Nestersitz,

Nestersitz, Bez. Aussig an der Elbe

mit 81 Häusern und 624 am Fuße des Ziegenberges am linken Ufer der Elbe an der Straße Aussig - Bodenbach, Eisenbahnstation Nestersitz - Pömmerle, Post und Schule Pömmerle, Pfarre Mosern, Höhe 144 m. Nestersitz ist ein altes Runddorf, dessen Anlage allerdings durch den Bahnbau im Jahre 1849 sehr verwischt wurde. Wegen seiner Lage an der Elbe ist es wohl schon eine Siedlung aus dem 9. oder 10, Jahrhundert. Es bestand ursprünglich aus 8 Höfen zu denen sich dann im Laufe der Zeit noch ein paar Häusler gesellten. Bis 1849 hatte das Dorf nur 17 Häuser.
Auffällig sind die vielen slawischen Flurnamen wie Cschikten, Zuberlischke, Jühlen, Gablaschke, Radeschken, Linney, Saminze, Haditze, Radeschey, Püllpetzen, Storywintze, Braussy, Harbatschke, Stepken und Schübollen, wie sie im Jahre 1673 und noch heute genannt werden.
Nestersitz gehörte im 14. Jahrhundert zum Gute Mosern, später zu Blankenstein. Urkundlich wird es erst 1488 genannt. Die Grundbücher beginnen 1592, an deren Hand sich die Besitzerfolge aller Häuser feststellen läßt.
Nestersitz hatte 1654 13 Häuser (5 Bauern, 5 Kleinbauern, 3 Häusler), 1787  17 Nummern. Nun hat das Dorf seinen ländlichen Charakter zum großen Teil verloren. Die Zahlreichen Neubauten sind der Entwicklung der Industrie im Orte und im benachbarten Pömmerle zu danken. Der Durchgangsverkehr auf der Straße Aussig - Bodenbach ist durch eine wesentliche Verbesserung oberhalb der Dorfkapelle erleichtert worden. Bahn- und Straßenbauten haben das Ortsbild von einst und jetzt wesentlich verändert.
Industrien: Zellulose- und Papierfabrik, Kupferwerke Böhmen.
Vom Ziegenberge (379 m, Klingstein) genießt man eine herrliche Aussicht auf das Elbetal und die Berge am jenseitigen Ufer.
Schrifttum: Häuslergeschichte siehe B. 1941, S. 53 und 223.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig.

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