Prosanken,

    

mit 38 Häuser und 179 Einwohnern, liegt in der kath. Gemeinde Groß-Tschochau, an der Straße Groß-Tschochau - Hertine an der Biela, Haltestelle Prosanken, Post Pfarre und Schule Groß-Tschochau, Seehöhe 161 m.

Prosanken gehörte schon um 1156 dem Kloster der Benediktinerinnen in Teplitz. Auf dem längst verschwundenen Rittersitze lebten im 14. Jahrhunderte die Herren von Brozan, die Lehensleute des Teplitzer Klosters waren und 1417 ausstarben. Sie wohnten wahrscheinlich auf der Feste Lelowska, die vor den Hussitenkriegen entstanden, aber um 1521 schon wieder zerstört war.
Da Prosanken ein alter Herrensitz war, ist es zu erklären, daß es dort auch eine Kirche gibt (urkundlich 1352). Der Chor (Priesterraum) dieser Kirche mit sternförmiger Wölbung und scharf profilierten, breit vortretenden Rippen rührt aus dem Ende des 14. Jahrhunderts, das Schiff aus dem 17. Jahrhundert her. Höchst bemerkenswert ist der Hauptaltar, ein kunstvoller Flügelaltar aus der Karolingischen Malerschule. Die größere, von Matthias Spitz  gegossene Glocke trug die Jahreszahl 1541. Nach dem Hussitenkriegen war Prosanken 1437 in den Besitz des Jakoubek von Wrzesowitz, 1458 an die Teplitzer Herrschaft gekommen.
1536 kam ein Teil des Ortes, nach 1585 der andere zur Herrschaft Groß-Tschochau. 1610 war Friedrich von Biela, der 1621 auf dem Altstädter Ring in Prag enthauptet wurde, Besitzer von Prosanken. 1654 hatte Prosanken außer dem großen Meierhofe 12 Häuser (4 Bauern, 7 Kleinbauern, 1 Häusler). Vor dem Dreißigjährigen Kriege hatte es 13 Anwesen. 1787 wies der Ort an 8 neue Siedler verteilt. (Nr. 1, 22 - 28), die als Hofehäuseln bezeichnet wurden). Die Bewohner sind meist Landwirte.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

 
 
 
 

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