Lochtschitz,

mit 52 Häuser, 302 Einwohner, liegt an der Straße von Karbitz nach Hlinai am Fuße des Berges Jedowine. Nächste Eisenbahnstation und Post Schönfeld, Schule Groß-Tschochau, Pfarre Türmitz (Schönfeld). Die Bewohner sind Landwirte, Berg- und Industriearbeiter. Lochtschitz ist seiner Anlage nach ein ausgesprochenes Runddorf, wenn auch der Ortsplatz im allgemeinen eine viereckige Form hat. Die Häuser der 8 alten Bauern wenden ihre Giebel dem Ortsplatze zu, die Scheuern sind quer über den Hof gestellt. Wegen der Lage des Ortes an der uralten Landstraße ist die Gründung wohl um das Jahr 1000 zu verlegen. Die Anlage des Dorfes in einer Talmulde ist durch jene Quelle bestimmt, die noch heute den Ortsteich speist.Lochtschütz gehörte schon vor 1335 zur Herrschaft  

Ansichtskarte von Lochtschitz, Bez. Aussig an der Elbe (Archiv HV. Aussig)

 Geiersburg und verblieb bei ihr bis 1579 als Hans Horg von Oczelowitz aus dem Meierhofe Hottowies mit den Orten Lochtschitz und Haberschie ein eigenes Gut bildete , das 1629 an Peter Heinrich von Stralendorf auf Kulm kam. Im Jahre 1654 zählte der Ort 22 Häuser, von denen 19 bewohnt und 3 unbewohnt waren. (8 Bauern, 8 Kleinbauern und 6 Häusler.) Die Familie Honolke hat sich seit 1600 auf Nr. 14 erhalten. 1860 wütete die Pest so stark, dass zwei Drittel der Einwohner zum Opfer fielen. Die Leichen wurden nicht wie sonst auf den Schönfelder Friedhofe bei der Kirche begraben, sondern auf dem westlich der Johannesstatue (Weghälfte Schönfeld - Lochtschütz) gelegenen Meierhoffelde oberhalb des Schulhübels. Das Feld trägt heute noch den Namen "Gottesacker". 1756 hatte der Ort durch die von der Schlacht bei Lobositz zurückgehenden Soldaten viel Schaden, ebenso 1757 nach der Schlacht bei Kolin.
Im Jahre 1818 baute Adam Ritschel aus Lochtschütz Nr. 15 auf der Jedowine die weithin sichtbare Kapelle an derselben Stelle, wo bis dahin ein hölzernes Kreuz gestanden war, das vor Zeiten ein Kreuzschlepper zur Buße auf den Berg getragen und aufgerichtet hatte. Man genießt von der Berghöhe (358 m) eine Aussicht, die der vom Dubitzer Kirchlein nicht viel nachsteht. Im Jahre 1828 brannten die Wirtschaften Nr. 29, 30, 31 und 32 nieder, am 16. November 1834 verbrannten 12 Häuser mit den Scheuern und der ganzen Ernte.
Am Südabhange der Jedowine und des Ratschenberges (320 m, vorgeschichtliche Befestigung) wurde bis 1850 starker Weinbau betrieben. Der Berg Jedowine, der früher Gemeindeeigentum war, wurde 1858 an die Herrschaft in Kulm verkauft. Für den Erlös baute die Gemeinde 1862 die zweitürmige Ortskapelle an Stelle der 1738 eingeweihten und 1860 abgetragenen Holzkapelle.

Josef Schütz, Katechet, Aussig

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