Qualen,

mit 39Häuser, 169 Einwohner, liegt auf der gegen die Elbe vorgeschobenen Hochfläche von Qualen in einer Höhe von 352 m mit einem Steilabfall gegen Salesel, auf dem sich ehemals Weinberge befanden. Eisenbahnstation und Post Salesel, Pfarre und Schule Stöben. Qualen ist ein Runddorf und dürfte etwa im 11. Jahrhundert gegründet worden sein. Der Name ist wohl von einem Personennamen Chwal abzuleiten. Die Flureinteilung mit den vielen und kleinen unregelmäßigen Teilstücken macht einen älteren Eindruck als die von Padloschin, das ebenso wie Qualen 1228 dem Benediktinerinnenkloster zu St. Georg in Prag gehörte Foto von dem Ort Qualen im Bezirk Aussig an der Elbe. Archiv HV. Aussig.
Um 1367 kam ein Teil von Qualen mit Padloschin an Timo von Kolditz auf Graupen, bei welcher Herrschaft es bis 1578 verblieb. In diesen Jahre kaufte die Stadt Aussig Padloschin und die Anteile an Qualen und Salesel, verkaufte sie aber 1612 an Heinrich von Bünau auf Tetschen als damaligen Besitzer der Herrschaft Türmitz, bei der sie dann bis 1848 verblieben. Qualen war also ein Teilhof. Der andere Teil gehörte seit 1579 zu Groß-Tschochau. Dieser Anteil beschränkte sich im Jahre 1654 auf ein Bauerngut und 5 Gärtnergütel und dürfte jener Teil des Ortes gewesen sein, der im 14. Jahrhunderte den Herren Syrsa von Dubitz gehörte und bei dessen Nachkommen verblieben war. Sie nannten sich im 16. Jahrhundert Dubitzky. 1787 zählte Qualen 34 Nummern. Im Jahre 1833 gehörten 13 Häuser mit 69 Einwohner zu Groß-Tschochau, die übrigen 21 Häuser mit 126 Einwohner zu Türmitz.
Das alte Runddorf mit seinen 10 oder 11 Bauern wurde im Laufe der Jahrhunderte erweitert und hat einen zweiten Ortsplatz erhalten.
Die Kapelle stammt aus dem Jahre 1834. Bis zum Jahre 1874 litt das Dorf sehr unter häufigen Wassermangel, der durch Anlage einer Wasserleitung behoben wurde, um die sich der Pfarrer Wenzel Kühnel in Stöben und der in Elbogen geborene Spediteur Anton Müller in Prag sehr verdient gemacht haben. Die Gemeinde hat deshalb eine Gedenktafel auf dem Ortsplatz gewidmet. uf dem Ortsplatze liegt auch der sogenannte ,,Glaselstein". (Kladenstein, in alter Zeit Pranger)

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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