Deutsch-Kahn,

mit 47 Häuser, 183 Einwohner, Eisenbahnstation Klein-Kahn, Pfarre und Schule Böhmisch-Kahn, liegt auf der so genannten Deutsch-Kahner Hochfläche, die seit der Besitzergreifung durch die Johanniter aus einem Waldlande in ein ausgesprochenes Ackerland umgewandelt wurde. Wie schon der Name des Dorfes sagt, ist es eine deutsche Gründung, und zwar ein richtiges Waldhufendorf mit 18 Bauerngütern. 1654 zählte der Ort 32 Häuser (17 Bauern. 1 Kleinbauer, 14 Häusler), 1787 43 Nummern. Seit 1387 gehört es zur Stadt Tetschen. Das Erbgericht (Nr. 29) war mit dem Rechte des Bierbrauens, Schenkens, Schlachten, Backens, der Jagd und des Salzhandels ausgestattet. (Beurkundet 1488 und 1577). Das Brauhaus war bis 1924 in Betrieb. Die hübsche, im Barockstil erbaute Kapelle stammt aus dem Jahre 1767. Deutsch-Kahn, Bez. Aussig an der Elbe. (Archiv HV. Aussig)
Wegen der Lage des Ortes an der uralten Landstraße ist die Gründung wohl um das Jahr 1000 zu verlegen.
Die Anlage des Dorfes in einer Talmulde ist durch jene Quelle bestimmt, die noch heute den Ortsteich speist.
Das Ortsfest wird am Tage des hl. Anton (13. Juni) abgehalten. Auf dem Dorfplatze stehen noch eine Reihe alter Linden. Südlich vom eigentlichen Dorfe liegt der Ortsteil "Am Steinberge", in welchen man den Überrest jener Siedlung vermuten kann, die schon vor der Gründung des Dorfes bestand und vielleicht einen Meierhof zu dem "alten Schlosse" bildete, auf dessen Vorhandensein ein Flurname "am alten Schlosse" (an der Straße gegen Böhmisch-Kahn gelegen) hinweist. Ein Weg vom "alten Schlosse" zum Steinberg heißt "Die alte Gasse". Ein gutes Beispiel für ein altes Haus ist das Haus Nr. 18.
Näheres über Deutsch-Kahn: B. VII, 116 (Haus Nr.18); VII, 172 (Familie Lehmann) XI, 11 (Ortsname) XVI, 26, 63, 107 Häusergeschichten HK. 1936 (Bräuhaus).

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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