Marschen,

mit 170 Häuser und 1409 Einwohnern am Fuße des Erzgebirges östlich von Mariaschein. Eisenbahnstation Hohenstein (Strecke Bodenbach - Ossegg) für den oberen, Mariaschein (A.T.E.) für den unteren Ortsteil. Post, Pfarre und Schule in Mariaschein. 252 m Höhe. Das Dorf liegt am Mühlgrundbache, der in der Kesselteichschlucht oberhalb der Geiersburg entspringt und im Orte den Namen Geiersbach führt.
Der Volksmund unterscheidet ein Ober- und Niedermarschen. Obermarschen ist eine neue Siedlung am alten verkehrsreichen Verbindungswege Kulm - Mariaschein - Teplitz. Hier wohnen zumeist Arbeiter und Angestellte. Der Stammort Niedermarschen hat sein ursprüngliches Aussehen bewahrt. Bis 1910 wurde hier starke Bienenzucht betrieben, die jetzt zurückgegangen ist.
Der Anlage nach ein Reihen- oder Straßendorf, dürfte es im 12. Jahrhundert gegründet worden sein. 1335 gehörte es zur Herrschaft Geiersburg-Sobochleben.
1579 kam es an die Familie Kekule von Stradonitz, 1622 an den Ritter Alexander Regnier von Bleileben und durch seine Witwe Anna Maria am 24.4.1665 zum Kichengut Mariaschein.
Von den 10 Teichen, die durch die Jesuiten als Nutznießer der Herrschaft angelegt wurden, lagen 4 im Gemeindegebiet von Marschen: der Hegeteich, 2 Fischhalter und der Marschner Teich.
1654 hatte der Ort 14 Häuser, von denen 2 unbewohnt waren: 1 Bauer und 13 Kalupner (Kleinbauern). 1727 waren es 26 Häuser, 1887 schon 77 Häuser mit 630 Einwohnern.                                                                    

Josef Schütz, Katechet, Aussig

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