Birnai

 

Ansichtskarte von Birnai an der Elbe, Bezirk Aussig a. E., Archiv

 
mit 65 Häuser und 684 Einwohnern,  an der Elbe, am Straßenzug Schreckenstein - Birnai - Sebusein. Eisenbahn-  und Dampfschiffstation gelegen. Post Schreckenstein, Pfarre Zirkowitz, Schule im Orte. Der Ort liegt an der Ausmündung des fast alpin anmutenden Prutscheltales ins Elbtal zu Füßen des vom Schafranken abstürzenden felsigen Pitlik einerseits und des mit großen basaltischen Steinhalden bedeckten Lärchenberges (622 m) anderseits. Das sonnige Gelände des Ortes erhält noch besonderen Schutz durch den vorgelagerten Rücken des Schreckensteiner Lerchen- oder Preßberges (402 m mit dem Monchiquitfelsen "Spitzer Stein").
Landwirtschaft mit bedeutendem Obstbau; der früher ansehnliche Weinbau ist seit etwa 120 Jahren aufgelassen. Ursprünglich ein Rundling aus dem 10. bis 11. Jahrhundert., gestaltete sich der Ort durch Häuselzuwachs seit dem 17. Jahrhundert und durch zahlreiche Neubauten der jüngsten Zeit zum Straßenorte um.
1654 hatte Birnai 13 Häuser (8 Bauern, 5 Gärtner), 1833  31 Häuser und 174 Einwohner. Die aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhundert stammende Dorfkapelle (barock) steht am Ortsplatze, ein anderes gotisches Kapellchen befindet sich bei der Villa Herzogenberg.
Im Waldgelände zahlreiche Standorte des Diptam (Dictamnus albus L.). Birna befand sich im 12. Jahrhundert im Besitze des Edelmannes Hrosnata des Kahlen, kam durch dessen Schenkung im Jahre 1194 an das Kloster Tepl, 1233 durch Verpfändung an den deutschen Ritterorden und wohl noch im gleichen Jahrhundert als Ordenslehen an das ritterliche Geschlecht derer von Sebusein auf Libochowan; ein anderer Teil blieb kgl. Krongut und gelangte bei der Gründung des Burgsitzes Schreckenstein an diesen.
Der Libochowaner Anteil ( das eigentliche Dorf) kam im 16. Jahrhundert an die Herrschaft Lobkowitz, bei welcher er bis 1848 verblieb.
Vom nahen Pitlik genießt man einen hübschen Ausblick ins Elbetal.

Schrifttum: B. IV - 139, 193.   Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein

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