Streckenwald,

 

mit 94 Häusern, 322 Einwohner liegt am Kamme des Erzgebirges zwischen Ebersdorf und Schönwald in einer Höhe von 753 m an der Straße, die von Adolfsgrün nach Schönwald führt. Eisenbahnstation Tellnitz, Post Schönwald (über Aussig), Pfarre Ebersdorf , Schule im Ort. Streckenwald ist ein Waldhufendorf, das wie die Nachbarorte aus dem 13. Jahrhundert stammt. 1487 gehörte es zur Herrschaft Graupen. Nach Zersplitterung dieser Herrschaft (1580) übergab der Kaiser Streckenwald und Ebersdorf unentgeltlich an den Hofrat und Küchenmeister Melchior von Breitenbach. Nach dessen Tode kam es zur Herrschaft Schöbritz, bei der es verblieb. 1654 hatte Streckenwald 17 Häuser, davon waren 7 unbewohnt (6 Bauern, 7 Kleinbauern, 4 Häusler). 1787 hatte es schon 44 Nummern, 1833   66 Häuser, 444 Einwohner, 1887  99 Häuser, 596 Einwohner. Jetzt ist die Bevölkerung wieder zurückgegangen.

Ansichtskarte von Streckenwald, Bez. Aussig an der Elbe. Archiv (HV. Aussig)

Die Schule wurde 1845 erbaut, brannte im Jahre 1856, als 26 Häuser einer verheerenden Feuersbrunst zum Opfer fielen., mit ab, wurde aber im selben Jahre wieder aufgebaut und 1886 erweitert. Das Kirchlein zum Hl Antonius wurde 1901 erbaut, der Friedhof schon 1886 angelegt. Der ehemalige Meierhof trug die Nummer 7 und lag am oberen Ende des Dorfes. Jetzt steht an seiner Stelle das Gasthaus Alois Hacker. Er wurde 1794 in Teilen verkauft. Die ehemalige obrigkeitliche Schenke war schon im Jahre 1762 abverkauft worden. Das Kriegerdenkmal wurde 1927 von der Freiwilligen Feuerwehr errichtet. Das Haus Nr. 76 ist eine Jugendherberge, die dem nordwestböhmischen Turngaue gehörte.

Karl Dietze, Gewerbeschullehrer i. R. Aussig

 
 
Diese Ansichtskarte wurden uns von Herrn Wilfried Hector aus Grögis zur Verfügung gestellt.

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