Malschen,

mit 38 Häuser, 197 Einwohner, liegt an der Straße Schwaden - Presei - Pohorz unweit der Hohen Wostrei. Von Aussig-Schreckenstein aus ist Malschen über Kojeditz erreichbar. Eisenbahnstation Schreckenstein, Schwaden oder Groß-Prisen, Post Schreckenstein, Schule im Orte, Pfarre Proboscht. Höhe 520 m. In siedlungsgeschichtlicher Hinsicht ist Malschen ein reines Bauerndorf in Reihenform, das im 11. Jahrhundert angelegt worden sein dürfte. Ursprünglich besaß es 6 Bauernwirtschaften und 1 Gartengut. Nach dem Landeskataster von 1654 hatte es 12 Häuser, von denen 2 unbewohnt waren. (6 Bauern, 6 Kleinbauern). In der Zeit von 1650 - 1750 kamen 18 Häusler dazu, während die nächsten hundert Jahre nur einen Zuwachs von 3 Häusern brachten.

Ansichtskarte von Malschen, Bez. Aussig an der Elbe
Einige Häuser wurden nach Bränden an andere Stelle aufgebaut. Bemerkenswerte Flurnamen sind: Blochzen, Dilke, Kohlbusch, Galley, Mühlsteig, Aschenwiese, Kirchweg, Paschkale, Kopitzl, Aschenbahn, Kohlhan, Pauske Rodeland, Skale, Pyhanke, Maschneier Grund.
Malschen war 1088 im Besitze der Wyschehrader Kirche. Später bildete der Ort einen Bestandteil des Gutes Schwaden.
Die größte Bauernwirtschaft ist die Nr. 1, die seit 1641 im Besitze der Familie Stolle ist (Gasthaus Stolle).
Malschen hatte auch eine Windmühle, die in einer Höhenlage von 537 m 1833 erbaut wurde und bis 1879 ihre Flügel drehte. Ihr Standort, den kaum einige Mauerreste verraten, wird noch gezeigt.
Schrifttum: Häusergeschichte von Malschen siehe B. 1943, S.27 ff.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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