Padloschin,

mit 37 Häusern und 160 Einwohner, Eisenbahnstation in Wannow (für Personen) und Türmitz (für Güter), Post in Türmitz, Pfarre und Schule in Stöben, liegt in einer nach Norden offenen Mulde zwischen dem Staudenbergrücken (553 m) und dem Gladerrücken (508 m) am Oberlaufe des Schemei- oder Padloschiner Baches. Seehöhe 450 m. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner ist die Landwirtschaft. Das Dorf ist ein Rundling und wird 1228 als Besitz des Benediktinerinnenklosters St. Georg in Prag erwähnt. Die Anlage dürfte wohl schon aus dem 11. Jahrhunderte stammen. An eine Neuanlage des Ortes erinnert die Flurbezeichnung "Am alten Dorfe". Der alte Teil des Dorfes ist fächerförmig angelegt, die Hofstätten sind keilförmig, die Scheuern quer gestellt. Seit 1367 gehörte Padloschin zur Herrschaft

Ansichtskarte von Padloschin, Bez. Aussig an der Elbe

Graupen, bei der es bis 1578 verblieb. Am 12. Oktober 1578 kaufte die Stadt Aussig das Dorf Padloschin mit Anteilen von Qualen und Salesel. Unter dem Primator Dr. Ernst Schösser von Embleben verkaufte es aber die Stadt an Heinrich von Bünau, Herren auf Tetschen und Türmitz, und bei der Herrschaft Türmitz verblieb es bis zur Auflösung des Untertänigkeitsverhältnisses. 1654 hatte Padlischin 22 Häuser ( 8 Buern, 14 Kleinbauern). Das Dorf erfuhr dann eine Erweiterung ähnlich Qualen. 1787 zählte Padloschin 27 Nummern. Alte Linden stehen im Hofe Nr. 25, 5 und 22. Im Dreißigjährigen Kriege soll Padloschin dreimal abgebrannt sein.
An kleinen Sehenswürdigkeiten sind eine Kapelle, ein Kriegerdenkmal und zwei Kreuze vorhanden.

M.

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