Böhmisch Pockau, (Pokau)

mit 30 Häuser, 130 Einwohner, Eisenbahnstation, Post Pömmerle, Pfarre und Schule im Orte, an der Straße Pömmerle - Klein-Tschochau und Schlabisch, Spansdorf von der Eisenbahnstation in 50 Minuten erreichbar, liegt am Fuße des Harraberges (495 m), der einen schönen Ausblick ins Elbetal gewährt. Der Reichtum unseres Mittelgebirges an Kuppen, Rücken und Kegeln tritt an wenigen Stellen so sinnfällig hervor wie auf den Höhen um Böhmisch Pockau. Das Gebiet um Böhmisch Pockau kam wahrscheinlich um das Jahr 1158 aus den Händen der königlichen Familie in den Besitz des Benediktinerinnenklosters in Teplitz und dürfte schon um diese Zeit samt Ansichtskarte von Böhmisch-Pockau
den Nachbarorten Klein-Tschochau, Maschkowitz, Meischlowitz und Luschwitz angelegt worden sein. Böhmisch Pockau war als ein Runddorf angelegt, dessen Häuser sich um die Kirche herum gruppierten, wie man noch heute erkennt, nur ist das Bild des Runddorfes in neuerer Zeit durch Verlegung zweier Hofhälften etwas verwischt worden. Abgesehen von der ehemaligen Klosterwirtschaft und dem späteren Meierhof (jetzt Nr. 1, Köchers Gasthaus) gab es in alter Zeit, so noch 1561, nur sieben Bauernhöfe. Das Dorf blieb mit den genannten Nachbarorten bis etwa 1434 im Besitze des Teplitzer Klosters, ging nachher an die Herren von Teplitz über.
1654 hatte es 15 Häuser (8 Bauern, 7 Kleinbauern). 1666 kam es zur Herrschaft Türmitz. Es ist daher verständlich, dass der Schenker in Böhmisch Pockau 1742 das Bier aus dem herrschaftlichen Bräuhaus in Türmitz beziehen musste.
Die Pfarre St. Johann bestand schon 1352, wurde aber nach dem Dreißigjährigen Kriege von Schwaden aus versehen. Sie wurde erst 1739 wieder selbstständig. Das Pfarrhaus wurde 1742 gebaut. Die Kirche stammt aus der Josephinischen Zeit und birgt außer dem alten Taufstein keine Sehenswürdigkeiten.
Neben der Kirche steht die alte Schule (1789). Alte Fachwerkbauten sind die Bauernhäuser Nr. 3, 4, 5, 6, 9 und 19. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Gemeindebrunnen., auf dessen Gewölbe eine schöne alte Birke steht.
Die Bewohner treiben Landwirtschaft und Obstbau, einige sind Industriearbeiter.
Schrifttum: B.IV, 25, XVII., 41 f.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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