Presei,

mit 40 Häuser, 171 Einwohner, einer Eisenbahnstation, Post und Schule in Schwaden, am Straßenzug Schwaden - Presei - Malschen in der Talmittenlage des Tschernischkenbächleins zwischen den Berghöhen der Bawinke (Hauyntephrit) und der Budoweer Platte (320 m). Landwirschaft mit Obstbau. -- Früher slawischer Rundling aus dem 9. - 10. Jahrhundert Name des Ortes sowie der im Ortsgebiete liegende Flur Preschine vom tschechischen brzeza ("Birke")

Ansichtskarte von Presei, Bezirk Aussig an der Elbe

abzuleiten;  die Flur "Steppen" weist auf frühen Obstbau, der "Tschihadl" auf einen alten Vogelherd hin. Das Dorf wurde nach gewissen Erscheinungen des tschechischen Lautwandels bereits um 1270 von Deutschen übernommen; eine für das Jahr 1338 nachweisbare Erbzinsung für 11 zum Dorfe gehörigen Huben bezeugt, daß es da bereits nach deutschen Rechte ausgesetzt war.
Presei befand sich unter  jenen 14 Dörfern, die Herzog Spithnew im Jahe 1057 der Stephanskirche in Leitmeritz schenkte; es gehörte später zum bistümlichen Tafelgute Prag und wurde vom Bischofe Johann von Draschitz im Jahre 1337 dem Kloster der Augustinerchorherren in Raudnitz zugeteilt, erscheint aber schon 1355 im Besitze der Wartenberge auf Groß-Priesen.
Nach Zusammenlegung der Güter Warta und Schwaden (1548) verblieb es bei letzterem und wurde nach Teilung unter den Brüdern von Salhausen (1568) zusammen mit dem Orte Malschen als eigenes landtäfliches Gütchen für den jüngsten Bruder Christoph (Gattin Marie von Weißenbach auf Wolfersdorf) ausgeschieden. Zur Errichtung eines nun notwendigen Gutshofes wurden etwa 4 von den 11 Bauerngütlein des Dorfes eingezogen; zum Hofe soll ein Herrenhaus (heute Forsthaus Nr. 25), ein Bräuhaus? (Nr.20), ein Schafstall (Nr.29) und ein Hegerhaus (Nr. 7) gehört haben.
Im Herrenhaus lebte seit 1643 der Bruder Wolf Albrecht (gest. 1654) des letzten Schwadener Gutsherren Gottfried Konstantin von Salhausen und später als naher Anverwandter Wolf Ernst von Weißenbach (gest. 1676).
1654 hatte Presei 10 Häuser (7 Bauern, 2 Kleinbauern, 1 Gärtner). 1787 20 Nummern.
Naher Aussichtspunkt die Malschner Höhe (573 m) mit Ausblick auf das nördliche und östliche Mittelgebirge, auf das Erz- und Elbesandsteingebirge.
Schrifttum: Exk-Kl- XVII, 206, 221; bei Tscherney "Schwaden".                                                            Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein

Ortsverzeichnis