Der Nordböhmische Rundfunk

   
 

in Aussig an der Elbe

 
   

Český Rozhlas Sever

   
 

Ústí nad Labem

 
     
   

bringt jeden Donnerstag um 19:40 Uhr eine deutsch-tschechische Sendung.

   
 

,,Nachbarn"

 
 

Die Sprecher sind:

 
 

Adam Vidner und Veronika Kindlova

 
 

 
   

Sie kommen auf die Seite mit:

   
   

http://www.rozhlas.cz/sever/portal

   
   

drücken Sie dann recht oben, ŽivéVysílání

   
   

dann erscheint ein Rundfunkgerät drücken Sie auf Vyber Kvalitu "48 kbps"

   
   

dann auf Spustit,

   
   

nach einer kleine Pause hören Sie den Český Rozhlas Sever - Nordböhmischer Rundfunk.

   
         
 

Frühere Sendungen können Sie nun auch unter nachfolgender Adresse abrufen:

 
 

www.rozhlas.cz/sever - Programm - Rádio na přaní - Pořady - Sousedé - DOWNLOAD,

 
     
   
 

 
 

Das Gebäude vom Nordböhmischen Rundfunk in Aussig, der frühere Sitz der Familie Wolfrum.

 
 

 

 
   
 

Das gegenwärtige Gebäude des Böhmischen Rundfunks Nord in Aussig wurde am Ende des 19. Jahrhunderts von Carl Friedrich Wolfrum gebaut. Die Villa entwarf das Wiener Atelier des Architekten Hans Miksch. C. F. Wolfrum war der führende Vertreter einer bedeutungsvollen Aussiger Fabrikbesitzer-Familien, welche vor allem eine Weberei und Färberei betrieb. Zu weiteren Aktivitäten der Familie gehörten Brauerei, Bankwesen und Spiritusfabrik.

 
 

Der Gründer des Familienunternehmens war Carl Georg Wolfrum, welcher im Jahre 1843 nach Aussig kam. Schon zu dieser Zeit war er er der Inhaber einer Färberei im sächsischen Meerane. An der Leitung des Familienunternehmens beteiligten sich schon seit den 60. Jahren des 19. Jahrhunderts auch die Wolfrum-Söhne Carl Friedrich und Otto, welche dann im Jahre 1876 die Leitung der Firma übernahmen.

 
 

Im Jahre 1887 verlagerte die Firma einen Teil der Produktion nach Předlice / Predlitz wo die neue Weberei der Wollstoffe und die Färberei entstanden.

 
 

Die Verwaltung des Familienbetriebes übernahm im Jahre 1903 der Sohn von Carl Friedrich und Hermine Eckelmann, Carl Hermann Wolfrum. Der Familie gehörte auch die Likör- und Spirituosenfabrik und Brauerei in Krásne Břesno / Schönpriesen. Vor allem Carl Georg Wolfrum war eine interessante und in manchen auch ein fortschrittliche Persönlichkeit. Aktiv beteiligte er sich auch am politischen Leben, er war nicht nur  jahrelang Stadtrat, sondern auch Abgeordneter des Landtages und Mitglied des Wiener Reichstages.

 
 

Er war ein Bahnbrecher der Journalistik in Aussig gründete, das Wochenblatt   "Aussiger Anzeiger".   Zum Ende seines Lebens fing er an seine Memoiren zu schreiben, welche nach seinem Tode 1893 im Druck erschienen sind.

 
 

Die Wolframs, wie auch weitere bedeutungsvolle Aussiger Unternehmer finanzierten den Aufbau der Sozial-, Gesundheit- und Kultureinrichtungen, wie zum Beispiel die Tuberkulose-Heilanstalt, den Bau der evangelischen Kirche und den Elbbrunnen auf dem Materniplatz / Lidické náměstí.

 
 

Die Villa der Wolfrums ist ein baustilloser eklektischer Bau, bei dem Neurenaissancemittel überwiegen. Das Interieur der Villa ist auf dem so genannten englischen Typ mit innerer Zentralhalle und einem Treppenhaus in eine Schlafzimmeretage gegründet; dieser Typ war am Ende des 19. anfangs des 20. Jahrhunderts sehr beliebt.

 
 

Das Interieur der Halle fesselt durch seine Prächtigkeit, welche durch die Nutzung von Kunstmarmor zur Wendeverkleidung und durch gegliederte Teilung der Räume gegeben ist.

 
 

Auf der südlichen Seite ist der ursprüngliche, aus dem Kunstmarmor gefertigten Neurenaissancekamin erhalten; über dem Kamin ein Bild von K. Quark. Im westlichen Teil des Erdgeschosses befindet sich ein Herrenzimmer mit erhaltener Kassettendecken, die einzelnen Kassetten sind durch einen geometrischen Dekor abgeteilt. Aus der ursprünglichen Ausstattung des Zimmers stammen hölzerne Einbauschränke, welche  wahrscheinlich als Bibliothek dienten.

 
 

Ein kleiner Salon in der südwestlichen Ecke des Erdgeschosses ist aus dem Gesichtspunkt der Authentizität das besterhaltene Zimmer; auf der Decke ist ein Deckengemälde mit Engeln erhalten. Aus dem Salon war es möglich in das Wohnzimmer hineinzugehen, platziert wurde er in der Mitte der südlichen Stirnseite der Villa. Das Zimmer hat einen erhaltenen Ziegelkamin und eine Stuckdecke. Neben dem Wohnzimmer befand sich eine Veranda, welche als Wintergarten diente.

 
 

Auf der östlichen Seite war ein Speiseraum mit einer Holzdecke. Nördlich von dem Speiseraum war eine Küche, ein Vorbereitungsraum und ein Raum zum Geschirrwaschen. Das letzte Zimmer im Erdgeschoss, neben dem Haupttreppenhaus ist eine  Badezimmer mit Toilette in ursprünglicher Verkleidung. In die so genannten Schlafzimmeretage  kann man über ein von zwei Treppenhäusern gehen. In dem nördlichen Gebäudeteil ist ein enges Treppenhaus mit einem gusseisernen Geländer; ursprünglich bestimmt für das Dienstpersonal.

 
 

Das Haupttreppenhaus ist aus der Halle im Erdgeschoss zugänglich. Das gusseiserne Geländer mit einer großen Initiale ,,W" in der Mitte; die Treppenhauswände sind mit einem Kunstmarmor verkleidet. Die Halle in der Etage unterscheidet sich durch ihre Ausschmückung nicht so viel von der Halle im Erdgeschoss, es ist hier auch das dominante Element, die Wandverkleidung mit Kunstmarmor. Die Unterschiede bestehen in der Farbgestaltung von Türen und in  den Aufsätzen von Portalen. Die einzelnen Zimmer dienten vor allem zum Ausruhen der Familie und ihrer Gäste.

 
 

Auf der westlichen Seite wurde in den Turm ein Salon für Gäste eingerichtet, neben dem ein Gästezimmer mit Badezimmer und Toilette war. In der südwestlichen Ecke befand sich das Zimmer für die Tochter von Carl Friedrich.

 
 

Anstelle der heutigen Direktionskanzlei, auf der südlichen Seite, war ein Wohnzimmer, welches an eine offene Hauslaube anschloss. In dem östlichen Teil war ein Schlafzimmer, wieder offen in eine Loggia. Neben dem Schlafzimmer war in dem nordwestlichen Teil ein Badezimmer mit Toilette, Kleiderkammer und ein Damenzimmer.

 
 

Der Dachboden ist nur über das Seitentreppenhaus zugänglich. Seine Nutzung war vor allem eine wirtschaftliche; es war hier ein Trockenraum, Bügelstube, Lagerplatz und Zimmer für die Unterkunft des Dienstpersonals.

 
 

Interessant ist das zweigeschossige Untergeschoss. Im ersten Geschoss war eine Wohnung des Koches mit der Küche und Lagerstuben. In dem zweiten Geschoss, unter der Terrasse auf der südlichen Seite, befand sich ein Kesselraum mit Keller für die Kohle und ein Maschinenraum für die Erzeugung des elektrischen Stromes.

 
 

Die Wolfrums nutzten die Villa bis zum Ende des II. Weltkrieges. Am Ende des Jahre 1945 begann das Bezirksstudio des Tschechischen Rundfunks mit der Sendung. Der Rundfunk benutzt das Gebäude bis heute, was sich vor allem auf das Interieur auswirkte, als die Zimmer durchwegs schallisoliert wurden.  Petr Vorlíček

 
   
 

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