Schwaden,

mit 188 Häuser, 1855 Einwohner liegt am rechten Ufer der Elbe, an der Straße Schreckenstein - Tetschen, Eisenbahnstation, Post, Pfarre und Schule Schwaden. Höhenlage 139 m. Haltestelle der Dampfschiffe im gegenüberliegenden Nestomitz, Autobusverbindung mit Aussig.Die Talweitung bei Schwaden war schon in der vorgeschichtlichen Zeit besiedelt, wie die hier gemachten Funde beweisen. Der Name Hradischka (östlich des Dorfes) erinnert an eine vorgeschichtliche Befestigung. Der Name Schwaden wird von Geschichtsschreiber des Ortes, Anton Tscherney, als "Furt" gedeutet. In der Tat befand sich bei Schwaden schon in uralter Zeit ein Übergang über die Elbe. das Christentum dürfte schon im 10. Jahrhundert Eingang gefunden haben. Vor dem Jahre 1178 schenkte der Edle Hroznata seinen Besitz Schwaden, den er wohl nicht lange vorher vom Herzog des Landes zur Belohnung für deine Dienste erhalten hatte, dem Johanniterorden. Ansichtskarte von Schwaden, Bez. Aussig an der Elbe
1283 gab es in Schwaden eine landesfürstliche Burg, die zusammen mit der von Aussig an den Markgrafen von Brandenburg verpfändet wurde. Seit 1319 finden wir Schreckenstein mit Schwaden im Besitze der Wartenberger, die sich trotz allerhand Besitzwechsels bis 1532 hier behaupteten. 1477 ließ Anna von Wartenberg, eine geborene von Duba, die Witwe des bekannten Blankensteiner  Ritters Johann von W. (1436 bis 1472), die sich mit Nikolaus von Hermsdorf wiedervermählt hatte, das Presbyterium der Schwadner Kirche erbauen.
Christoph d. J. von Hermsdorf ließ 1494 die große Glocke gießen, die noch erhalten ist.
1532 kam Schwaden an Hans von Techwitz, dessen Grabstein (1545) noch vorhanden ist. Von 1548 bis 1675 saß auf Schwaden das kunstliebende Geschlecht der Herren von Salhausen.
Von Georg Rudolf v. S. (+ 1577), Christoph v. S. auf Presei (+ 1581) sind noch die Grabdenkmäler in der Kirche zu sehen. Friedrich von Salhausen auf Schwaden von 1591 - 1619, dürfte der Erbauer des Schlosses sein. Er ließ auch das Schiff der Kirche, den Turm und die Friedhofsportale errichten. (1606). Sein Metallsarg hat sich noch in der Gruft unter der Sakristei erhalten. Eine besondere Bedeutung erlangte Schwaden, als Gottfried Konstantin von Salhausen von 1645 bis 1575 Hauptmann des Leitmeritzer Kreises war. Als solcher führte er den ersten Leitmeritzer Bischof (1656) in sein Amt ein. Um 1670 ließ er das Schloß noch einmal erneuern. Nach dem Tode des letzten Salhausen verlor Schwaden an Bedeutung, da der Amtssitz der Herrschaft Schwaden nach Ploschkowitz verlegt wurde.
1730 erbaute die kunstliebende Großherzogin Anna Franziska von Toskana als Grundherrin von Schwaden das Pfarrhaus. 1731 ließ sie die Drei-Königs-Statue bei der ehemaligen Überfuhr an der Elbe errichten.
1777 brannte der Meierhof und das Niederdorf ab, 1793 wurde der Meierhof in Teilen verkauft. Bemerkenswert ist, daß die Schwadner Weingärten auf dem linken Ufer zwischen Nestomitz und Schönpriesen lagen. Schwaden ist in alter Zeit eigentlich nur ein Herrschaftssitz gewesen und hatte keine Bauern, sondern meist nur Leute, die irgendwie im Dienste der Herrschaft standen.
1654 hatte es 10 Häuser, 1722 wurden 178 Einwohner gezählt. 1787 hatte Schwaden 49 Nummern, hundert Jahre später (1887) 77 Häuser mit 429 Einwohner. Durch die Entwicklung der Industrie und des Verkehrs in den Nachbarorten nahm auch die   Bevölkerung in Schwaden zu. Die Bewohner sind meist Arbeiter, Angestellte und Gewerbetreibende. Der Obstbau ist bedeutend. Eine Besonderheit in Schwaden ist der Radieschenbau.
Das alte Schloß brannte 1814 zum Teil ab und wurde später förmlich als Steinbruch benützt. 1895 kaufte Barbara Büschel aus Aussig die Schloßruine, ließ sie umbauen und benannte sie "Villa Habsburg", jetzt "Wartburg" benannt.
1861/62 baute sich der in Schwaden geborene Lehrerbildner Franz Josef Hermann, Prag ein Villa in Schwaden, konnte sie aber nicht bewohnen, da er im selben Jahr starb. Der Aussig - Karbitzer Lehrerverein widmete ihm ein Denkmal, das 1891 enthüllt wurde. Eine ausführliche Geschichte von Schwaden schrieb Anton Tscherney (geb. 24. Mai 1845 in Schwaden Nr. 15, gestorben als Dechant in Schnauhübel am 25. Oktober 1927), erschienen 1894 (I) und 199 (II). Die Arbeitsgemeinschaft für Heimatforschung in Aussig widmete ihm eine Gedenktafel, die 1928 an der Schwadner Kirche angebracht wurde.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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