Stöben, auch Steben.

mit 37 Häuser und 157 Einwohnern liegt auf dem Gebirgsstock, der früher als Padloschiner Hochfläche und jetzt Staudenbergmasse bezeichnet wird, in der Mitte zwischen dem Jeserrücken, dem Glaberrücken und der Dubitzer Hochfläche in einer Höhe von 400 m. Nächste Eisenbahnstation Türmitz, Salesel, Großtschochau oder Radzein, Post Türmitz, Pfarre und Schule im Ort. In Hinblick auf die Lage an der alten Prager Landstraße (Aussig - Hottowies, Elbogen, Dubitz) dürfte Stöben schon auf ein hohes Alter zurückblicken.

Die Sage berichtet, dass Przemysl Ottokar I. (1197 - 1230) hier ein Jagdschloss habe aufführen lassen.
Auch wenn das nicht zutrifft, wird man die Gründung vor das Jahr 1200 verlegen können.



Ansichtskarte von Stöben, Bez. Aussig a, E,

  Ansichtkarte von Stöben, Bez. aussig a. E.

Ansichtskarte von Stöben, Bez. Aussig a, E.

Ähnlich wie bei anderen Herrensitzen gab es hier keine großen Bauern. Die meist im Dienste der Herrschaft stehenden Kleinbauern reihten sich anschließend an den Herrenhof mit ihren engen Hofstätten um die Kirche, die 1360 zuerst urkundlich genannt wird.
 In diesem Jahre wird der Herr Zdenko Syrsa "von Dupicz" als Kirchenpatron von Stöben genannt. Nach diesem gehörte der Ort  vor 1405 den Brüdern Rüdiger und Erhard von Sullowitz auf Skalken.
1543 war das Kirchenpatronat Stöben noch beim Gute Stolitschka, aber schon 1542 war das Dorf an die Brüder von Mühlen auf Untertürmitz gekommen.
Und bei Türmitz verblieb es bis 1848. 1638 gab es in Stöben 15 Wirtschaften, von denen 4 wüst lagen. Nach der Steuerrolle vom Jahre 1654 gab es 13 Häuser, 12 Kleinbauern (Kalupner),
die zusammen 63 Strich Grund hatten, so dass auf einen nur etwa 5 Strich (also recht wenig) entfielen. 1787 zählte der Ort 24 Nummern.
Die modern ausgemalte Kirche (das Altarbild zeigt die beiden Kirchenpatrone Simon und Thaddäus) wurde 1692 erbaut. Der Taufschein trägt die Jahreszahl 1546. Der Friedhof, der früher um die Kirche lag, wurde 1789 an die Südseite des Ortes verlegt.
1757 hatten die Bewohner des Dorfes von den durchziehenden Soldaten viel zu leiden. 1801 brannte Nr. 2, 1832 die Nummern 8, 9, 10,  1833 die Nummern 12, 13, 14, 15, 25 und 27 ab. An Wassernot hatte das Dorf nicht zu leiden;
auch in diesen Jahren der großen Dürre (1834, 1835, 1842), wo man in Salesel durch die Elbe waten konnte, flossen die Brunnen in Stöben ausgiebig. In Nr. 6 wohnt die Familie Mühle seit 1638,
 in Nr. 24 die Familie Wichtrei ebenfalls seit 1638. Nr. 9 war die ehemalige herrschaftliche Schenke. Unterhalb des Dorfes bei der Abzweigung des Weges nach Morawan steht ein Kreuz, in dessen Nähe auf dem Acker zur Pestzeit die Leichen begraben wurden.

Dr. Franz Josef Umlauft, Studienrat, Aussig

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