Postitz,

mit 132 Häuser, 798 Einwohner, Eisenbahnstation in Aussig, Haltestelle der Kraftpost Aussig - Dresden, Post Pockau, Pfarre und Schule in Gartitz, liegt im Tale des Kleischbaches am Straßenzug Pockau - Postitz - Troschik und Postitz - Kaudern zu Füßen des Hauberges (473 m) und dessen Abfallstufe Radischken ( 260 m; vorgeschichtliche Befestigung). Landwirtschaft mit Obst- und Gurkenkultur, Gewerbe, Fabrikarbeiter. Der Ort stammt aus dem 9. oder 10. Jahrhundert; heute ist er durch Häuselzuwachs seit Mitte des 17. Jahrhunderts und durch jüngere (1794) und jüngste Wohnhausbauten a. a. mehrfache "Weingärten", der "Säubach" (der Name ist auf die Postitzer Familie Zeibich (1654) zurückzuführen), der "Henkerplan" Richtstätte noch im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts).

Ansichtskarte von Postitz , Bez. Aussig an der Elbe

Am 28. 9. 1756 nächtigte Friedrich der Große in Postitz. Der herrschaftliche Meierhof, in welchen u. a. auch die Folterwerkzeuge aufbewahrt wurden,   wurde im Jahre 1794 in Teilen verkauft; sein Alter war bisher nicht zu ermitteln. Postitz gehörte in frühester Zeit zum St. Georgskloster in Prag, gelangte 1367 durch Tausch an Henslin von Turgau auf Arnau, 1375 aber schon an das Gut Kaudern, das 1579 mit der Herrschaft Schöbritz vereinigt wurde.
Um Besitzrechte   an der Flur "Lade" wurden 1528 und 1543 Streitigkeiten zwischen der Statt Aussig und den adeligen Gutsherren von Pockau bzw. Kaudern ausgetragen. Infolge Verlustes der älteren Grundbücher sind Nachrichten über das Schicksal des Dorfes im 30-jährigen Kriege wie auch in den Kriegen der Folgezeit nicht zu gewinnen. 1654 hatte Postitz 18 Häuser, (8 Bauern, 10 Kleinbauern). 1787  19 Nummern.
Zu Postitz gehört auch die 1856 errichtete "Bradenmühle" (Hinko-Mühle) unter Niesenbahn. Die alte Schenke befand sich im Hause Nr. 8 (Hermann Hinko). Als Naturdenkmal sind die lotrecht stehenden Basaltsäulen bei Postitz-Pockau zu beachten.
Emil Richter, Oberlehrer i. R., Groß-Priesen

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