Nemschen,

  

mit 19 Häusern, 65 Einwohner, Eisenbahnstation und Dampfschiffstation Birnai, Post Schreckenstein, Pfarre Proboscht, Schule Malschen, am Straßenzug Sedl -- Malschen -- Nemschen in Talschlußlage des Prutschetales zwischen dem Basalt. Lerchenberg und dem Tannbusch oder Guggelberg (Sodalithtephrit). Landwirtschaft, geringer Obstbau. Ursprünglich slawische Siedelung des 12. bis 13. Jahrhunderts, die wohl wegen der unwirtschaftlichen Lage und des schwierigen Zugangs sehr bald wieder aufgegeben wurde (Flur "altes Dorf"), dann aber im 14. Jahrhundert durch deutsche Siedler wieder in Aufnahme kam. Ortsname Nemschen vom tschechischen němči, "Deutsche". Das Dorf war Ende des 15. Jahrhunderts Teilbesitz zwischen den Gütern Libochowan (später Lobositz), Groß-Tschernosek und Schwaden -- Taschow (später Sahorschan).

Ein Bauernhaus in Nemschen, Bez. Aussig an der Elbe. Archiv HV. Aussig

Zur Zeit der Gegenreformation gab es hier einige hartnäckige Anhänger der lutherischen Lehre. 1654 waren von den acht Häusern des Dorfes vier unbewohnt. Es gab hier 1 Bauern, 6 Kleinbauern, 1 Gärtner. 1787 wurden 19 Nummern gezählt, also ebensoviel wie heute.

Nahe Aussichtspunkte der Lerchenberg (622 m) und Tannbusch (673 m).

Schrifttum: Verstreute Notizen bei Lippert (Geschichte von Leitmeritz) und Exk.-Kl. XXVII, 13.

Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein.

Ortsverzeichnis