Hlinai oder Hlinay,

mit 16 Häuser und 130 Einwohnern, zur katholischen Gemeinde Staditz gehörig, liegt am Überhang der alten Landstraße Kulm -  Wellemin (des Sorbenweges) über die Biela. Nächste Eisenbahnstation, Post, Pfarre und Schule Groß-Tschochau.
Der slawische Name des Ortes deutet auf "lehmige Erde". Die Siedlung ist mit Rücksicht auf die Lage an dem uralten Verkehrswege, der ins Innere des Landes führt, ebenfalls sehr alt.
Urkundlich wird Hlinai erstmalig 1337 genannt. 1405 war es anscheinend ein Lehen des Prager Bistums und seit 1415 mit Groß-Tschochau vereint.

Ansichtskarte von Hlinay
Schon im Jahre 1508 wird eine "alte Schenke" erwähnt, die vermutlich an Stelle der jetzigen Mühle stand, und auf den alten Straßenverkehr hindeutet.
Im 16. Jahrhundert gehörte Hlinai den Herren von Sullowitz. Im Jahre 1609 war Nikolaus Hochhauser von Hochhausen auf Welmschloß und Eisenberg, Besitzer des Gutes Hlinai, zu dem die Orte Hlinai, Staditz, Suchei, Morowan, Habrowan und Teile von Salesel und Qualen gehörten.
Wegen seiner Teilnahme an dem Aufstandes gegen die Habsburger wurde er 1623 zum Verluste eines Drittel seines Vermögen verurteilt. Das Gut Hlinai wurde ihm abgenommen und noch im gleichen Jahre an Wilhelm den Jüngeren Popel von Lobkowitz auf Bilin verkauft.
1926 kam es durch Kauf an den Freiherren Otto von Nostitz, der ein Jahr zuvor das Gut Groß-Tschochau erworben hatte und beide Güter vereinte. Amtssitz dieser beiden vereinigten Herrschaften war Hlinai.
Hlinai scheint in alter Zeit nur ein Herrensitz ohne Bauernland gewesen zu sein. Im Jahre 1654 werden hier nur 2 Bauern und 7  Kleinbauern genannt, die verhältnismäßig nur wenig Grund besaßen. 1787 zählte Hlinai 13 Häuser. In den letzten Tagen der Septembers 1756 zog das preußische Heer über Hlinai gegen Lobositz, wo am 1. Oktober die erste Schlacht des Siebenjährigen Krieges stattfand. 1759 hatte der preußische Prinz Heinrich sein Quartier im Schlosse zu Hlinai. Im Jahre 1778 lagen in Hlinai sächsische Truppen, die im August dieses Jahres den herrschaftlichen Weinkeller ausplünderten. Am 14. Oktober 1778 weilte Kaiser Josef II. in Hlinai.
Am Federberg bei Hlinai wächst Federgras, am Mühlbergel Steinflachs.                                         Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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