Schönwald, (heute Krásny Les)

Ereignisse in Schönwald 1830 - 1840

mit 302 Häusern und 985 Einwohner, Eisenbahnstation Tellnitz, Post. Pfarre und Schule im Orte, liegt in einem Quertale des Erzgebirges und Schönwalder Bach, der nach Überschreitung der Grenze Gottleuba heißt und bei Pirna in die Elbe mündet. Die Dorfstraße wurde 1842 als Fortsetzung der Nollendorf - Schönwalder Straße erbaut. Die Ortshöhe bei der Kirche beträgt 586. Die Bewohner sind größtenteils Landwirte. Sonst sind alle Handwerke vertreten. Ein Teil der Bewohner findet in der bestehenden Metallwarenfabrik Beschäftigung. Der Ort hat eine Dorfflur  von 2369 ha  und ist mit seinen 74 alten Bauerngütern (1654) das größte Waldhufendorf des ganzen Kreises Aussig.

Foto von Schönwald in Erzgebirge, Bez. Aussig a. E.

Seine Gründung ist in das 13. Jahrhundert zu verlegen. Urkundlich wird es 1437 das erstemal genannt, als der Kaiser Sigismund die von der Krone Böhmen zu Lehen gehende und ihr heimgefallene Güter "Schonwalde und Streckenwalde" seinen getreuen "Wolf Teler" verlieh.

1477 gehörte es aber schon zur Herrschaft Graupen, bei der es bis 1580 verblieb, welchem Jahre Tam von Sebottendorf die Dörfer Schönwald, Nollendorf und Peterswald kaufte. Der Meierhof und der Herrensitz dürften wohl erst aus dieser Zeit stammen. Das noch stehende Schloß wurde 1708 vom Grafen Franz Ignaz Wratislaw von Mitrowitz erbaut, wie aus einer Inschrift oberhalb der Haustür erkennbar ist. Das Meierhofgebäude wurde 1766 von dessen Enkel Franz Karl neu errichtet. Das Bräuhaus war ein Teil des langgestreckten Meierhofgebäudes, hatte starke Mauern, feste Gewölbe und enthielt außer der Braustätte entsprechende Kellereien und die Wohnungen für das Personal- Der Erbauer dieses Gebäudes und wahrscheinlich auch des herrschaftlichen Schüttbodens dürfte Peter de Versa gewesen sein. Die Brauerei wurde 1918 aufgelassen. Meierhof und Schloß gehören jetzt der Stadt Aussig. Die kleine Kirche, die auf dem Friedhof stand, wurde 1639 von den Schweden niedergebrannt, aber 1656 (auf dem Friedhof) wieder aufgebaut. Die jetzige Kirche stammt aus dem Jahre 1790. An der Außenseite der Kirche, links von der Sakristei, erinnert eine Gedenktafel an den Grafen Josef Rudolf von Schönfeld, dessen Herz in einer verlöteten Blechkapsel hinter diese Tafel eingesetzt wurde, welche 1707 in der alten Kirche eingemauert war. Dieser war der Stifter des alten Spitals, das von 1706 - 1813 stand und 1909 vom Grafen Ottokar von Westphalen als Asyl neu eingerichtet wurde.

Im Dreißigjährigen Kriege, in den Schlesischen Kriegen, 1813 und 1866 hatte Schönwald viel unter den durchziehenden Truppen zu leiden. Nach der Schlacht bei Kulm 1813 trieben Kosaken verfolgte Franzosen bis über Schönwald hinaus in den Grund nächst dem Sattelberge, wo der größte Teil niedergemetzelt wurde. Der Flurname "Mordgrund" erscheint urkundlich bereits im Jahre 1609 (Peterswalder Gerichtsbuch ab anno 1572, fol 679)

Nördlich von Schönwald erhebt sich der geologisch bemerkenswerte Spitzberg (719 m), der einem Basaltausbruche aus zwei Schloten seine Entstehung verdankt. Um den Berg haben sich Sandsteine der zenomanen Kreideschichten erhalten, die einst das ganze Erzgebirge überlagerten. Die Nordwestseite ist Basalt und die Nordseite Sandsteinfelsen. Von dem Berge genießt man eine Aussicht bis Dresden, Königstein,, in die Lausitzer und Freiberger Gegend. Am Fuße des Felsens wurde 1906 ein Schutzhaus erbaut. Nordöstlich vom Sattelberge steht an der sächsischen Grenze ein massives Steinkreuz. Der Bierschenker Josef Walter aus Schönwald Nr. 148 ließ es errichten zur Erinnerung an seine dort am 3. Juni 1823 meuchlings ermordetet Tochter, daher der Name Walterkreuz. Beim Hause NR. 136 wurde 1840 vom Müllermeister Ferdinand Rosenkranz die Peter-Paul-Kapelle errichtet. Beim Hause Nr. 134 steht eine mächtige Linde, beim Hause Nr. 176 eine Esche von 6 m Umfang. Am 8. und 9. Juli 1927 wurde Schönwald von einer schweren Hochwasserflut betroffen.

1654 hatte Schönwald 93 Häuser, von denen 29 unbewohnt waren. (47 Bauern, 27 Kleinbauern, 19 Häusler.) 1787 wurden 172, 1833  261, 1887  309 Nummern gezählt. Die Bevölkerung, die 1880 1562 betrug, ist stark zurückgegangen.

Karl Dietze, Gewerbeschullehrer i. R., Aussig

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