Die Entwicklung der deutschen Stadt Aussig an der Elbe.

Zur Beschreibung der Stadt Aussig an der Elbe.

ist durch das Zusammenlaufen uralter Wege an der Mündung der Biela in die Elbe bedingt. Schon 993 wird Aussig als eine Zollstätte erwähnt und hatte eine königliche Burg (1283) an die sich ein Marktflecken anreihte. Das heutige "Burgstadtl" bildet den Kern der unter Przemysl Ottokar II. (1253 - 1278) neu gegründeten Stadt Aussig, die etwa bis im Jahre 1840 ihr mittelalterliches Aussehen bewahrte. Sie war mit einer Stadtmauer, Zwingermauer und einem Wall umgeben. Vier Tore (Prager Tor oder Bielator, Teplitzer Tor, Dresdner Tor oder oberes Töpfertor) führten in die Stadt, die 1785 innerhalb der Mauern 288 Häuser hatte. Dazu kamen die Ostervorstadt, Töpfervorstadt und die obere Vorstadt vor dem Teplitzer und Dresdner Tore, die nur wenige Häuser zählte. Einschließlich dieser Vorstädte hatte Aussig im Jahre 1838 nur 341 Häuser mit 2081 Einwohner.

Der Altmarkt von Aussig an der Elbe (Archivbild)

Nach der Eröffnung der Staatseisenbahn (1850/51) und der Aussig-Teplitzer Eisenbahn (1858) nahm die Stadt einen bedeutenden Aufschwung.
1856/57 wurde die erste große Fabrik (die Chemische Fabrik) gegründet: weiter Unternehmungen folgten. Das Vorhandensein billiger Kohle war die Ursache für den Aufschwung der Industrie. Unsere Stadt wurde bald auch der Mittelpunkt des Kohlehandels, denn sie liegt ja am Ausgange des nordwestböhmischen Kohlebeckens. Schleppbahnen Elbe abwärts und Elbe aufwärts und Hafenanlagen (1863 und 1889-1892) förderten den Kohle und Güterverkehr.
Panoramakarte von Aussig an der Elbe (Archivbild)
Die im Jahre 1873 erbaute Eisenbahn und Straßenbrücke stellte die Verbindung mit der Eisenbahn und den Straßen auf dem rechten Elbufer her, wo sich seit 1882 in Obersedlitz - Krammel die Schichtwerke zu einem großen Unternehmen entwickelten. Neben der alten Stadt hatte sich seit den sechziger Jahren die "Neustadt" entwickelt. Sie dehnt sich nun in der Richtung gegen Prödlitz, Kleische und Pockau aus.
1890 wurden 1360 Häuser und 23646 Einwohner gezählt. Im Jahre 1900 wurde die Orte Kleische und Schönpriesen eingemeindet. Nun hatte die Stadt 2009 Häuser mit 37265 Einwohnern. Durch Niederlassung weiterer Fabriken und Zunahme des Handels und Verkehrs vergrößerte sich die Stadt noch weiter bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges, der einen Stillstand mit sich brachte.

Seit dem Jahre 1923 nahm aber die Bautätigkeit, abgesehen von einigen Großbauten in der alten Stadt vor allem im Stadtteil Kleische zu. Dort wurden von 1919 bis zur Gegenwart (1944) nicht weniger als 640 Häuser gebaut. Seit 1929 entstand durch die Wohnhausbauten der Chemischen Fabrik auch eine neue Siedlung auf der Lerchenfelder Hochfläche.

Im Jahre 1939 wurden die Nachbarorte Schreckenstein (seit 1936 Stadt), Prödlitz, Türmitz (Stadt), Hottowies, Pockau und Ziebernik in den Stadtkreis Aussig einbezogen.
Mitte Mai 1945 wurde von Seiten der Tschechen, mit der Enteignung und Vertreibung der deutschen Einwohner begonnen und im Jahre 1946 abgeschlossen. Insgesamt wurden 53 000 deutsche Bürger aus der Stadt und ca. 39 000 aus dem Landkreis vertrieben oder auch umgebracht.  Das war das Ende des deutschen Stadt- und Landkreises Aussig an der Elbe.

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