Mosern,

mit 97 Häusern, 965 Einwohnern, Eisenbahn-station Mosern,  Post Nestomitz, Pfarre und Schule in Mosern in einer Talweitung gelegen, ist eine der uralten Siedlungen im Elbetal unterhalb Aussig. Auf die Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit weisen allerhand Funde hin, die im Orte oder in der Nähe gemacht wurden. Den Kern des Dorfes der Urzeit bildete der Herrenhof, dessen Bestand bis ins 11. Jahrhundert zurückgehen dürfte. Das ganze heutige Gemeindegebiet dürfte ursprünglich im Besitze des Gutsherren gewesen sein, bis etwa gegen Ende des 12. Jahrhunderts Teile des Herrenlandes an drei Bauern und vier Gärtner im Erbpacht vergeben wurden, die an dem alten Wege, der an der Kirche vorbeiführt,

Ansicht von Mosern, Bez. Aussig an der Elbe (Archiv HV. Aussig)

ein kleines Reihendorf bildeten (Nr. 15, 16, 17, 13, 14, 29, 30). Der Herrenhof, später Meierhof, lag an der Stelle des heutigen Gasthofes Franz Dörre (Nr. 18) an der Kreuzung der Straße und dem alten Wege, der zur Kirche hinaufführt. Hier saßen gegen Ende des 14. Jahrhunderts (1392) Angehörige des Geschlechts deren von Lungwitz, die wir auch auf Doppitz antreffen.

Das alte Dorf wurde bis 1650 durch Häuslbauten in der Nähe der Kirche am Wegen gegen Mörkau erweitert.
1654 hatte Mosern 12 Häuser (3 Bauern, 7 Kleinbauern, 1 Gärtner, 1 Häusler).
Nach dem Dreißigjährigen Kriege wurden die meisten Neubauten an der jetzigen Hauptstraße und an dem zur Elbe führenden Seitenwege errichtet (Nr. 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12).

Die Kirche in ihrer gegenwärtigen Gestalt wurde 1846 gebaut. Der frühere Bau rührte aus den Zeiten der Ritter von Bünau (1593) her. In alter Zeit eine selbstständige Pfarre, gehörte Mosern schon im 16. Jahrhundert zu Seesitz, wurde dann 1787 Expositur von Seesitz und 1851 selbstständig.

Die Schule wurde 1787 gegründet. Der Ort zählte damals 32 Nummern. Auf dem "Spitzen Steine" (281 m, Basalt), einem Bergfelsen östlich des Ortes, soll sich eine Feste erhoben haben, doch haben sich davon keine Spuren erhalten.
Seit etwa 1400 gehörte Mosern zur Herrschaft Blankenstein (später Prießnitz, jetzt Schönpriesen). Der Meierhof in Mosern wurde seit 1794 in Teilen verkauft. Der Obstbau wurde schon in alter Zeit hier sehr gepflegt. In der herrschaftlichen Baumschule waren besonders viel Wälsche Nußbäume ausgesetzt.

Von der Schuwenze (359 m, Klingstein) hat man eine lohnende Aussicht.                                        

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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