Salesel,

mit 156 Häuser und 749 Einwohnern, liegt am linken Ufer der Elbe am Einfluß des Mühlbaches, Höhenlage 140 m. Eisenbahnsation der Strecke Prag - Dresden, Dampfschiffshaltestelle, Haltestelle der RB-Kraftpostlinie Aussig - Trautenau, Post, Schule im Orte, Pfarre Zirkowitz.Die ursprüngliche Anlage des Dorfes Salesel wurde durch den Bahnbau (1847 - 50) verwischt. Es war ein Runddorf, das sich im Laufe der Zeit zu einem Haufendorfe entwickelt hat. Es dehnt sich jetzt beinahe drei Kilometer längs der Elbe aus Infolge seiner Lage in einem Talkessel, der gegen Nordendurch den Wankenberg geschützt ist, hat es ein mildes Klima, das für den Obst- und Weinbau sehr günstig ist. Zur Zeit der Baumblüte wird es viel besucht. Saleseler Obst ist sehr berühmt (Kirschen, Erdbeeren, Aprikosen und Pfirsiche). Die Bewohner betreiben Landwirtschaft, Obst und Gartenbau, sind aber auch vielfach in Aussig beschäftigt. Der Fremdenverkehr ist bedeutend. Mehrere Gasthöfe sorgen für Unterbringung und Verpflegung der Ansichtskarte von Salesel an der Elbe, Bezirk Aussig
Sommerfrischler, die auch in Privathäusern Unterkommen finden. Die günstige Lage des Ortes macht eine sehr frühe Besiedlung wahrscheinlich. Es wird schon im Jahre 1057 als Besitz der Kapitelkirche St. Stephan in Leitmeritz genannt, bestätigt 1218. 1926 gehört aber ein Teil auch dem Kloster in Doxan, bestätigt 1273. 1357 besaß einen Teil von Salesel der Edelmann Epik von Hradek, den anderen Teil (mit Dubitz und Zinsleuten in Stöben und Qualen) die Familie Syrsa auf Dubitz. Das Fischereirecht hatte sich früher der Landesherr vorbehalten, bis es Ottokar I. 1273 auch dem Kloster Doxan verlieh. Der Besitz dieses Klosters ging 1487 an die Herren von Kolditz auf Grauben über, wurde 1678 von der Stadt Aussig erworben und von dieser 1610 an die Stadt Leitmeritz verkauft. In dem Kaufvertrage ist von 10 Ansässigen, freien Plätzen bis zur Elbe, zwei Mühlen und einem Gasthaus (Kretscham) der Elbefischerei und dem Elbezolle die Rede. Diese Anteile von Salesel wurden dem von der Stadt Leitmeritz gehörigen Gute Keblitz zugeschlagen.
Von den 74 Häusern, die Salesel im Jahre 1833 zählte, gehörten 41 mit 184 Einwohnern zur Herrschaft Groß-Tschochau, die übrigen zu Keblitz. Jene Anteile von Salesel, die im 14. und 15. Jahrhunderte Nachkommen des Syrsa auf Dubitz besaßen, gehörten bereits 1579 zum Gute Groß-Tschochau. Im Jahre 1633 ging die von Dresden nach Prag eingerichtete Fußpost über Salesel, wo ein Bote seinen Wohnsitz hatte. 1652 trat an Stelle der Fußpost eine Reitpost und 1752 eine Fahrpost. Wohl seit dieser Zeit, bestimmt aber 1755, ging die Landstraße nach Prag nicht mehr über das Gebirge (Hottowies, Elbogen, Stöben ...), sondern durchs Elbetal. 1654 hatte Salesel 30 Häuser ( 2Bauern, 16 Kleinbauern, 12 Gärtner). 1787 zählte es bereits 72 Nummern. Am 25. April 1815 brannten 13 Häuser ab. Zur Erinnerung daran bestimmte die Gemeinde den 25. April als Gelöbnistag. 
Der Bau der Staatseisenbahn in den Jahren 1847 - 1850 brachte eine Veränderung des Ortsbildes mit sich. Seit 1887, in welchen Jahre Salesel 83 Häuser mit 471 Einwohnern zählte, ist dieser Ort infolge seiner zunehmenden Bedeutung als Sommerfrische und als Ausgangspunkt für Wanderungen nach dem schön gelegenen Dubitzer Kirchlein immer  mehr gewachsen. Von Bedeutung ist auch das große Kaolinlager, das von der Glassand-A.G. Ludwig ausgebeutet wird. In neuerer Zeit bekam die aufblühende Ortschaft ein Strandbad, das allerdings durch das Stauwasser der neuen Elbschleuse in Schreckenstein beeinträchtigt wird.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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