Reindlitz,

mit 60 Häuser und 259 Einwohner, Eisenbahnstation und Haltestelle der elektrischen Straßenbahn Nestomitz, Post und Schule Nestomitz, Pfarre Mosern. Das Dorf mit liegt in der Talweitung unterhalb der Blankenstein und ist schon eine uralte Siedlung, wie die hier gemachten vorgeschichtlichen Funde beweisen. Urkundlich wir der Ort schon 1186 erwähnt und war Johanniterbesitz. Da er in alter Zeit zur Pfarre Schwaden gehörte, bildete er wohl auch einen Teil der Herrschaft Schwaden und wurde erst nach der Erbauung der Burg Blankenstein (um1400) zu dieser neugegründeten Herrschaft geschlagen. Heute erstreckt sich das Dorf beinahe durch das ganze Tal und wird in ein Vorder- , Mittel- und Hinter-Reindlitz eingeteilt. Nur wenigen ist bekannt, daß das alte Dorf ein kleines Runddorf war, das um das heutige Genesungsheim herumlag. Wohl erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurden drei Häuser in Mittel-Reindlitz

Ansichtkarte von Reindlitz, Bez. Aussig an der Elbe, (Archiv HV.-Aussig)

(Nr. 11, 12 und 13) gebaut. Von allen anderen Häusern kann an Hand der Grundbücher die Bauzeit ziemlich genau bestimmt werden. Sie stammen zumeist aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege. Nur die Mühle Nr. 25 in Hinter-Reindlitz, das um 1600 auch Neu-Reindlitz genannt wurde, und das Haus Nr. 31 (Richter) sind älter. Unter den Flurnamen haben sich manche slawische namen aus der Zeit vor der deutschen Landnahme erhalten. (Pihana, Selzen, Jeser, Dolitsch, Gantschen ...) Die im Talgrunde idyllisch gelegene Mühle Nr. 8 (Löbel-Ehrlich) stammt aus dem Jahre 1848. Die Genesungsheime in Reindlitz, die mit einem wohlgepflegten Park umgeben sind, entstanden von 1898 bis 1913. Von den drei Gebäuden, die zusammen einen Belag von 120 - 130 Betten aufweisen, waren zwei Eigentum des "rekonvalenszentenheimvereins" in Aussig, das dritte, größere, Eigentum der Revierbruderlade in Brüx

Die Verwaltung aller Gebäude hat jetzt die Sudetendeutsche Knappschaft in Brüx übernommen. Eine Tiefbohrung unweit des unteren Parkeinganges an der Nestomitzer Straße im Jahre 1930 förderte aus einer Tiefe von 43 m artesisches Wasser zut Tage.

Schrifttum: B. 1930, S. 77 f., Häusergeschichte B. 1940, S. 21, 106,  203.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

 
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