Niesenbahn,

mit 55 Häuser, 350 Einwohner, Gemeinde Klein-Kaudern, Eisenbahnstation Kleinkahn, Post Aussig-Pockau, Kirche und Schule Arnsdorf, Pfarre Gartitz, abseitige Haltestelle der Kraftpostlinie Aussig - Dresden, am Straßenzug  Postitz -- Niesenbahn -- Arnsdorf; liegt in waldiger Talschlucht zwischen den Höhenzügen des Johnberges  (460 m), Leuzittephrit) und des Schloßberges (438 m, Tephrittuff). Landwirtschaft mit geringem Obstbau, Fabrikarbeiter.

  Ansichtskarte Niesenbahn, Bez. Aussig an der Elbe
Ursprünglich ein Runddorf von 5 Kleinbauergüteln am Zusammenlauf zweier kleiner Quellrinnsale im oberen Orte, erweiterte sich das Dörfchen im 18. Jahrhundert durch weit auseinanderliegende Häuselzubauten zu einem Straßenorte. Der Flurname "Fraumutterbusch" deutet ein Ausgedingeholz der Kauderner Gutswitwen an.
Das Dorf gehörte seit frühester Zeit zum Gute Kaudern und gelangte 1581 bei Vereinigung der Güter Kaudern und Schöbritz zu letzteren Herrschaft, bei welcher es bis 1848 verblieb. 1654 hatte Niesenbahn 7 Häuser ( 5 Kleinbauern, 2 Gärtner), 1787  12 Nummern. Die kleine Ortskapelle stammt aus dem Jahre 1821. Die Bewohner waren von der seit 1750 angeordneten Abfuhr von Spatzenköpfen befreit, weil sich dieser genäschige Vogel dort nicht aufhielt. Vom nahen Schloßberge aus bietet sich eine zwar nicht umfassende, aber liebliche Aussicht auf das Mittelgebirge und die Teplitzer Ebene.
Schrifttum: B. VIII, 20, 55; AJ III, 53, 65.

Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein

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