Blankenstein,

mit 22 Häusern und 87 Einwohner, Post Nestomitz, Pfarre Mosern, Schule Mörkau, von Nestomitz aus (Eisenbahnstation und Haltestelle der Aussiger Elektrischen) über Mörkau oder Reindlitz in einer Stunde erreichbar. Gegenwärtig besteht nur eine Straßenverbindung mit Mörkau, die Straße von Spansdorf "über den Fuchshübel" ist nur angefangen, aber noch nicht vollendet. Der Ort Blankenstein ist erst nach der Zerstückelung des ehemaligen Meierhofes (1794) entstanden. Neben dem Meierhof stand das Haus des Schafmeisters (jetzt Nr. 2, Gasthaus zur Ritterburg), gegenüber der Schafstall (Nr. 9). Das Haus Nr. 18, nahe an der Wegabzweigung nach Spansdorf, auffällig durch seine schöne Form, wurde 1812 als Jägerhaus erbaut.

Ansichtskarte von Blankenstein, Bezirk Aussig an der Elbe

Unterhalb der Burgruine steht, umgeben von alten, mächtigen Linden, die alte Blankensteiner Schenke, die urkundlich wohl zum erstenmal 1527 genannt wird, aber wohl bis in die Zeiten der Erbauung der Burg zurückgehen dürfte. Eine der alten Linden beim Hofeingang hat einen Umfang von  8 Metern. Die Schenke war das privilegierte Wirtshaus für die Dörfer Mörkau, Reindlitz und Leißen. Hier fanden gelegentlich der Hinrichtungen auf dem benachbarten Galgenberge oder Gerichtsberge (457 m) oberhalb Mörkau die letzten Gerichtssitzungen statt. Dr. Umlauft berichtet in seinem Buche über die Burg und das Dorf Blankenstein Näheres über Hinrichtungen im Jahre 1670 und 1716.
Die Burg Blankenstein erhebt sich auf einem 545 m hohen Felsen (Nephelintephrit), 225 m über dem 500 m entfernten Osterbache und und wurde kurz vor 1400 von den Herren von Wartenberg erbaut. Urkundlich wird als erster Besitzer der Burg 1401 ein Wenzel von Wartenberg genannt. Der berühmteste Herr auf der Burg, die zur Zeit der Hussitenkriege an sächsische Edelleute, zum Beispiel an Albrecht Schenk von Landsberg, verpfändet war, war Johann von Wartenberg, der in den Jahren 1436 bis 1462 in mancherlei Fehden mit den Herzögen von Sachsen stand und sonst Kriegsdienste leistete. Die Witwe des genannten Ritters, Anna, geb. Berka von Dauba, heiratete in zweiter Ehe den Nikolaus vom Hermsdorf und lebte viel in Schwaden, wo sie 1477 das Presbyterium der dortigen Kirche baute. Seit 1527 besaßen die Herrschaft Blankenstein die Herren von Bünau, die allerdings nicht mehr auf der Burg wohnten, sondern sich meist in Tetschen oder auf ihren Besitzungen in Sachsen (Wesenstein) aufhielten. Nur ein Verwalter namens Günther von Bünau scheint bis 1585 auf der Burg gewohnt zu haben. Nach diesem Jahre wurde sie nur mehr als Gefängnis benützt, wobei der Wirt in der Schenke die Gefangenen mit zu versorgen hatte. Nachher verfiel die Burg, und was noch brauchbar war, wurde weggeschleppt.
Näheres in dem Büchlein "Blankenstein, eine Geschichte der Burg und des Dorfes", 1930, von Dr. F.J. Umlauft.

     Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig.

| Startseite| Ortsverzeichnis|

Counter