Böhmisch-Kahn,

mit 54 Häusern und 265 Einwohner, Eisenbahnstation Klein-Kahn, Post, Pfarre und Schule in Böhmisch-Kahn, liegt an den westlichen Abhängen des Kahnberges (508 m). Der Name Kahn ist aus Koyn (1389 in villa teutonicale Koyn) entstanden. In der ältesten Urkunde vom Jahre 1169 ist von einem Berge Chwogen (Chwojen) die Rede, in dessen Mitte sich der Wald erstreckt, der den Johannitern zur Besiedlung eingeräumt wurde. Und auf diesem Waldgebiete sind die drei Dörfer Böhmisch-Kahn, Deutsch-Kahn und Klein-Kahn entstanden. Alle drei Orte sind nach deutschen Rechte ausgesetzt worden, nur dürfte Böhmisch-Kahn die ältere Siedlung gewesen sein, deren Bewohner vor der Neuaussetzung nach dem alten böhmischen Rechte lebten. Die Anlage des Dorfes ist ähnlich der von Deutsch-Kahn. Das Richtergut (später Meierhof) zeichnet sich nach seine besonderen Breite aus und war vor dem Dreißigjährigen Kriege im Besitze der Familie Kölbel von Geysing. Nach diesem kam das Dorf Böhmisch-Kahn zur Herrschaft Schönwald und blieb bei ihr bis zur Auflösung des Untertänigkeitsverhältnisses.. Wie an anderen Orten, siedelten sich auch auf der "Gemeinde" einige Häusler an.

Ansichtskarte von Böhmisch-Kahn, Bez. Aussig an der Elbe

 
1654 hatte Böhmisch-Kahn 26 Häuser (15 Bauern, 15 Kleinbauern, 6 Häusler). Die Kirche die seit 1713 an der Straße gegen Klein-Kahn steht, befand sich früher inmitten des Dorfes, umgeben vom Friedhofe, dem heutigen Pfarrgarten. Reste der alten Kirche (das Presbyterium) standen noch bis zum großen Brande des Dorfes am 31. August 1842, bei welchen 34 Häuser abgebrannt sind. Nur die Häuser 6, 7, 8 (die alte Schenke) blieben vom Feuer verschont. Alle anderen wurden ein Opfer der Flammen und wurden im Laufe des Jahres 1843 wieder neu aufgebaut.
Die Pfarrei und die Schule wurden erst 1844 in Angriff genommen. Die Kirche hatte bis vor wenigen Jahren sogenannte Emporen. Die große Glocke stammt aus dem Jahre 1508. Der neue Friedhof ist 1847 angelegt worden. Die Häuser Nr. 49 bis 54 sind erst nach 1842 gebaut worden. Die Häuser unterhalb der alten Schenke stammen alle aus neuester Zeit. Der Badeteich an der Straße nach Deutsch-Kahn scheint alt zu sein, lag aber viele Jahre trocken. Die Johannesstatue unweit der sogenannten Bleiche (jetzt Villa Fleißner) stammt aus dem Jahre 1748.

Schrifttum: B. IV., 63 ff. (Über den Brand im Jahre 1842)              Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig.

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