Schönpriesen,

seit 1900 ein Stadtteil von Aussig, Bahnstation, Postamt Aussig III, durch die Straßenbahn mit der Stadt Aussig verbunden. Der Ort hieß früher Prießnitz und wurde erst 1876 in Schönpriesen umbenannt. Das Dorf Prießnitz war in alter Zeit nur ein Herrschaftssitz. und hatte ursprünglich keine Bauern. Die späteren Gärtner hatten nur im Laufe der Zeit herrschaftlichen Grund erworben.
Die ältesten Häuser gruppierten sich vor der westlichen Seite des Schloßgartens und um den ehemaligen Teich herum,standen also in der Nähe der heutigen Endstation der Elektrischen Straßenbahn. Den Mittelpunkt des Ortes bildete der Herrschaftsitz. Das sogenannte "alte Schloß" ist schon vor dem Jahre 1600 erbaut worden und ist durch einen Gang mit der in der Zeit von 1599 bis 1601 erbauten Schlosskiche verbunden. Das "neue Schloss" dürfte aus der Hälfte des 18. Jahrhunderts herrühren. Der ehemalige Meierhof mit einem Bräuhaus ist schon vor dem Jahre 1843 abgetragen worden. Die alte Scheuer wurde erst gelegentlich der Straßenregelung beseitgit.Die Parkanlage ruht wohl aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts her. Sehenswert ist die Schlosskirche, die in ihrem Äußeren spätgotischen Formen zeigt, im Inneren aber ausgesprochene Merkmale der Renaissance aufweist. So die Säulenumgänge mit den Galerien und vor allem den prachtvollen Hochaltar, der zu den schönsten und vornehmsten Schöpfungen deutscher Renaissance in Nordböhmen zählt.

Das Schloß von Schönpriesen, Stadtteil von Aussig an der Elbe, Foto K.H. Kralowetz

Unweit des Talausganges der "Leinischen Hölle" liegt der Ortsteil "Am Keller", der seinen Namen von dem ehemaligen herrschaftlichen Keller hat, wo der auf den herrschaftlichen und bäuerlichen Gründen erbaute Wein gepresst und und in großen Fässern eingelagert war. Auf dem benachbarten Uhuberg wird heute Wein gebaut.
Der Ort Prießnitz zählte bis 1833  48 Häuser und 347 Einwohner. Er ist erst nach dem Bahnbau durch die Schaffung größerer Unternehmen gewachsen. Das herrschaftliche Bräuhaus wurde 1867 erbaut und ging 1893 in den Besitz der   Bräubürgerschaft Aussig über.
1890 hatte Schönpriesen 200 Häuser und 3644 Einwohner. Das katholische Pfarramt besteht seit 1899. Vorher war Schönpriesen nach Seesitz eingepfarrt. Jetzt zählt der Stadtteil Schönpriesen 387 Häuser mit 6044 Einwohnern.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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