Saara,

mit 58 Häuser und 157 Einwohnern, Eisenbahnstation Kleinkahn, Post Pfarre und Schule Böhmisch-Kahn im Straßenzug Kninitz -- Saara -- Böhmisch-Kahn und Saara -- Arnsdorf an jener Stelle wo sich das Teilwasser des Holzgrundes (Katzbach) mit dem von Arnsdorf kommenden Höhnebach vereinigt. Der Ort liegt an der Bruchlinie zwischen dem Erzgebirge und dem vom Gratschner Mittelgebirgsrücken ausstreichenden "Gehege". Die Bruchlinie ist mit tertiären Tonmergeln bis zu 86 m Tiefe ausgefüllt. Aus überlagerndem abgesunkenem Torfmoor bildet sich westlich von Saara ein geringfügiges Braunkohlenflöz. Der Ort -- ursprünglich ein Rundling -- dürfte an Stelle einer alten slawischen Siedlung, worauf der Ortsname ("Brandrodung" vom tschechischen žd´ar) und noch drei slawische Flurnamen hinweisen, in der Zeit von 1150 bis 1200 von deutschen Bauern als Waldhufendorf angelegt   worden sein. Der Umstand gleichwertiger Flurenbezeichnung als "Gonich" (tschechisch kun = Pferd) würde auf Weiterführung bereits vorhandener Wirtschaftseinrichtungen hindeuten.

Sonstige bemerkenswerte Flurnamen: Heide, Huben und Hubenwiese, Eisenacker, Vogelherd u. a. Saara gehörte in frühester Zeit (1228) zum St. Georgskloster in Prag, kam 1367 durch Tausch an Henslin von Turgau, aber noch vor 1401 an das Gut Schöbritz, bei dem es bis 1848 verblieb. Der dortige herrschaftliche Meierhof entstand seit Mitte des 16. Jahr-hunderts aus aufgekauften Bauerngütern; er wurde 1794 in Teilen an Leute aus Saara und der Umgebung abverkauft. Zur gleichen Zeit wie der Meierhof wurden die "Hofeteiche" aus zwangsweise abgetretenen Bauerngründen angelegt; sie sind heute trockengelegt. Im 30-jährigen Kriege wurde Saara (wie auch Kninitz) durch meißnische Mordbrenner im Jahre 1634 arg verwüstet. -- Im Jahre 1599 herrschte hier die Pest.

Schrifttum: Verstreute Notizen in den AKH; AB. II, 82; V. 111, AJ. II, 82                    Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig-Schreckenstein

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