Leukersdorf,

mit 75 Häuser, 295 Einwohner, Eisenbahnstation Königswald und Haltestelle Steinsdorf, Pfarre und Schule im Ort. Leukersdorf erstreckt sich längs des Bächleins, das oberhalb des Dorfes in den Wiesen "Hintern Bergen" entspringt und ist ein echtes Waldhufendorf mit 12 Bauerngütern und 8 Gartenwirtschaften. Die größten Bauerngüter liegen im Oberdorfe. Die Anlage des Dorfes nach deutschen Rechte dürfte in der Zeit von 1200 bis 1250 erfolgt. Der Name des Ortes ist von Ludger abzuleiten. Ludgersdorf, Lukersdorf (1377), Lydgeri villa (1385). Eine starke eisenhaltige Quelle in Leukersdorf, ein wenig unterhalb der Kirchbrücke, erscheint schon in einer Urkunde von 1169 als rutus puteus (roter Brunnen).Das Richtergut Nr. 1, an dessen Hoftor zwei

Ansichtkarte von Leukersdorf, Bez. Aussig an der Elbe
 mächtige Linden stehen, dürfte das alte Erbgericht des Dorfes gewesen sein. Die Geschichte dieses Hofes hat Wenzel Plaschke in den "Beiträgen zur Heimatkunde des Aussig-Karbitzer Bezirkes" 1922, S. 75 ff. ausführlich beschrieben. 1654 gab es in Leukersdorf 31 Häuser (13 Bauern, 8 Kleinbauern, 10 Häusler). 1787 50 Nummern. Leukersdorf hatte in den früheren Zeiten die Marktgerechtigkeit und war der Sitz einiger Zünfte.Die Kirche steht wohl seit den Zeiten der Dorfgründung auf ihrem Platze, stammt aber in ihrer jetzigen Gestalt etwa aus dem 18. Jahrhunderte, der Turm wurde 1845 gebaut. Nach dem Dreißigjährigen Kriege gehörte Leukersdorf mit Spansdorf zur Pfarrei Seesitz, wurde 1774 Expositur und 1856 wieder selbständige Pfarrei. Die Grundbücher des Dorfes fangen 1573 an, die Matriken 1664 und wurden von Wenzel Plaschke, einen gewesenen Tischler (+ 1940), gründlich erforscht. Die Häusergeschichte ist in den "Beiträgen" 1929 und 1930 veröffentlicht, die Stammtafeln für alle Leukersdorfer Familien liegen handschriftlich vor (ebenso für Spansdorf, München, Slabisch und Leißen, die zum Kirchspiele gehörten, bzw. noch gehören). Die Flurnamen des Dorfes sind durchwegs deutsch. Bemerkenswert ist, daß die alte "Landstraße" an der oberen östlichen Seite des Ortes vorbeiführte. Am Hegeberg an der Riegersdorfer Seite gibt es noch Eibenbestände.

Dr. Franz Umlauft, Studienrat, Aussig

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