Pagemaster K.H. Kralowetz
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Aussig an der Elbe und der Biela, unter der Ferdinandshöhe
 und dem Schreckenstein und das alles hinter dem Milleschauer.

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Meine lieben Heimatfreunde aus unser Vaterstadt und Umgebung, liebe Mitschüler der Aussiger Handelsakademie!

 

Ein Telefonanruf, heute den 7. November 2010 trieb mich zu meinem PC. Wieso eigentlich?

 

In dieser Zeit vor 66 Jahren wurde unsere liebe Handelsakademie aus Zeitgründen geschlossen. Wir waren damals mit die Betroffenen. Ja 66 Jahre - für viele von uns ein ganzes Leben, für viele - eine nicht mehr erlebte Lebenszeit.

 

Die Aussiger Handelsakademie ein allgemeiner Begriff, für uns die damaligen Schüler die AKA, wie wir die Schule benannten ganz konkrete Lebensumstände mit nicht vorauszusehenden Folgen.

 

Wir waren damals alle 16 Jahre alt und doch -  man erwartete damals von uns schon ganz andere Engagements, denn wir vom 28. Jahrgang sollten doch mit den Wunderwaffen den Endsieg herbeizaubern.

 

Wir mussten uns damals nach den Vorschriften sofort am Arbeitsamt melden oder wurden zu verschiedenen Aktivitäten einberufen so wie einige von unseren Mitschülerinnen zum Einsatz als Nachrichtenhelferinnen.. Diese Zeit beschrieb ganz aktuell in einem Gedicht unsere Mitschülerin  Edith Hellmich, geb. Pohl aus Bad Salzuflen. Ihr Gedicht wurde im AB –Maiheft 1995 veröffentlicht. Es beschreibt ganz genau die Lebensumstände in der damaligen Zeit. Für die heutigen Gleichalten  nicht zu begreifende Tatsachen. Gott sein Dank.

 

Aber wir hatten keine anderen Alternativen.

Ich meldete mich als nächsten Tag sofort und diszipliniert am Arbeitsamt und trat bei der Panzerkolbenfabrik Dieck in Türmitz als Panzerkolbenkontrolleur an.

Ich kam  mir damals wie in Babylon vor. Alle möglichen Sprachen waren da zu hören. Viele aus verschiedenen Regionen Europas und doch alle verbunden mit dem Wunsch einer gesunden Heimkehr nach dem Kriegsende. Bei Fliegeralarmen verkrochen wir uns in den nahe gelegenen Versenkungen ehemaliger  Kohlenschächte. Wir kamen uns dabei alle näher, hatten wir doch jeder von uns dasselbe Schicksal zu bewältigen. Und stellt euch vor: Die Kolbenfabrik besteht bis heute noch und ist im Besitz einer bundesrepublikanischen Firma: KS Kolbenschmidt A.G.

 

Und dann kam der 11.April 1945 mit dem Einberufungsbefehl zum Arbeitsdienst im Kriegseinsatz nach Chemnitz. Bei der Reise dorthin sahen wir die grausamen Bombenschäden in Dresden und die am Rücken liegenden Dampfmaschinen entlang unserer Reise.

 

Das Kriegsende verbrachte ich mit Gerhard Umlauft, welcher leider auch schon nicht unter uns geblieben ist. Nach unserer Rückkehr wenig Zuversicht und mehr Zukunftsangst begleiteten uns und waren unsere gemeinsamen Nenner.

 

Also vielleicht sind noch welche  Pilger auf dieser Welt und erinnern sich an diese Begebenheiten, für alle schon Gedanken und Erinnerungen an eine Welt von Gestern.

Das Beschriebene -  meine momentanen Gedanken,  welche ich zu Papier bringen wollte. Alle die sich noch an diese Zeit erinnern und miterlebt haben wünsche ich eine Atempause für Leib, Seele und Geist!

  So war es eben.


Wir gedenken auch unser Direktor Dr. Rudolf Menzel, welcher so brutal und ungerecht im Internierungslager in Lerchenfeld sein Leben lassen musste. Obwohl wir uns alle an seine menschliche Toleranz erinnern.

 

 Landmann Hans Adamec von Türmitz.

 

 
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