Leißen,

mit 29 Häuser, 135 Einwohner, Eisenbahnstation Nestersitz-Pömmerle, Post Pömmerle,Pfarre und Schule Böhmisch-Pockau. Das Gemeindegebiet des Dorfes Ließen breitet sich auf den südlichen Ausläufern und Abhängen des Lärchenbergrückens aus. Die Leißener Höhe oder Dauberei hat eine Höhe von 502 m. In das Dorf führt eine Straße von Mörkau - Tittelsbach über die sogenannte Mühlleite, die ihren Anschluß an die von Schlabisch nach Böhmisch-Pockau führende Straße findet. Bei der Betrachtung der Katastralmappe und den Studium der alten Grundbücher erkennt man, daß dieses alte Waldhufendorf aus 9 (oder 10) alten Bauerngütern bestand, zu denen sich bis 1654 noch 8 Häusler gesellten.
Leißen hatte also damals nur 18 Häuser; 1787 war es auf 28 Nummern gewachsen. Zum Dorfe gehören auch noch zwei Mühlen, die "Schickelmühle" in Tittelsbach (Leißen Nr. 27) und die etwas weiter bachabwärts in Luschwitz gelegene "Königsmühle" (Leißen Nr. 25). Die erstgenannte war bis 1716 eine herrschaftliche Mühle, die zweite aber war eine "eigentümliche", die seit mehr als dreihundert Jahren im Besitze der Familie König ist. Leißen gehörte bis 1788 zur Kirche ins Spansdorf, nachher zur Pfarre Böhmisch-Pockau. Das Dorf war ein Bestandteil der Herrschaft Blankenstein. Eine eigene Schenke besaß das Dorf nicht; es war auf die alte Schenke in Blankenstein (unterhalb der Burg) angewiesen. Zwei Häuser des Dorfes gehören nach Böhmisch-Pockau, da die östliche Gemeindegrenze knapp neben dem Dorfe verläuft.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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