Senseln,

mit 29 Häuser, 176 Einwohner gehört zur Katholischen Gemeinde Raudnig. Nächste Eisenbahnstation Karbitz, Post Wicklitz, Pfarre und Schule Modlan, Seehöhe 183m. Senseln, ein durch den Bergbau verschwindender Ort, war ein Runddorf etwa aus dem 12. Jahrhundert mit einer hufenförmigen Feldeinteilung. Es gehörte zur Teplitzer Herrschaft und hatte 1561 8 Bauernhäuser. In der Steuerrolle von 1654 werden 4 Bauern und 3 Kleinbauern angeführt. 1667 kam der Ort zur Türmitzer Herrschaft. 1787 wies er 13 Nummern auf. Infolge des Bergbaues stieg im 19. Jahrhundert die Zahl der Häuser. 1887 hatte es 23 Häuser mit 299 Einwohner; nach der letzten Zählung 1930  29 Häuser mit nur 176 Einwohner. Der Bohemia-Schacht wurde 1874 eröffnet, aber der fortschreitende Bergbau war auch die Ursache für den unabwendbaren Untergang des Dorfes.

Motiv aus Senseln, Bez. Aussig an der Elbe
An Stelle des durch die Kohlenwerke entstandenen Teiches lag die Mühle, die der alten Müllerfamilie Jenatschke gehörte. Die bodenständigen Bauernsippen sind schon ausgestorben oder verzogen.
Die Hauptbeschäftigung der restlichen Bevölkerung ist der Bergbau. Südöstlich des Dorfes gegen Raudnig zu sieht man die große Löschhalde des im September 1939 wegen eines Grubenbrandes stillgelegten "Maria-Antonia-Schachtes", benannt nach einer Tochter des früheren Besitzers, des Grafen Albert Nostitz in Türmitz, Maria Antonia, verehelichten Sylva-Tarouca.
Auf einer Anhöhe links der Straße nach Modlan stand bis um das Jahr 1900 eine weithin sichtbare Windmühle, die einzige und letzte im Karbitzer Gerichtsbezirke.

Schrifttum: AHK. 1933, S. 71. Josef Schütz, Katechet, Aussig.

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