Pockau ,

(auch Bockau, Bokau, Pokau genannt)

seit 1939 nach Aussig eingemeindet und seit 1903 mit der Stadt durch die elektrische Straßenbahn verbunden, hat sich zu einem  wichtigen Vorort und jetzt zu einem Teile der Stadt entwickelt. Post Aussig-Pockau, Schule im Ort, Pfarre Gartitz. 457 Häuser mit 3351 Einwohner. Pockau war ursprünglich ein kleiner Rittersitz, der seit 1401 urkundlich bezeugt ist. Es scheint, dass das Gut Pockau schon einige Zeit vor dem Jahre1363 von Schöbritz abgetrennt wurde. Es blieb bis etwa 1640 selbständig und wurde dann wieder mit Schöbritz vereint. Der alte Herrenhof lag neben der heutigen Schule an Stelle der Häuser Nr. 3, 4 und 5 und soll der Edelsitz gewesen sein.

Ansichtskarte von Pockau, Stadtteil von Aussig an der Elbe

Wo jetzt die Schule steht,soll der Schafstall gestanden sein. Außer dem Meierhof  gab es in Pockau 1654 nur zwei Anwesen. 1787 hatte der  Ort schon 17 Nummern und 100 Jahre später (1887) 129 Häuser mit 989 Einwohnern. In der früheren Zeit beschäftigten sich die Einwohner fast ausschließlich mit der Landwirtschaft oder trieben einige Handwerke.

Seit 1674 gab es hier eine herrschaftliche Ziegelbrennerei. Von den beiden Mühlen wird die "Obere Mühle" (jetzt Sägewerk) schon 1453 genannt, die "Untere" (Kreiselmühle) soll 1690 als Malzmühle für das Schöbritzer Bräuhaus errichtet worden sein.

Pockau ist nach Gartitz eingepfarrt und war vor Errichtung einer eigenen Schule (1893) nach Schöbritz eingeschult. Die Poststraße, die etwa seit 1625 nicht mehr über das heutige Lerchenfeld, sondern über Pockau ging, führte hinter dem Sägewerk über die "Schänzen" - wohl eine Erinnerung an die Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) - zur heutigen Gartitzer Schule und von da nach Postitz - Troschik. Die Häuser an der heutigen Dresdner Straße sind erst seit 1794 entstanden. Die Kaiserstraße wurde 1817 gebaut. Der Name "Weingarten" erinnert noch an den Weinbau in alter Zeit, der an den Ahängen des Spiegelsberges gepflegt wurde.

Die Straße durch den Postitzer Grund wurde erst um 1860 ausgebaut. Die Häuser in der Aßmanngasse sind in der Zeit von 1877 bis 1888, in der Schulgasse von 1885 - 1888, in der Weisgasse von 1878 - 1884 entstanden. Die Villenkolonie im "Hohlen Weg" nach nach Schöbritz ist seit 1921 ausgebaut worden, die Waldsiedlung "Haberschine" am nördlichen Abhand des Strisowitzer Berges seit 1933.
Neben der hübschen Ortskapelle (1820) ist eine kleine Anlage für das künftige Heldendenkmal geschaffen worden. Die Kreuzigungsgruppe beim Hause Nr. 15 stammt aus dem Jahre 1815. Schöne Spaziergänge bieten die Waldwege durch die sogenannte Haberschine.

(Angaben nach Franz Matzke, Friseur, der die Geschichte von Pockau eingehend erforscht hat).

Ortsverzeichnis