Schönfeld,

 

mit 162 Häuser und 1468 Einwohnern liegt an der Straße Türmitz - Raudnig - Modlan am Senselner Bach (Weißbach), in den östlich der Modlaner Bach einmündet, durch den der Schönfelder Teich, der zweitgrößte im Kreise Aussig gespeist wird. Haltestelle der Aussig-Teplitzer-Eisenbahn, Post und Schule im Orte, Filialkirche von Türmitz, Höhe 174 m. Schönfeld und seine Umgebung war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie durch planmäßige Grabungen festgestellt

Ansicht von Schönfeld, Bez. Aussig an der Elbe

wurde. (Näheres siehe B. 1936, S. 125 ff.) Der Anlage nach ist es ein Runddorf mit einem Herrensitz aus dem 12. Jahrhundert. Schon 1207 tritt es ins Licht der Geschichte. Der Name Schönfeld ("Sconfeld") ist ein Beweis, dass schon damals deutsches Recht seinen Einzug gehalten hatte. Nach 1315 war es ein Zugehör zur Herrschaft Geiersburg, bei der es bis ins 16. Jahrhundert verblieb. Als Kirchdorf wird es schon 1352 genannt.

Dass es durch die Hussitenschlacht auf der benachbarten Bihana im Jahre 1426 in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist sehr wahrscheinlich. Vor dem Jahre 1575 erwarb Leopold Kölbel von Geising das Dorf Schönfeld. Ein Grabstein seiner Tochter Katharina ist in der Kirche (an der linken Turmmauer) noch vorhanden.

1579 kam Schönfeld an Nikolaus Otto von Mühlen auf Untertürmitz. In der Folgezeit blieb es bei der Herrschaft Türmitz. Der Teich ist vor dem Jahre 1647 angelegt worden. Er diente als Sammelbecken für die ehemals im Osten des Ortes (im jetzigen Tagebaue) befindliche Mahl- und Brettmühle. An der Ostseite des Teiches entstand eine Gruppe von Häuseln, die man die "Kleine Seite" nennt. 1654 hatte Schönfeld 25 Häuser, von denen 12 unbewohnt waren, also wüst lagen (aus den Jahren des Dreißigjährigen Krieges); 12 Bauern, 10 Kleinbauern und 8 Häusler. Bei der Kirche steht auf einem Steinsockel ein schmiedeeisernes Kreuz aus dem Jahre 1696. Die Kirche stammt -bis auf den Turm - aus dem 18. Jahrhunderte her. Am 28. Juli 1718 entstand im Meierhofe ein Feuer, das den ganzen nördlichen Ortsteil (Nr. 7 bis 15) in Schutt legte. (Näheres siehe B. 1935, S. 125 ff).
1787 zählte der Ort schon 48 Nummern. Alte Fachwerkbauten sind Nr. 12, 15, 37, Nr. 14 aus dem Jahre 1722, Nr. 32, 36 und 26 (die alte Schmiede). Die älteste Bauernfamilie des Ortes (Schütz) wohnt in Nr. 0 und 11 (1721).

Der Kohlenbergbau setzte auch in Schönfeld schon bald nach 1800 ein. 1842 gab es im Gemeindegebiete 19 Zechen. Der Albert-Schacht wurde 1808, der Otto-Ernst-Schacht 1872 eröffnet. 1839 und 1866 wütet in Schönfeld die Cholera. 1808 legte ein Orkan den hohen Schornstein des Albert-Schachtes um. Dieser Schacht gehörte ehemals dem Grafen Nostitz in Türmitz, jetzt gehört er den Chemischen Werken in Aussig und ist durch eine Drahtseilbahn mit der Fabrik in Aussig verbunden.

Der Meierhof in Schönfeld gehört jetzt der Stadtgemeinde Aussig. Die Landwirtschaft ernährt nur einen Teil der Bewohner. Die meisten sind Industriearbeiter in Aussig oder Teplitz, oder Bergarbeiter, Angestellte oder Gewerbsleute.                                                                    Josef Schütz, Katechet, Aussig.

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