Modlan,

mit 100 Häusern, 806 Einwohner, liegt an der von Aussig über Türmitz nach Teplitz-Schönau führenden Straße  am Serbitzer Bache, dessen Quellgebiet in den Wiesen oberhalb Soborten zu suchen ist, in einer Talmulde. Eisenbahnstation Mariaschein oder Karbitz. Post Modlan über Teplitz, Pfarre und Schule im Orte. Höhe 184m. Modlan, auf uralten Kulturboden angelegt, worauf die vorgeschichtliche Funde hindeuten, ist in seinem Kerne ein Runddorf, dass in alter Zeit zu der um 1315 erbauten Geiersburg und späteren Herrschaft Sobochleben gehörte. Als Lehensmann dieser Herrschaft saß im Jahre 1549 der edle Herr Hans Hollesser von Hollesser zu Modlan und im Jahre 1616 wird Siegmund Welwetzky ,,auf Modlan" genannt. Foto von Modlan, Bez. Aussig an ser Elbe (Archiv HV.Aussig)
Außer dem Meierhofe gab es hier 1654 15 Häuser, von denen 12 bewohnt und 3 unbewohnt waren (5 Bauern und 10 Kleinbauern).
Als 1680 Graupen und Mariaschein von der Pest heimgesucht wurden, flüchteten die Bewohner dieser Orte nach Modlan, das von der Seuche verschont blieb.
Die Kirche, erstmalig 1352 erwähnt, wurde 1692 durch den Teplitzer Grafen Johann Georg Markus von Clary  neu gebaut. Sie besitzt eine Muttergottes-Statue aus vorhussitischer Zeit. 1781 wurde der Meierhof aufgelassen, der an 11 alte und 15 neue Besitzer im Erbpachtwege vergeben wurde. Das alte Schlösschen stand nach der Überlieferung an Stelle des jetzigen Bauernhofes Nr. 6.
1786 wurde Modlan, das bis dahin nach Mariaschein eingepfarrt war, eine unselbständige Pfarre, 1853 aber selbstständig. 1792 wütete im Orte die Pest. Am 20. Juni 1793 zerstörte ein Brand die Häuser Nr. 2, 3, 4, 28, 29, 32, 33, 35. Die älteste Familie im Orte sind die Rosenkranz. 1833 hatte Modlan 37 Häuser mit 197 Einwohner: Landwirtschaft, Bergbau, Industrie in Teplitz und Mariaschein.
Die Schule wurde 1899 neuerbaut. Die ersten Bohrversuche nach Kohle wurden um Modlan viele Bergwerke errichtet, von denen mehrere schon wieder stillgelegt sind. Der Doblhoff-Schacht III ist Eigentum der Brüxer Kohlenbergbau- Gesellschaft. Aus der zu Modlan eingemeindeten so genannten ,, Schneiderkolonie"", die 8 Häuser mit 333 (!) Einwohner zählte, entwickelte sich Neu-Modlan. Siehe dieses!

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