Schande, (auch Schanda)

    

mit 52 Häuser und 330 Einwohner liegt 1 km nordöstlich von Kulm, unweit der Reichsstraße Arbesau -- Teplitz, nächste Eisenbahnstation Kulm, Post, Pfarre und Schule Kulm. Schande ist ein schmales Reihendorf, am Nordende fest geschlossen, ähnlich wie Kulm und Nachbarorte, mit Höfen fränkischer Art. Feld und Wald sind planmäßig geteilt. Die Anlage des Dorfes dürfte wohl aus dem 12. Jahrhundert stammen. Urkundlich wird es zum ersten Male 1384 Sandow (vergl. Schandau) genannt. Es gehörte zur alten Herrschaft Graupen und wurde 1580 durch Otto Kölbel von Geising zur Herrschaft Kulm erworben. Nach dem Dreißigjährigen Kriege hatte es 22 Häuser, eins war unbewohnt. (14 Bauern, 3 Kleinbauern, 5 Häusler.) 1787 wurden 32 Nummern gezählt.

Ansichtskarte von Schanda (Schande), Bez. Aussig an der Elbe, Archiv Hilfsverein Aussig
 Am 29. August 1813 stießen in den Vormittagsstunden die Franzosen auf die russischen Truppen, die ihnen Widerstand leisteten. In den heftigen Kämpfen wurde der Ort ein Raub der Flammen. Nur ein Haus (Nr. 13) blieb verschont. Schande wurde in der Folgezeit wieder aufgebaut und zählte 1833   37 Häuser mit 218 Einwohnern.
Zur Schande gehört auch die Einschicht Sernitz im Sernitztal, die 1833 aus 4 Häusern mit 15 einwohnern bestand. Diese Häuser erinnern an den ehemaligen Silberbergbau, der um 1690 hier betrieben wurde. Beim Eingang in das Sernitztal auf der Aßmannwiese steht ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Gefangenennahme des französischen Generals Vandamme.
Im Gasthause des Josef Hauptmann ist eine kleine Sammlung von Erinnerungsstücken aus dem Jahre 1813 zu sehen. 1894 wurden durch eine große Feuersbrunst viele Häuser zerstört.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig.

 
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