Hohenstein,

mit 184 Häuser, 1488 Einwohner, Eisenbahnstation Mariaschein (Strecke Bodenbach - Ossegg),  Post und  Pfarre ebenfalls Mariaschein. Höhe 260 m. Hohenstein liegt am Fuße des Geiersberges an der alten Durchzugsstraße Kulm - Mariaschein - Teplitz und der alten Landstraße (Poststraße), die von Teplitz über Mariaschein an der Geiersburg vorbei nach Ebersdorf und Sachsen führte. Es war ursprünglich ein Runddorf, dass sich jetzt straßenförmig erweitert hat. Mit Rücksicht auf seine Lage an der Kreuzung uralter Verkehrswege wird man seine Anlage wohl schon ins 10. Jahrhundert verlegen können. Es gehörte zu der um 1315 erbauten Geiersburg und bildete später einen Bestandteil der Herrschaft Sobochleben. 1654 gab es in Hohenstein 9 Bauern und 15 Kleinbauern, 2 Häuser waren unbewohnt. 1787 zählte der Ort 51 Nummern, 1887  93 Häuser mit 801 Einwohner. Im Jahre 1822 richtete Vinzenz Hussky in den ehemaligen Herrschaftsgasthause Nr. 21 die erste Siderolithwarenfabrik ein. So gesellte sich also zur Landwirtschaft die Industrie und später auch der Bergbau, der den Bewohnern Nahrung gab. Der Betrieb der alten Ziegelei wurde seit 1890 vergrößert. Die Schule wurde 1900 gebaut. Nach dem Weltkriege 1914 bis 1918 ist oberhalb des alten Bauerndorfes auf der Lehne gegen den Geiersberg eine ansehnliche Kleinhäusersiedlung entstanden. Von der herrschaftlichen Schenke zogen am 27. März 1680 aufständische Bauern nach Mariaschein, doch wurde die Erhebung auf gütlichen Wege beigelegt. Am 30. August 1813 (Schlacht bei Kulm) wurde der Ort von Kosaken geplündert und einige Bauernhäuser angezündet. Hinter dem Geiersbergteiche ist ein Mauerwerk zu sehen, das im Volksmunde als Schanzwerk mit der Schlacht in Verbindung gebracht wird. Kopie einer Ansicht von Hohenstein, Bez. Aussig an der Elbe (Archiv HV. Aussig)
Mit der herrschaftlichen Schenke war eine Schmiede verbunden; in ihr arbeitete die Familie Nitsche, deren Nachkommen in Sobochleben, Schönfeld und Türmitz Meister dieses Handwerkes waren. Nr. 36 ist das Stammhaus der in der Mariascheiner Gegend sehr verbreiteten Familie Kleinikl. Aus Nr. 41 stammen die Mirsch und aus Nr. 45 die Mörl.
 
 

Josef Schütz, Katechet, Aussig

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