Klein-Kahn,

mit 41 Häuser, 204 Einwohner Eisenbahnstation Klein-Kahn, Post Böhmisch-Kahn, Schule und Pfarre in Böhmisch-Kahn.

Das Dorf ist knapp an der hier vorbeiführenden alten Salzstraße angelegt, die von Aussig her über Zuckmantel - Saara - Klein-Kahn nach Oberkönigswald führte und einer der ältesten Verkehrswege unserer Gegend gewesen ist.

Die Hufen erstrecken sich ähnlich wie bei Böhmisch-Kahn gegen den Berg hinan. In nordwestlichen Teile des Ortes lag der Meierhof, der zum Schönwalder Anteil des Dorfes gehörte; der andere Teil war der Herrschaft Schöbritz untertänig. Die Schenke befand sich auf Nr. 4 (Schönwalder Anteil). 1654 zählte Klein-Kahn 14 Häuser (3 Bauern, 6 Kleinbauern, 5 Gärtner). 1787 20 Nummern.

Ansichtskarte von Klein-Kahn, Bez. Aussig an der Elbe
Seit der Erbauung der Duxer-Bodenbacher Eisenbahn die am 2. Oktober 1871 ihren Betrieb aufnahm, gewann der Ort an Bedeutung als   Bahnstation für die Orte der näheren Umgebung. Über die Wiesen, unweit der Bahnstation läuft der künstliche Wassergraben, der mindestens seit dem Jahre 1487 die Hälfte des Königswalder Bachwassers aus dem sogenannten Holzgrunde dem Kleischbache   zuführt.
Etwas entfernt vom Orte gegen Königswald zu, erbaute Dr. Püschel ein stattliches Haus als Gymnastikschule. Von Oberkönigswald, dem sogenannten Holzgrunde, her läuft heute noch wie seit alters (mindestens seit 1487) die alte Tschakentaler Wasserleitung, ein Wassergraben zur Verstärkung des ehemaligen Aussiger Stadtbaches, über Wiesen unweit der Bahnstation Klein-Kahn.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig.

Ortsverzeichnis