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Staatsbürgerschaften

Ein Gedicht von Kurt Klaus
Mein Großvater ist in Alt-Ostereich gebor'n
und hat auf den Kaiser Franz-Josef geschwor'n.
Mein Vater tat es jenem gleich -
doch „Achtzehn" war's aus mit Osterreich.
Da etabliert sich ein neuer Staat,
der auch meinen Vater vereinnahmt hat.
Er wurde - wer fragte ob's recht ihm sei -
ein Bürger der Tschechoslowakei.
Die Zeit verging; doch nach zwanzig Jahren
hat er die nächste Wandlung erfahren:
Kraft Gesetz erhielt er sogleich
die Staatsbürgerschaft im „Großdeutschen Reich".
Da war ich natürlich auch schon dabei.
Doch nur ein paar Jahre blieben uns zwei -
da kam mit Schrecken des Reiches Ende -
mit ihm eine neue Zeitenwende.
Man hat uns vertrieben aus unserem Land,
uns die Heimat genommen, in die Fremde verbannt.
Nach einem Vakuum von vier Jahren
hat man den nächsten Wechsel erfahren.
Durch Deutschland ging eine Grenze quer
und trennte den Westen von der DDR.
Nach vierzig Jahren, die uns Deutsche trennte,
fiel endlich die Mauer, es kam die Wende.
Wir fanden zusammen, vereint im Glück
zur gemeinsamen Bundesrepublik.
Da bin ich noch heut, werd' bis zum Ende es bleiben.
Als Fazit möchte ich noch schreiben:
Die Staaten kommen, die Staaten geh'n,
doch eins, das weiß ich, wird immer besteh'n,
was Großvater, Vater und Sohn stets verband: Die Liebe zur Heimat Sudetenland.
 
Eingesandt von Hilde Quaiser, Wiesbaden
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