Leschtine,

mit 58 Häuser, 340 Einwohner am Mittellaufe des Kreuzbaches, Haltestelle der Lokalbahn Groß-Priesen  -   Auscha, Post , Pfarre und Schule Saubernitz, am Straßenzug Klein-Priesen  -   Saubernitz. Das Dorf liegt in einem Engtale zwischen den steilen Abstürzen des Prausken- und Tscherlakenkammes einerseits und des Matzensteinkammes anderseits. Landwirschaft, Malzfabrik, Gewerbe, Fabrikarbeiter. Ursprünglich Rundling aus dem 9. bis 10. Jahrhundert,durch Häuselzuwachs im 17. und 18. Jahrhundert zum Straßendorf umgebildet. Die "Zischkenbrücke" östlich des Dorfeserinnert an einen sagenhaften Brückenschlag über den angeschwollenen Bach durch den Hussitenfúhrer Ziška gelegentlich eines Plünderungszuges von der Kelchburg nach Tetschen. Leschtine, Kreis Aussig an der Elbe. Gasthof zum grünen Thal.
Leschtine gehörte seit dem 14, Jahrhundert dauernd zum Propsteingute und späteren Bistum Leitmeritz. Der Burgenforscher Sedlacek nennt eine Bernase unterhalb des "Weißen Steines" als Ort einer Feste, die das Vordringen der Hussiten über den Bergkamm zu hindern hatte.
1654 hatte Leschtine 11 Häuser (6 Bauern und 5 Gärtner), 1787  36 Nummern.
Im Jahre 1729 wurden der im Talgrunde liegenden Häuser durch eine Hochwasserflut des Kreuzbaches weggerissen (Gedächtniskapelle in der Mitte des Ortes mit einem wohl späteren Bilde der Flut am Altarsockel).

Exk.=Kl. XXXIII, 236, BHE. IV, 25, AKH. III, 39, 117.                                                     

    Emil Richter, Oberlehrer i. R. Aussig-Schreckenstein

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