Kulm,

 

 

Link zu (Schlacht bei  Kulm)

 
mit 142 Häuser und 1031 Einwohnern, liegt an der  1803 - 1810 erbauten Reichsstraße Prag - Pirna und an der Eisenbahn Bodenbach - Ossegg. Eisenbahnstation, Post, Pfarrei und Schule im Orte. Kulm ist ursprünglich ein Reihendorf mit einem alten Herrschaftssitz. Es wird schon in Jahre 993 zusammen mit Aussig als Zollstätte erwähnt und spielt auch sonst in der Geschichte des Landes eine Rolle. Es lag am Eingang des Grenzwaldes und wird 1040 als befestigter Platz bezeichnet. Wir werden nicht fehlgehen, wenn wir die alte Grenzfeste in Kulm auf dem Kapellenberge, der sogenannten "Horka", suchen. wo man heute viele Scherben aus der Zeit nach dem Jahre 1000 findet. Ansichtskarte von Kulm, Bezirk Aussig an der Elbe
Der Name des Ortes, der für slawisch gehalten wurde, läßt sich auch aus dem Germanischen ableiten (holm = Hügel oder Insel, vergl. Bornholm, Stockholm).Die Dorfanlage stammt wohl ohne Zweifel aus der Zeit der deutschen Kolonisation im 12. Jahrhundert.
Die Bauernhäuser liegen rechts und links vom Dorfplatz, der gegen Osten vom Meierhof, gegen Westen von der Kirche und dem ehemaligen Friedhof begrenzt wird. Der stattliche Platz macht den Eindruck einer Stadtanlage. Die Flurnamen sind zumeist deutsch.
Kulm hat als Kreuzungspunkt des alten Sorbenweges und der Lausitzer Straße (Richtung - Nürnberg - Zittau) eine besondere Bedeutung. Schon im Jahre 1126 fand bei Kulm eine Schlacht statt, als Kaiser Lothar gegen den Böhmenherzog Sobeslaus I. zu Felde zog. 1228 war Kulm nicht mehr Zollstätte, was wohl mit der Verlegung des Straßenüberganges über das Gebirge zusammenhängt. Als Kirchort wird es 1352 genannt. (St. Gotthard). Von 1486 bis 1622 herrschten in Kulm und den dazugehörigen Ortschaften die Kölbel von Geysing, von welcher Familie sich noch eine Reihe alter Grabsteine erhalten haben
Da sich der letzte, Peter Kölbel v. Geysing, an dem böhmischen Aufstand 1618/19 beteiligt hatte, wurde sein Besitz beschlagnahmt und kam 1623 in die Hände des Freiherren Peter Heinrich und Wolfgang Leopold von Strahlendorf.
Seit 1640  folgten im Besitze der Herrschaft Kulm die Familien Kolowrat-Krakowsky und Kolowrat-Liebsteinsky; eine Erbin Maria Anna war seit 1758 mit einem Reichsgrafen Wenzel Josef von Thun vermählt. Von 1830 bis auf die Gegenwart ist die Herrschaft im Besitze der Familie Westphalen-Fürstenberg.
Das neue Schloß (Barock) stammt wohl aus der Zeit um 1780. Sehenswert ist der Festsaal mit geschichtlich wertvollen Bildern von Besitzern der Herrschaft Kulm. Im Schloßpark blühen im Monat März/April ungezählte Frühlingsknotenblumen. Reste des alten Schlosses von 592 sind in dem östlichen Teile eines Stallgebäudes erhalten. Die großen Bräuhauskeller liegen zum Teil unter einem Flügel des neuen Schlosses (1728)
Die jetzige Kirche wurde 1847 an Stelle der alten aus dem 16. Jahrhundert (1590) stammenden Kirche erbaut. Von den alten Grabsteinen, die sich in der alten Kirche befanden, sind nur die zwei schönsten (Bernhard Kölbel, + 1616, und Peter Peter Kölbel, + 1619) in der Kirche angebracht, die anderen Grabplatten von 1514 bis 1580 an der westlichen Außenseite der Kirche. Die Dreifaltigkeitskapelle auf der Horka (italienischer Barockbau) wurde vom Grafen Johann Franz Kolowrat-Krakowsky zum Danke dafür erbaut, daß seine Herrschaft von der Pest im Jahre 1680 verschont blieb. Die Einweihung fand 1691 statt. verschont blieb. Die Einweihung fand 1691 statt. Unter der Kapelle befindet sich die Familiengruft der Grafen Westphalen-Fürstenberg. Von der Kirche in Kulm bis zur Horkakapelle sieht man 14 Kreuzwegstationen mit schönen Skulpturen.
Das Wachstum des Ortes.
1654 hatte Kulm ohne Schloß und Meierhof 27 Häuser, von denen 25 bewohnt und 2 unbewohnt waren. Es gab damals 6 Bauern, 19 Kleinbauern und 2 Häusler. 1787,   56 Nummern, 1833,  120 Häuser mit 620 Einwohnern, 1932, 142 Häuser mit 1091 Einwohner. Da der Ort durch die Schlacht bei Kulm am 29. und 30. August 1813 sehr gelitten hatte, sind die meisten Häuser erst nach diesem Jahre erbaut worden. Die Schule (1603 von Peter Kölbel von Geysing mit einem Bauerngut ausgestattet) wurde 1879 neu erbaut.
Die Bewohner des Ortes Kulm sind nur noch zum Teil Landwirte. Sie sind in der Mehrzahl Handwerker, Gewerbetreibende, Arbeiter und Angestellte.
Südlich von Kulm liegt die sogenannte Schmelze. Der Name erinnert an die Zeit, wo die im Sernitztal gewonnenen Silbererze geschmolzen wurden. Anschließend an den Preibischteich sieht man die "Wappige" mit dem Galgenberg, der Karbitzer Gerichtsstätte, wo im Jahre 1813 Vandamme eine reitende Batterie angestellt hatte und heftige Kämpfe stattfanden.
 
An die in der Schlacht gefallenen österreichischen Soldaten erinnert das Kulmer Schlachtendenkmal am Fuße des Kapellenberges, das zur Jahrhundertfeier der Schlacht bei Kulm 1913 eingeweiht wurde. In seiner Gedenkhalle birgt es noch allerhand Erinnerungen an die große Zeit der Freiheitskriege

Über die Schlacht bei Kulm siehe die ausführliche Darstellung von Franz Puckler im Heft des 5. Jahrgangs der "Beiträge zur Heimatkunde des Elbetales" mit vielen Schrifttumsangaben. Weitere Beiträge siehe:

Anton Schreinert, Studienrat, Teplitz-Schönau

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