Klein-Kaudern,

 
mit 9 Häuser und 33 Einwohner, Eisenbahnstation Aussig oder Klein-Kahn, Post Aussig-Pockau, Schule und Kirche Arnsdorf, Pfarre Gartitz, Seehöhe 438 m, liegt westlich des Gratschener Berges (552 m, Trachyt) uns südlich des Kauderberges (509 m, Tephrittuff) und südlich des Schloßberges (438 m, Tephrittuff).
Die Häuser gruppieren sich in der Art eines Runddorfes um den Ortsplatz, doch zeigt die Feldflur eine Hufeneinteilung, woraus man die deutsche Besiedlung erkennt. Das Dorf hat infolge seiner Trichterlage am Talschluß reiche Quellen mit gesunden Trinkwasser, die sicher die Anlage des Dorfes an dieser Stelle bestimmt haben.
Es dürfte um das Jahr 1200 gegründet worden sein, ist aber jünger als Groß-Kaudern, das im Volksmunde einfach Kaudern heißt, während Klein-Kaudern "Kaidrichen" genannt wird.
Im Jahre 1666 gab es hier nur 6 Häuser (5 Bauern und 1 Kleinbauer). Bis zum Jahre 1787 kam noch ein Haus dazu und dabei blieb es auch noch in den folgenden hundert Jahren. Bis zur Gegenwart sind noch zwei dazugekommen.
Die kleine Dorfkapelle inmitten des Ortes wurde 1836 erbaut. Zu beiden Seiten des Einganges sieht man Gedenktafeln für die Opfer des Weltkrieges (1914/18), die Klein-Kaudern gebracht hat. Im Garten des Hauses Böns sieht man noch eine sehr alte Linde. Aus diesen Hause stammt auch Franz Böns (geb. 1847, gest. 1930), der sich seit dem Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts lebhaft am politischen und wirtschaftlichen Leben des Kreises Aussig beteiligt und lange Jahre Landtags- und Reichstagsabgeordneter war.
Zwischen Klein-Kaudern und Niesenbahn erhebt sich der Schloßberg, auf dem sich der Sage nach eine hölzerne Burg erhob. Es sind keine Spuren mehr davon vorhanden, doch hat man von der Spitze des Berges eine herrliche Aussicht auf die Kulmer Ebene und die Gegend von Teplitz bis Komotau.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat; Aussig

Ortsverzeichnis