Spiegelsberg,

liegt am nördlichen Abhange der 291 m hohen Holomirsche, eines Randberges der Lerchenfelder Platte (Tephrittuff) und gehört zum Teil nach Ziebernik und zum anderen Teil nach Pockau, welche beiden Orte seit 1939 in den Stadtkreis Aussig einbezogen sind. Post Aussig, Schule Aussig-Lerchenfeld und Pockau, Pfarre Aussig und Gartitz.

Spiegelsberg ist ein sehr alter Weiler, der mit seiner deutschen Bezeichnung schon 1439 genannt wird. Der Name deutet darauf hin, daß hier in der Zeit, als die alte Salzstraße (Aussig -- Lerchenfeld |über den Laden|  Postitz -- Troschig) die einzige "privilegierte" Handelsstraße war, Wachposten standen, die Schmuggler in Gewahrsam in Gewahrsam zu nehmen hatten. Aus dem mit einigen Grund ausgestatteten Behausungen dieser Wachposten mögen die zwei bäuerlichen Anwesen entstanden sein, die 1654 zum Gute Wannow gehörten und der Stadt Aussig untertänig waren. Ein drittes Haus gehörte der Herrschaft Schöbritz (vorher Pockau). Bei diesem Stande blieb es bis in die Neuzeit.

1838 hatte Spiegelsberg nur diese drei Häuser mit 15 Einwohnern. Nr. 1 und 2 waren zu Aussig eingepfarrt, Nr. 3 nach Gartitz. Wegen seiner staub- und vielfach nebelfreien Lage ist Spiegelsberg Standort von Wohlfahrts- und Heilanstalten geworden. Im Jahre 1908 wurde mit dem Bau des Kreisaltersheims (Bezirksversorgungshauses) begonnen, das 1910 eröffnet und in den Jahren 1924 und 1929 erweitert wurde.

1908 wurde durch den Zweigverein des Deutschen Landeshilfsvereines für Lungenkranke eine Lungenheilanstalt gegründet, zu der noch durch den Verein "Heilanstalt Spiegelsberg" in der Zeit von 1916 bis 1919 eine zweite Anstalt kam, die 1920 eröffnet wurde. Die beiden Lungenheilstätte (auch Genesungsheim für Lungenkranke) mit 110 Betten, sind seit 1939 in den Besitz der Landesversicherungsanstalt Sudetenland, Teplitz-Schönau, übergegangen und werden als "Lungenheilstätten Spiegelsberg" weitergeführt. (Betten für rund 150 Frauen und 200 Männer). Das im Jahr 1912 erbaute Knabenerziehungsheim ist derzeit (1944) aufgelassen und wird den Heilstätten angegliedert.                                                                Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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