Hinko die seinen Geschwistern gehörenden Besitzteile und wurde so Alleinbesitzer.

Nach der Übernahme der väterlichen Mühle ging Josef Hinko gleich daran, die Einrichtung des Werkes zu verbessern. Nach dem Tode des Rudolf war sogut wie nichts geschehen. Die junge Witwe verstand nichts von der Arbeit und die Mutter Mathilde hielt an ihrem Gelde und richtete nichts her. Rudolf hatte die Mühle von 1906 - 1914 geführt. Von 1914 bis 1923 führte sie Franz Hinko mit einem Mühlburschen namens Anton Ludwig aus Groß-Priesen. Rudolf hatte den Spitzgang aufgebaut, eine automatische Anlage zum Aufschütten des Getreides und einen sogenannten "Idealsichter" (Schlagsichter), so daß in 24 Stunden sechs Meterzentner Getreide vermahlen werden konnten - beim Vorhandensein einer strammen Kraft. Seit 1923 traf Josef Hinko verschiedene Verbesserungen im Betrieb, mit dem seit jeher auch eine Brotbäckerei verbunden war.

Im Jahre 1932 führte er mit ansehnlichen Kosten eine Erweiterung des Mühlenbetriees durch. Er ließ einen Anbau über die Radstube aufführen, nachdem er schon 1931 einen Anbau für den Motor mit einem Gasgenerator erbaut hatte. 1933 baute er auch das Wohnhaus nach rückwärts umbauen, indem auf den Stall ein Aufbau vorgenommen wurde. Durch diese Zubauten wurde das Haus viel geräumiger, zumal auch über der Wohnstube eine neue Einteilung vorgenommen wurde.

Die Erweiterungen erwiesen sich als notwendig, da sich der Umfang des Geschäftes wesentlich vergößert hatte. In der Bäckerei hatte er seit 1932 einen Maschinenbetrieb eingeführt, indem er zwei Mischkessel mit einem Antrieb von der Mühle aus aufstellte. 1931-32 wurde der Backofen in zeitgemäßer Weise umgebaut. 1932 hatte Josef Hinko auch ein Auto gekauft und einen Autoschuppen gebaut. Die Bedienung des Kraftwagens und alle einschlägigen Arbeiten, für die ein Schlosser notwendig ist, besorgte der Sohn Rudolf, indes der jüngere Sohn Erhard neben der Müllerei auch das Bäckerhandwerk gelernt hatte. Im Jahre 1933 stand der neu instandgesetzte Betrieb in voller Blüte.

Josef Hinko trachtete auch den Grundbesitz des Hauses zu vergrößern. 1928 kaufte er von einem Horn 2 Strich Grund für 10 000 K Prager Währung, 1933 von der Mutter Mathilde den sogenannten Thielgrund (5 Strich) ebenfalls um 10 000 Kronen. Ein Stück hinterm Hause kaufte er von seinem Vetter Hinko in Postitz um 600 Kč. Ferner ein Grundstück (von der Brücke zur Thielwiese) 215 m2 um 3000 Kč.

Am 23. Juli 1933 vermählte sich der Sohn Rudolf, seines Berufszeichens Schlosser, geboren 18.12.1905 mit Berta Dix, einer Tochter des Eugen Dix, geboren 3.11.1884 in Topkowitz an der Elbe, und der Berta Ehrlich aus Maschowitz, geb. 6.12.1885. Der Vater Josef Hinko gründete für seinen Sohn Rudolf eine Existenz durch Einkauf eines Sägewerkes in Peterswald 1. Im Jahre 1933 baute Josef Hinko für seinen Hausbedarf auch eine neue Wasserleitung. Eine solche bestand schon seit etwa 1888-1890 mit einem Auslaufbrunnen vor der Haustüre im Hofe. 1932 war sie ins Haus verlegt worden. Zugleich wurde eine Selbsttränke für das Vieh eingerichtet. Im Jahre 1934, am 21. Oktober, vermählte sich der jüngere Sohn Erhard mir Adele Schaffer aus Friedensdorf Kreis Jägerndorf. Nach dem Wunsche der Eltern soll er die väterliche Mühle mit der Bäckerei und der kleinen Landwirtschaft weiterführen. Er erwies sich auch  als vorausschauender Landwirt indem er etwas oberhalb des Hauses einen großen Obstgarten anlegte, an dem er seine besondere Freude hatte. Leider war ihm nur ein kurzes Leben bestimmt. Er starb infolge eines Unfalles am 29. August 1938. Am 1. September wurde er unter ungewöhnlicher Teilnahme von Volksgenossen zu Grabe getragen. Der Pfarrer Leo Arlt aus Gartitz hielt ihm einen tiefempfundenen Nachruf. Er sagte unter anderem: Drüben grüßen die Berge, zu deren Füßen sein Vaterhaus steht, und hier grüßt die Kirche, sein zweites Vaterhaus, denn er war kein seltener Gast darin...

Der junge Ehemann hinterließ außer seiner Witwe Adele noch zwei Kinder: Erhard Josef, geboren am 17.7.1935, und Adle Edeltraud, geb. 6.5.1937.

Nach dem Tode des Erhard übernahm der Sohn Rudolf, der seinen Besitz in Peterswald verkaufte, das väterliche Anwesen. Für die Witwe Adele und ihre Kinder kaufte der Vater Josef Hinko das Gasthaus Nr 102 in Sebusein.

Dem Ehepaare Rudolf Hinko und Berta, geb. Dix, wurden bisher drei Kinder geboren: Elisabeth, geb. 23.2.1935, Manfred, geb. 1.6.1936 und Heinz, geb. in Juli 1941. Zur Freude der Eltern gedeihen sie alle recht gut. Am 24. April 1943 ist der kleine Heinzel in den Teich gefallen. Glücklicher Weise konnte ihn die Tante Adele noch vor dem Tode des Ertrinkens retten.

Am 15.März 1940 konnte der Vater Josef Hinko seinen 60. Geburtstag feiern, seine Gattin Marie am 25. September 1941. Nun haben sie auch schon den 40. Hochzeitstag feiern können. Mit Stolz und Genugtuung können sie beide auf ihr arbeitsreiches Leben zurückblicken. Es ist ihnen manche Freude, aber auch schweres Leid zuteil geworden. Sie haben es, ergeben in den Willen des Herrn, getragen. Aus der kleinen Mühle ist ein ansehnliches Mühlunternehmen mit einer zeitgemäßen Einrichtung geworden, das im Jahre 1942 in 24 Stunden 12 Meterzentner Getreide zu feinen Mahlprodukten verarbeiten kann. Das "Hinko-Brot" ist weit und breit  wegen seiner Güte bekannt. Die Mahlgäste wissen seit vielen Jahren, daß sie hier streng reell bedient werden. Die ganze Familie ist durch ihre Rechtlichkeit bekannt und überall gut angesehen. Es herrscht in dem Hause auch ein guter christlicher Geist, der an den Bräuchen der Väter festhält. So handelt der Vater Hinko nach den Worten des Dichters, der da sagt: Es liegt ein tiefer Sinn in alten Bräuchen, man muß sie ehren. Außerdem zeichnet unsern Vater Hinko ein guter Humor aus. Sein Familiensinn hat sich schon bei vielen Gelegenheiten geoffenbart. Stets nahm er an den großen Familientagen der Familie Umlauft teil, der seine Mutter entstammte. Ihm zur Seite stand und steht heute noch als treue Gefährtin des Lebens seine Gattin Marie, die alle die bewegten Lebensschicksale mit ihm teilte, ihm überallhin, wo er sein Glück zu machen glaubte, willig folgte. Ihre Freundlichkeit und Güte ist allen bekannt. Durch Fleiß und Sparsamkeit förderte sie den Wohlstand des Hauses, dessen sich nun die Jubilare zu ihrem 40 jährigen Ehejubiläum erfreuen können. Außerdem hat ihnen die Vorsehung fünf liebe Enkelkinder beschert, von denen das älteste, die Liesel, die am 23. Feber 1935 geboren ist, zusammen mit den Großeltern Hinko das häusliche Fest mitfeiern kann, das für Sonntag, den 25. Feber 1945 von den Eltern und Großeltern geplant ist. Für diesen Ehrentag habe ich auch diese kleine Rückschau als "Festschrift" verfaßt.

Der Vetter und Onkel Franz Josef Umlauft
in Aussig, Kippeltstraße 53
Aussig, am 23. Feber 1945
 


 

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