Sedl,

mit 6 Häuser, 42 Einwohner, Gemeinde Neudörfel, Eisenbahnstation, Post, Pfarre und Schule Schreckenstein, am Straßenzug Neudörfel - Sedl - Malschen, liegt am Nordhange der ,,Kleinen Wostrei" (535 m).
Landwirtschaft, Waldarbeiter. Eine Siedlung aus der Zeit des 13. Jahrhunderts, am Hohen Sattel, zwischen den Kojeditzer - und Prutscheltale, und zwar der Hohen und Kleinen Wostrei. Seit Gründung des Burgsitzes Schreckenstein (1318) Zugehör zu diesem und nach Einlösung der noch 1532 bestandenen einzigen zwei Bauerngütel, schon Ende des 16. Jahrhunderts herrschaftlicher Meierhof mit einem zugehörigen Häuslergütel, zu dem sich ausgangs des 17. Jahrhunderts ein weiteres von der Herrschaft errichtetes Häusleranwesen gesellte. Der Meierhof wurde 1853 aufgelassen; das Forsthaus stammt aus jüngerer Zeit. Hof und Siedlung lagen i. J. 1638 ( nach Sachsen und Schwedeneinfall) wüst. -
Naher Aussichtspunkt die Hohe Wostrei (585 m, Leuzittephrit, überlagert vom Basaltstufen) mit prachtvollem Ausblick auf den größten Teil des Mittelgebirges und dem siebenmal sichtbar werdenden Lauf des Elbestromes.

Emil Richter, Oberlehrer i. R., Aussig - Schreckenstein.