Ebersdorf,

hat 203 Häuser und 743 Einwohner. Die nächsten Bahnstationen sind Hohenstein, Kulm und Tellnitz. Post- und Fernsprechamt Voitsdorf über Teplitz-Schönau. Im Orte sind Fernsprechstellen beim Briefträger in Nr. 68 und beim Bürgermeister in   Nr. 105. Autobusverkehr von Voitsdorf über Graupen und Mariaschein nach Teplitz und anderseits nach Lauenstein. Ebersdorf,  ein Waldhufendorf, wurde im 13. Jahrhundert von Siedlern aus Franken gegründet.  Der Ort wird 1363 zum erstenmal als Eberhardsdorf, 1392 als Eberzdorf genannt und war Ansichtskarte von Ebersdorf, Bez. Aussig an der Ebe
schon 1352 Kirchdorf. Hauptbeschäftigung ist die Landwirtschaft. Die Häusler sind meist Maurer und Zimmerleute. Heimarbeiten sind Flechten und Strohhutnähen, von Frauen ausgeübt. Im Gemeindegebiet sind die höchsten Punkte im Aussiger Kreis der Schauplatz (mit dem Vermessungsturm) und er Zechberg von je 765 m und die tief gelegenen des Unterdorfes (Nr. 36 und 37) 664 m Seehöhe.
Die jetzige Kirche zum heiligen Gallus wurde 1783 im Barockstiele, das Pfarrhaus 1800 und das Schulhaus 1845 gebaut. Vor dem Friedhof steht eine mehrhundertjährige Linde, auf der sich eine Eberesche, der Heimatbaum des Erzgebirges, angesiedelt hat. Sie hat ihre Wurzeln durch den hohen Lindenstamm ins Erdreich gesenkt. Das Kriegerdenkmal neben der Linde wurde 1922 vom Gesangverein errichtet.
Bis 1836 (Erbauung der Graupenbergstraße) ging der Verkehr von Teplitz nach Dresden auf der alten Poststraße (Geiersbergstraße) durch Ebersberg über die schwarzen Wiesen nach Sachsen. An diesem Wege steht an der Grenze von Sachsen das schon vor 1785 errichtete "Schwarze Kreuz". An dem nach den Mückenberg (806 m) führenden Kammwege stehen das Schenkerkreuz (748 m) und das Goldammerkreuz (724 m), beide vor 1785 errichtet. Am Wege nach Kulm steht im Walde die schön  gelegene Waldkapelle (650 m) mit einer mächtigen 300-jährigen Buche davor.
Südwestlich der Kirche wurde vom tschechischen Staate 1938 ein Gebäude errichtet, das als Finanzwachkaserne und Grenzfeste dienen sollte. Es wird gegenwärtig für Schulungen und Lager der HJ benützt. Das älteste seit Gründung des Ortes bestehende Gasthaus ist die Schenke Nr. 1.

Karl Dietze, Gewerbeschuldirektor i. R., Aussig.

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