Straden,

mit 40 Häusern, 250 Einwohnern liegt ungefähr 1 km westlich von Kulm an der Kreisstraße nach Mariaschein am Fuße des Erzgebirges. Nächste Eisenbahnstation Kulm, Post und Schule Kulm, Pfarre Karbitz, Höhe 210 m.

Straden ist ein ehemaliges Reihendorf, ähnlich wie Kulm und Priesten, und dürfte aus der gleichen Zeit wie diese stammen (12. Jahrhundert). Straden war zusammen mit Priesten im 14. Jahrhunderte ein Lehen der Burg Brüx. Es wird zum ersten Male 1348 urkundlich genannt, als die Aussiger, einem Auftrage Karl IV, entsprechend, den Hof in Straden (so wie auch den in Priesten und Eulau) niederbrennten, weil sich die Besitzer wahrscheinlich der Wegelagerei schuldig gemacht hatte.

1536 gehört Straden schon zur Herrschaft Kulm, bei der es bis 1848 verblieb. In Straden bemerkt man zwischen den Häusern Nr. 10 und 11 noch deutlich einen verfallenen und verrasten Wallgraben, innerhalb dessen wohl das ehemalige Schlösschen der Lehensinhaber stand. Die Fläche des Wallgrabens hatte ursprünglich ein Ausmaß von etwa 500 bis 600 Quadratmetern.

Im Jahre 1654 hatte Straden 14 Häuser (5 Bauern und 9 Kleinbauern). 1787  24 Nummern, 1813 32 Häuser mit 180 Einwohnern. Während der Schlacht bei Kulm am 29. und 30. August 1813 ging der ganze Ort in Flammen auf, nur die Kapelle blieb erhalten. Bei Straden erfolgte der erste Zusammenstoß zwischen den Russen und Franzosen. Am Wege nach Kulm, 300 Schritte östlich, steht eine kleine Feldkapelle. Im Gasthaus "Waldesfrieden" sind Erinnerungsstücke an die Schlacht bei Kulm zu sehen.

Josef Schütz, Katechet, Aussig

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