Liesdorf,

mit 26 Häuser und 146 Einwohnern,  liegt am Abhange des Erzgebirges (Zechberges) westlich der Bahnstation Tellnitz und der Endstation der Aussiger elektrischen Straßenbahn in einer mittleren Höhe von 434 m.
Post und Schule Tellnitz, Pfarre Kulm. Der Anlage nach gehört es unter die Waldhufendörfer und dürfte um 1200 entstanden sein. Urkundlich wird es als Libanov 1384 erstmalig genannt. 1627 heißt es Liebsdorf. 1654 gab es hier 5 Bauern und 6 Kleinbauern, 1910 19 Häuser mit 24 Wohnparteien.
Auf steiler Höhe liegt eine Sternwarte (Wetterbeobachtungsstelle) zur Ergänzung der Beobachtungen auf der gegenüberliegenden Donnersbergwarte.
Schöne Waldwege führen nach Ebersdorf und zur Kulmer Kapelle. Vom Wege nach Ebersdorf und nach Tellnitz genießt man eine schöne Aussicht in die Ebene von Kulm und auf das Mittelgebirge.
Eine verfallene Einsiedelei und die ehemaligen Zechenhäuser erinnern an den aufgelassenen Silberbergbau auf der ,,Hadalka", wo 1787 zwei Häusel, Zechenhäuser genannt, bestanden. Diese brannten am 1. Mai 1875 ab und wurden nicht mehr aufgebaut. Die Brandstellen wurden von der Herrschaft Kulm angekauft und aufgeforstet.
Liedorf gehörte bis 1580 zur Herrschaft Graupen und kam dann zur Herrschaft Kulm.

Anton Schreinert, Studienrat, Teplitz-Schönau

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